
Über dieses Bild
Dieses Tiefenfeldbild enthüllt ein reichhaltiges Galaxiengeflecht, das im Rahmen des All-wavelength Extended Groth Strip International Survey (AEGIS) aufgenommen wurde, einer der umfassendsten Multiwellenlängen-Durchmusterungen des fernen Universums, die jemals durchgeführt wurden. Der Groth-Streifen ist eine schmale rechteckige Himmelsregion an der Grenze der Sternbilder Bootes und Ursa Major, die aufgrund ihrer minimalen Kontamination durch Vordergrundsterne der Milchstraße und interstellaren Staub ausgewählt wurde. In diesem Einzelbild sind Galaxien jeder erdenklichen Form, Größe, Farbe und Entfernung sichtbar – von relativ nahen Spiralen mit klar definierten Armen bis hin zu schwachen, geröteten Flecken, die Galaxien darstellen, wie sie vor Milliarden von Jahren erschienen. Die hier erfasste Vielfalt bietet einen Querschnitt der kosmischen Entwicklung und ermöglicht es Astronomen zu untersuchen, wie Galaxien im Laufe von mehr als der Hälfte des Universumsalters gewachsen, verschmolzen und transformiert sind.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Extended Groth Strip stellt eines der Eckpfeiler der Tiefenerkundung dar, das unser Verständnis der Galaxienentwicklung im Laufe der kosmischen Zeit grundlegend geprägt hat. Durch die Kombination von Hubbles hochauflösender optischer und nahinfraroter Bildgebung mit Röntgendaten von Chandra, Infrarotbeobachtungen von Spitzer und umfangreicher bodengestützter Spektroskopie erstellte die AEGIS-Kollaboration vollständige Porträts von Zehntausenden Galaxien über Rückblickzeiten vom nahen Universum bis vor über 9 Milliarden Jahren. Dieser Ansatz mit mehreren Wellenlängen ermöglichte es Astronomen, gleichzeitig Sternentstehungsraten, Sternmassen, Kernaktivität und morphologische Struktur in einem repräsentativen Volumen des Universums zu messen. Zu den wichtigsten Entdeckungen der Untersuchung gehören die Identifizierung einer Übergangspopulation von Galaxien, die sich auf dem Weg von der blauen Sternentstehungssequenz zur roten Ruhesequenz befinden, direkte Beweise für das Wachstum von Galaxienbulges durch fusionsbedingte Prozesse und Einschränkungen bei der Koevolution supermassereicher Schwarzer Löcher mit ihren Wirtsgalaxien.
Beobachtungsdetails
Hubble hat den Extended Groth Strip mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) in mehreren Breitbandfiltern abgebildet, die sichtbare Wellenlängen abdecken. Das Vermessungsfeld ist ein langer, schmaler Himmelsstreifen mit einer Ausdehnung von etwa 10 mal 70 Bogenminuten, der mit Dutzenden einzelner ACS-Ausrichtungen gekachelt ist, um ein kontinuierliches Mosaik zu bilden. Bei jeder Ausrichtung wurden Tiefenbelichtungen durchgeführt, die ausreichten, um Galaxien mit scheinbaren Helligkeiten von weniger als 28 zu erkennen, was an sich lichtschwachen oder extrem weit entfernten Objekten entspricht. Die längliche Geometrie des Streifens wurde bewusst gewählt, um ein großes kosmologisches Volumen abzutasten und gleichzeitig die Gesamtzahl der erforderlichen Teleskopausrichtungen zu minimieren, was ihn zu einem effizienten Design für statistische Studien von Galaxienpopulationen macht.
Ort im Universum
Konstellation
Bootes / Ursa Major
Entfernung von der Erde
Verschiedene (bis zu 9 Milliarden Lichtjahre)
Lustige Fakten
- 1
Die erweiterte Groth-Strip-Durchmusterung kombinierte Beobachtungen von großen Observatorien wie Hubble, Chandra, Spitzer und bodengestützten Teleskopen wie Keck und schuf einen der datenreichsten Himmelsabschnitte, die jemals über das gesamte elektromagnetische Spektrum untersucht wurden.
- 2
Der ursprüngliche Groth-Streifen wurde 1994 von Hubble beobachtet und bestand aus nur 28 überlappenden Punkten – die erweiterte Durchmusterung weitete ihn dramatisch aus und deckte eine Fläche ab, die etwa einem Fünftel der scheinbaren Größe des Vollmonds entsprach.
- 3
In diesem winzigen Himmelsausschnitt haben Astronomen über 50.000 einzelne Galaxien in verschiedenen Entwicklungsstadien katalogisiert, von aktiv sternbildenden blauen Spiralgalaxien bis hin zu alten roten Ellipsengalaxien, die vor Milliarden von Jahren aufgehört haben, Sterne zu bilden.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



