Jupiter und Monde (Planet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Januar 24
Januar 24PlanetPlaneten

Jupiter und Monde

Beobachtet im Jahr 2015

Über dieses Bild

Dieses bemerkenswerte Bild fängt eine seltene Himmelskonstellation ein, bei der drei der vier größten Galileischen Monde des Jupiter in einem kosmischen Dreifachschattentransit gleichzeitig ihre Schatten auf die Wolkendecken des Planeten werfen. Callisto und Io sind unten links bzw. oben rechts im Bild sichtbar und erscheinen als kleine dunkle Punkte vor Jupiters gebänderter Atmosphäre oder dem schwarzen Hintergrund des Weltraums. Europa, dessen Schatten am linken Rand des Jupiter als dunkler kreisförmiger Fleck sichtbar ist, befindet sich bei dieser Beobachtung außerhalb des Bildes. Diese Schattentransite treten auf, weil die Monde in fast derselben Ebene wie der Äquator des Jupiter kreisen und aus unserer Sicht gelegentlich direkt zwischen der Sonne und dem Jupiter vorbeiziehen. Solche dreifachen Transite sind relativ seltene Ereignisse, die Astronomen die Möglichkeit bieten, die Umlaufbahnen der Monde und die atmosphärische Dynamik des Jupiters zu untersuchen. Dieses Bild zeigt die komplexe Choreografie des Miniatur-Sonnensystems des Jupiter und bietet eine atemberaubende Demonstration der Orbitalmechanik in Aktion.

Wissenschaftliche Bedeutung

Jupiter ist der massereichste Planet in unserem Sonnensystem und enthält mehr als die doppelte Masse aller anderen Planeten zusammen. Seine Untersuchung ist von grundlegender Bedeutung für das Verständnis der Planetenentstehung und der atmosphärischen Dynamik. Hubbles Langzeitüberwachung des Jupiter hat unschätzbare Daten über die sich entwickelnden Wettersysteme des Planeten geliefert, darunter das Schrumpfen des Großen Roten Flecks, die Bildung neuer Sturmsysteme und Veränderungen in der gebänderten Wolkenstruktur, die durch starke Jetstreams verursacht werden. Die Galileischen Monde – Io, Europa, Ganymed und Callisto – bilden ein Miniaturplanetensystem, das die Entstehung der Planeten um die Sonne widerspiegelt. Europas unterirdischer Ozean, der teilweise durch Hubble-Beobachtungen von Wasserdampffahnen entdeckt wurde, gilt als eine der vielversprechendsten Umgebungen für außerirdisches Leben im Sonnensystem. Schattentransitereignisse wie das in diesem Bild aufgenommene ermöglichen präzise Messungen der Umlaufbahnparameter der Monde, testen Gravitationsmodelle und verfeinern unser Verständnis der Gezeitenwechselwirkungen in Mehrkörpersystemen.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field Camera 3 (WFC3) im sichtbaren Lichtwellenlängenbereich aufgenommen, wobei Jupiters Opposition ausgenutzt wurde – wenn der Planet der Erde am nächsten ist und vollständig von der Sonne beleuchtet wird. Die hohe Winkelauflösung von Hubble ermöglichte es dem Teleskop, die Schatten von drei separaten Monden auf den Wolkendecken des Jupiter deutlich zu unterscheiden, wobei jeder Schatten als deutlicher dunkler Kreis erschien. Zeitliche Beobachtungen des Ein- und Austritts von Schatten lieferten genaue Messungen der Position und Geschwindigkeit jedes Mondes. Hubble überwacht regelmäßig die Atmosphäre des Jupiter, um langfristige Veränderungen in Sturmsystemen, Wolkenbändern und Polarlichtaktivitäten an den Polen zu verfolgen.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

484 Millionen Meilen (durchschnittlich von der Erde entfernt)

Lustige Fakten

  • 1

    Ein dreifacher Schattentransit wie der hier aufgenommene findet nur ein- oder zweimal pro Jahrzehnt statt und erfordert eine präzise Ausrichtung der Umlaufbahnen von drei der vier Galileischen Monde des Jupiter gleichzeitig.

  • 2

    Jupiters Großer Roter Fleck ist ein Sturm, der größer als die Erde ist und seit mindestens 350 Jahren wütet, und Hubble hat seine allmähliche Schrumpfung von einer Breite von 25.000 Meilen im 19. Jahrhundert auf etwa 10.000 Meilen heute verfolgt.

  • 3

    Jupiter fungiert als kosmischer Staubsauger und nutzt seine enorme Schwerkraft, um Asteroiden und Kometen abzulenken oder einzufangen, die sonst die inneren Planeten bedrohen und möglicherweise Leben auf der Erde ermöglichen könnten.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop