Sanduhrnebel (Planetarischer Nebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Juli 30
Juli 30Planetarischer NebelPlaneten

Sanduhrnebel

Beobachtet im Jahr 1995

Über dieses Bild

Der Sanduhrnebel wurde durch einen sterbenden sonnenähnlichen Stern gebildet, der seine äußeren Gasschichten abstreifte. Eine Theorie besagt, dass die Sanduhrform entsteht, wenn ein schneller Sternwind auf eine sich langsam ausdehnende Wolke trifft, die in der Nähe des Äquators des Sterns dichter ist als in der Nähe seiner Pole.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Sanduhrnebel ist ein klassisches Beispiel für bipolare Formung in planetarischen Nebeln. Es zeigt, dass der Massenverlust von Sternen gegen Ende ihres Lebens oft gerichtet ist und wahrscheinlich durch Binärität, Rotation oder magnetische Struktur beeinflusst wird. Das Objekt wird häufig verwendet, um Modelle der Windinteraktion und Symmetriebrechung in entwickelten Sternen zu testen.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete MyCn 18 mit Schmalbandfiltern, die auf starke Nebelemissionslinien abzielten, um Struktur und Anregung abzubilden. Die Bilder zeigen die helle Taille, die verlängerten Lappen und die feinen fadenförmigen Details. Morphologische Vergleiche mit geschwindigkeitsaufgelöster Spektroskopie helfen bei der Rekonstruktion seiner dreidimensionalen Geometrie.

Ort im Universum

Konstellation

Musca

Entfernung von der Erde

Ungefähr 8.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Sanduhrnebel (MyCn 18) ist berühmt für seine nahezu perfekte bipolare Form.

  • 2

    Seine schmale Taille lässt darauf schließen, dass dichtes äquatoriales Material den Ausfluss kollimierte.

  • 3

    Planetarische Nebel stellen ein kurzes Spätstadium sonnenähnlicher Sterne dar.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop