Säulen des Carinanebels (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 2
Februar 2EmissionsnebelNebel

Säulen des Carinanebels

Beobachtet im Jahr 2010

Über dieses Bild

Diese Begleitansicht der hoch aufragenden Säulen des Carinanebels offenbart eine andere Perspektive auf diese massiven Säulen aus kaltem Gas und Staub, die durch die unerbittliche Strahlung nahegelegener massiver Sterne geformt werden. Während die Säulen solide und dauerhaft erscheinen, handelt es sich in Wirklichkeit um vorübergehende Strukturen auf kosmischen Zeitskalen, die durch intensives ultraviolettes Licht langsam erodiert und photoverdampft werden. Die Spitzen der Säulen leuchten hell dort, wo die Sternstrahlung das Gas erhitzt und ionisiert, wodurch eine leuchtende Grenzschicht entsteht, die die fortschreitende Zerstörung dieser Sternentstehungsstätten nachzeichnet. Tief in den dichtesten Regionen wurden jedoch kleine Gastaschen bis zum Punkt des Gravitationskollapses komprimiert, wodurch neue Sterne entstehen, die schließlich aus ihren staubigen Kokons schlüpfen. Das in diesem Bild sichtbare Zusammenspiel von Zerstörung und Schöpfung fasst den grundlegenden Zyklus der Sternentwicklung zusammen – wobei der Tod einer Sterngeneration die Energie und das angereicherte Material für die Geburt der nächsten liefert.

Wissenschaftliche Bedeutung

Diese Ansicht der Säulen des Carinanebels liefert wichtige Daten über den Prozess der Photoverdampfung, bei dem hochenergetische Strahlung von massereichen Sternen nach und nach Material aus Molekülwolken entfernt. Durch den Vergleich detaillierter Beobachtungen der Säulenmorphologie mit theoretischen Simulationen können Astronomen Modelle verfeinern, die zeigen, wie strahlungsbedingte Rückkopplungen die Sternentstehungseffizienz in riesigen Molekülwolken regulieren. Der Carinanebel ist für diese Forschung besonders wertvoll, da er Sterne in einem breiten Spektrum von Entwicklungsstadien beherbergt, von tief eingebetteten Protosternen in den Säulen bis hin zu vollständig freigelegten massereichen Sternen, die die Zerstörung vorantreiben. Messungen der Massenverlustrate dieser Säulen bestimmen, wie schnell die Sternrückkopplung die Sternentstehung stoppen oder auslösen kann, ein Schlüsselparameter in Galaxienentwicklungsmodellen. Das gleichzeitige Vorhandensein von photoionisationsbedingter Implosion und thermischer Verdampfung in diesen Strukturen macht sie zu einem einzigartig reichhaltigen Labor für die Untersuchung der komplexen Physik des interstellaren Mediums.

Beobachtungsdetails

Hubble hat diese Ansicht mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) und der Wide Field Camera 3 (WFC3) über mehrere Beobachtungszeiträume hinweg aufgenommen. Schmalbandfilter, die auf die Emissionslinien Wasserstoff-Alpha (656 nm), Schwefel II (672 nm) und Sauerstoff III (501 nm) abzielen, wurden verwendet, um ein Falschfarben-Komposit zu erzeugen, das die Temperatur- und Dichtestruktur des ionisierten Gases hervorhebt. Die hohe Winkelauflösung von Hubble, etwa 0,05 Bogensekunden, war entscheidend für die Auflösung feiner Strukturdetails innerhalb der Säulenoberflächen, einschließlich kleiner Vorsprünge, sogenannte verdampfende Gaskügelchen (EGGs), die entstehende Sterne beherbergen könnten.

Ort im Universum

Konstellation

Carina

Entfernung von der Erde

7.500 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Carinanebel enthält mindestens 14.000 bekannte Sterne, darunter einige der heißesten und massereichsten Sterne in der gesamten Milchstraße.

  • 2

    Die auf diesem Bild sichtbaren Säulen werden wahrscheinlich innerhalb weniger Millionen Jahre – kosmisch gesehen ein Wimpernschlag – vollständig erodiert sein, da die starke Strahlung weiterhin ihre äußeren Schichten abstreift.

  • 3

    Hubbles Beobachtungen des Carina-Nebels haben Dutzende von Herbig-Haro-Objekten entdeckt – helle Flecken, die entstehen, wenn Jets neugeborener Sterne mit Überschallgeschwindigkeit mit umgebendem Gas kollidieren.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop