Reflexionsnebel IC 349 (Reflexionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den September 19
September 19ReflexionsnebelNebel

Reflexionsnebel IC 349

Beobachtet im Jahr 1999

Über dieses Bild

IC 349 ist ein Reflexionsnebel im Sternhaufen der Plejaden (oft auch „Sieben Schwestern“ genannt). Die unheimlichen, dünnen Ranken einer interstellaren Wolke werden von einem der hellsten Sterne im Sternhaufen zerstört.

Wissenschaftliche Bedeutung

IC 349 ist ein Kompaktlabor für Staubstreu- und Staubzerstörungsphysik in einem starken Strahlungsfeld. Seine Nähe zu den Plejaden ermöglicht eine detaillierte Kartierung der Filamentmorphologie und des kornabhängigen Farbverhaltens, was Modelle der Korngrößenverteilung und der Albedo einschränkt. Das Objekt veranschaulicht auch den Übergang zwischen Molekülwolkenfragmenten und diffusen Reflexionsmerkmalen, wenn stellare UV-Strahlung lokales Material umformt. Das Verständnis dieser Prozesse verbessert die Interpretation von Staubsignaturen in Sternentstehungsregionen und integriert Galaxienlicht, wo einzelne Wolkenstrukturen nicht aufgelöst werden können.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete IC 349 in optischen Bändern, die für die kontrastreiche Abbildung schwacher Staubstrukturen in der Nähe eines hell leuchtenden Sterns optimiert sind. Die Datenreduktion erforderte eine sorgfältige Subtraktion von Streulicht und instrumentellen Artefakten, um empfindliche Filamente wiederherzustellen. Die endgültigen Bilder zeigen eine wellige, windgepeitschte Staubmorphologie, die mit der anhaltenden Erosion durch Strahlungsdruck und Photoverdunstung vereinbar ist. Der Vergleich von Helligkeit und Farbe im gesamten Nebel ermöglicht Einschränkungen hinsichtlich der Staubkorneigenschaften und der lokalen Schwankungen der Säulendichte. Die stabile Punktverteilungsfunktion von Hubble ist entscheidend für die Extraktion dieser subtilen Merkmale.

Ort im Universum

Konstellation

Stier

Entfernung von der Erde

Ungefähr 390 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    IC 349 liegt in der Nähe des hellen Plejadensterns Merope, dessen Strahlung nahegelegenen Staub beleuchtet und erodiert.

  • 2

    Reflexionsnebel leuchten durch gestreutes Sternenlicht und nicht durch die Emission heißer ionisierter Gase wie in klassischen H-II-Regionen.

  • 3

    Die hauchdünne Struktur verändert sich im Laufe der Zeit, wenn Staubkörner durch Sternstrahlung verdrängt und fotoverdampft werden.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop