Komet 332P/Ikeya-Murakami (Komet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Januar 26
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Komet 332P/Ikeya-Murakami

Beobachtet im Jahr 2016

Über dieses Bild

Dieses bemerkenswerte Bild zeigt den dramatischen Zerfallsprozess des antiken Kometen 332P/Ikeya-Murakami, während er sich der Sonne nähert, und bietet eine der schärfsten Ansichten, die jemals von einem auseinanderbrechenden eisigen Kometen aufgenommen wurden. Kometen sind zerbrechliche Objekte aus Eis, Staub und Gesteinsmaterial, die bei der Entstehung des Sonnensystems vor über 4,5 Milliarden Jahren übrig geblieben sind. Wenn sie sich der Sonne nähern, verdampft die Sonnenwärme ihr Eis und innere Spannungen können es auseinanderreißen, insbesondere wenn es durch frühere Passagen oder strukturelle Mängel geschwächt wurde. Der Zerfall von 332P bietet Astronomen eine seltene Gelegenheit, die innere Struktur und Zusammensetzung dieser ursprünglichen gefrorenen Körper zu untersuchen. Die in diesem Bild sichtbaren Fragmente werden entlang der Umlaufbahn des Kometen weiter auseinander driften, sich allmählich im Weltraum verteilen und möglicherweise Meteorschauer erzeugen, wenn die Erdumlaufbahn in Zukunft ihren Trümmerstrom kreuzt.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Zerfall des Kometen 332P/Ikeya-Murakami lieferte eine der detailliertesten Fallstudien zum Kometenzerfall, die jemals beobachtet wurde. Kometen gehören zu den primitivsten Objekten im Sonnensystem und bewahren Eis und organische Verbindungen aus dem ursprünglichen Sonnennebel, die seit 4,5 Milliarden Jahren weitgehend unverändert geblieben sind. Wenn ein Komet zerfällt, legt er seine innere Zusammensetzung frei und bietet Astronomen einen seltenen Einblick in die Bausteine ​​des frühen Sonnensystems. Hubbles Beobachtungen von 332P ergaben, dass der Komet Material in einzelnen Episoden und nicht kontinuierlich abgibt, was darauf hindeutet, dass sein Inneres aus schwach gebundenen Schichten oder Blöcken unterschiedlicher Zusammensetzung und Stärke besteht. Die Größenverteilung der Fragmente schränkt die innere Struktur von Kometenkernen ein – unabhängig davon, ob es sich um monolithische Körper oder lose aggregierte Trümmerhaufen handelt. Das Verständnis des Kometenzerfalls ist auch wichtig für die Beurteilung der potenziellen Gefahren, die von erdnahen Objekten ausgehen, und für die Interpretation des Ursprungs von Meteorschauern im Zusammenhang mit verstorbenen Kometen.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete den Kometen 332P mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) im sichtbaren Licht und verfolgte den Kometen über mehrere Umlaufbahnen, um die fortschreitende Fragmentierung seines Kerns zu dokumentieren. Die scharfe Auflösung des Teleskops war entscheidend für die Auflösung einzelner Fragmente, von denen einige so klein wie gebäudegroße Eis- und Felsbrocken waren, vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Durch den Vergleich von Bildern, die im Abstand von Wochen und Monaten aufgenommen wurden, maßen Astronomen die Geschwindigkeiten einzelner Fragmente und stellten fest, dass sie mit sehr geringer Geschwindigkeit aus dem Kern geschleudert wurden. Spektroskopische Beobachtungen lieferten Informationen über die chemische Zusammensetzung des ausgeworfenen Materials, einschließlich des Vorhandenseins von Wassereis, Kohlendioxid und Staubpartikeln.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

150 Millionen Meilen (zum Zeitpunkt der Beobachtung)

Lustige Fakten

  • 1

    Der Kern des Kometen 332P hat nur einen Durchmesser von etwa 490 Metern – etwa die Größe von fünf Fußballfeldern – und ist damit einer der kleinsten Kometen, die jemals beim Auseinanderbrechen beobachtet wurden.

  • 2

    Die vom Kometen 332P ausgestoßenen Fragmente bewegen sich relativ zueinander nur mit wenigen Kilometern pro Stunde, also ungefähr mit Schrittgeschwindigkeit, doch mit der Zeit werden sie sich entlang der Umlaufbahn des Kometen über Millionen von Kilometern im Weltraum ausbreiten.

  • 3

    Komet 332P vollendet alle 5,4 Jahre eine Umlaufbahn um die Sonne, und jede Annäherung an die Sonne entzieht mehr Material, was bedeutet, dass sich dieser Komet langsam selbst zerstört und im nächsten Jahrhundert möglicherweise völlig zerfällt.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop