
Über dieses Bild
Die turbulenten Wolken des Jupiter verändern sich ständig, da sie auf atmosphärische Störungen stoßen, während sie mit Hunderten von Meilen pro Stunde um den Planeten kreisen. Dieses Bild fängt die dynamische Komplexität der Wettersysteme des Riesenplaneten ein, einschließlich einer dunklen, schlangenförmigen Struktur, die eigentlich ein kleiner Riss in der oberen Wolkendecke ist und die tieferen, wärmeren Atmosphärenschichten darunter freilegt. Die Atmosphäre des Jupiter ist in abwechselnde Bänder ost- und westwärts gerichteter Jetstreams gegliedert, die dem Planeten sein charakteristisches gestreiftes Aussehen verleihen. Innerhalb dieser Bänder entwickeln sich massive Sturmsysteme, interagieren, verschmelzen und lösen sich über Zeiträume von Tagen bis Jahrhunderten auf. Hubbles regelmäßige Beobachtung von Jupiter war für die Verfolgung dieser atmosphärischen Veränderungen von entscheidender Bedeutung und zeigte, dass die Wolkenmuster des Planeten weitaus variabler und komplexer sind, als bodengestützte Teleskope zuvor vermutet hatten.
Wissenschaftliche Bedeutung
Hubbles Langzeitüberwachung der Jupiteratmosphäre hat zu einer der vollständigsten Aufzeichnungen der Wetterentwicklung auf jedem Planeten außer der Erde geführt. Die Beobachtungen von 2007 erfassten Jupiter während einer Zeit erheblicher atmosphärischer Veränderungen, einschließlich Veränderungen in der Farbe und Struktur seiner Äquatorbänder und der Entstehung neuer Sturmsysteme. Die Atmosphäre des Jupiter dient als natürliches Labor für die Untersuchung der Fluiddynamik im großen Maßstab, wo das Fehlen einer festen Oberfläche die Entwicklung und den Fortbestand von Wettermustern unter Bedingungen ermöglicht, die sich grundlegend von denen auf terrestrischen Planeten unterscheiden. Durch die Wechselwirkung zwischen Jupiters tiefer innerer Wärmequelle – die etwa 1,7-mal mehr Energie ausstrahlt, als der Planet von der Sonne erhält – und der Sonnenerwärmung von oben entsteht ein komplexes zweischichtiges Konvektionssystem, das die atmosphärische Zirkulation des Planeten antreibt. Das Verständnis der atmosphärischen Dynamik von Jupiter bietet auch einen vergleichenden Kontext für die Untersuchung der Atmosphären extrasolarer Riesenplaneten, die um andere Sterne herum entdeckt wurden.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren Breitbandfiltern aufgenommen, die den blauen, grünen und roten Teil des sichtbaren Spektrums abdecken. Die Filter wurden ausgewählt, um unterschiedliche Höhen in der Jupiteratmosphäre zu untersuchen, wobei kürzere Wellenlängen Dunstwolken in höheren Höhen abtasten und längere Wellenlängen tiefer in die Wolkendecke eindringen. Ein Methan-Absorptionsbandfilter wurde auch verwendet, um die vertikale Struktur von Wolkenstrukturen abzubilden, da Methan bei bestimmten Wellenlängen stark absorbiert und einen Kontrast zwischen hohen Wolken, die das Sonnenlicht über der Methanschicht reflektieren, und niedrigeren Strukturen, die durch stärker absorbierendes Gas sichtbar sind, erzeugt.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
365 Millionen bis 601 Millionen Meilen (variiert)
Lustige Fakten
- 1
Die Windgeschwindigkeiten in Jupiters Jetstreams können 400 Meilen pro Stunde überschreiten und Scherzonen erzeugen, in denen benachbarte Bänder, die sich in entgegengesetzte Richtungen bewegen, riesige rotierende Sturmsysteme hervorbringen, die aus Hunderten Millionen Meilen Entfernung sichtbar sind.
- 2
Die auf diesem Bild sichtbare dunkle Serpentinenstruktur ist ein Bruch in der Ammoniak-Eiswolkenschicht des Jupiters, durch den Infrarotstrahlung aus der wärmeren Atmosphäre darunter entweichen kann – diese Lichtungen erscheinen im sichtbaren Licht dunkel, leuchten aber auf Infrarotbildern hell.
- 3
Jupiters Großer Roter Fleck, der berühmteste Sturm im Sonnensystem, schrumpft seit über einem Jahrhundert und ist jetzt weniger als halb so groß wie bei der ersten Messung im späten 18. Jahrhundert – Hubble hat diese Kontraktion in beispielloser Detailgenauigkeit verfolgt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



