Jupiter (Planet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Juni 7
Juni 7PlanetPlaneten

Jupiter

Beobachtet im Jahr 2010

Über dieses Bild

Hubble hat dieses Bild von Jupiter vier Tage nach dem Verglühen eines riesigen Meteors in den Wolkendecken des Planeten im Juni 2010 aufgenommen. Hubble fand keine Anzeichen dunkler Trümmer an der Einschlagstelle, was bedeutet, dass der Meteor nicht tief genug in die Atmosphäre eindrang, um zu explodieren und verräterische Spuren zu hinterlassen. Dies stand in krassem Gegensatz zu den dramatischen dunklen Narben, die die Fragmente des Kometen Shoemaker-Levy 9 hinterließen, als sie 1994 auf Jupiter prallten, und zu dem dunklen Fleck, der durch einen weiteren Einschlag im Juli 2009 entstand. Das Fehlen sichtbarer Trümmer lieferte den Astronomen wichtige Einschränkungen hinsichtlich der Größe und Zusammensetzung des einschlagenden Körpers, was darauf hindeutet, dass es sich wahrscheinlich um ein kleines, eisiges Objekt handelte, das vollständig in der oberen Atmosphäre zerfiel, bevor es die tieferen Wolkenschichten erreichte. Hubbles schnelle Beobachtungen zeigten die einzigartige Fähigkeit des Teleskops, vorübergehende Ereignisse auf Körpern des Sonnensystems zu überwachen.

Wissenschaftliche Bedeutung

Hubbles schnelle Beobachtung des Jupiter nach dem Einschlagereignis im Juni 2010 trug wesentlich zu unserem Verständnis der Häufigkeit und Folgen von Einschlägen auf Riesenplaneten bei. Durch die Feststellung, dass dieser spezielle Impaktor keine sichtbaren atmosphärischen Narben hinterließ, konnten Astronomen seine Größe auf etwa 8 bis 13 Meter im Durchmesser beschränken – weitaus kleiner als die Fragmente von Shoemaker-Levy 9, die eine Reichweite von bis zu zwei Kilometern hatten. In Kombination mit dem Einschlag von 2009, der sichtbare Spuren hinterließ, zeigten diese Beobachtungen, dass Jupiter viel häufiger kleine Einschläge erfährt als große, und folgt dabei einer Größen-Häufigkeitsverteilung, die mit der bekannten Population kleiner Körper im Sonnensystem übereinstimmt. Diese Informationen sind von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der Einschlagsgefahr im gesamten Sonnensystem, einschließlich der Geschwindigkeit, mit der erdbedrohende Objekte durch die Schwerkraft von Jupiter zerstreut werden. Die Beobachtungen lieferten auch Tests für atmosphärische Eintrittsmodelle, die einschränkten, wie tief Objekte unterschiedlicher Größe und Zusammensetzung eindringen, bevor sie zerfallen.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete Jupiter kurz nach dem gemeldeten Einschlagsblitz mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) in mehreren sichtbaren und ultravioletten Filtern. Die Beobachtungen waren Teil eines Target of Opportunity-Programms, das darauf abzielte, schnell auf vorübergehende astronomische Ereignisse zu reagieren. Die breite Wellenlängenabdeckung des WFC3 ermöglichte es Astronomen, in mehreren atmosphärischen Tiefen nach Einschlagtrümmern zu suchen, da unterschiedliche Wellenlängen unterschiedliche Höhen in der Jupiteratmosphäre untersuchen. Die Ultraviolett-Bildgebung war besonders empfindlich gegenüber Partikelablagerungen in großen Höhen, die kurzwelliges Licht streuten. Das Fehlen einer erkennbaren Störung über alle beobachteten Wellenlängen hinweg bestätigte, dass der Impaktor zu klein war, um nennenswerte Energie oder Material in den sichtbaren Wolkenschichten abzulagern.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

365 Millionen bis 601 Millionen Meilen (variiert)

Lustige Fakten

  • 1

    Der Meteor, der im Juni 2010 auf Jupiter einschlug, wurde erstmals von den Amateurastronomen Anthony Wesley und Christopher Go entdeckt, die unabhängig voneinander einen kurzen Lichtblitz auf der Scheibe des Planeten einfingen – und demonstrierten damit, wie Bürgerwissenschaftler zur professionellen Astronomie beitragen.

  • 2

    Jupiters immense Schwerkraft wirkt wie ein kosmischer Staubsauger und zieht Kometen und Asteroiden an, die sonst das innere Sonnensystem bedrohen könnten – der Planet erfährt etwa einmal im Jahr nachweisbare Einschläge, weitaus häufiger als jeder andere Planet.

  • 3

    Der Kontrast zwischen diesem unsichtbaren Einschlag und den spektakulären dunklen Narben des Kometen Shoemaker-Levy 9 im Jahr 1994 zeigte, dass Jupiter von Objekten verschiedenster Größe getroffen wird, von kleinen Meteoren, die harmlos verglühen, bis hin zu kilometergroßen Körpern, die monatelang sichtbare Spuren hinterlassen.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop