Herbig-Haro 24 (Herbig-Haro-Objekt), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 18
Februar 18Herbig-Haro-ObjektNebel

Herbig-Haro 24

Beobachtet im Jahr 2014

Über dieses Bild

Ein teilweise verdeckter, neugeborener Stern in der Nähe der Bildmitte schießt zwei Strahlen überhitzten Gases in die umgebende Molekülwolke und erzeugt so das spektakuläre Objekt Herbig-Haro 24. Diese bipolaren Strahlen, die sich mit Hunderten von Kilometern pro Sekunde fortbewegen, prallen mit enormer Wucht auf das umgebende Gas und den Staub und erzeugen brillante Stoßfronten, die als Nebelflecken auf beiden Seiten des verborgenen Protosterns aufleuchten. Herbig-Haro-Objekte wie HH 24 gehören zu den optisch auffälligsten Wegweisern der laufenden Sternentstehung und markieren die Orte, an denen junge Sterne noch aktiv Material aus ihren umgebenden Scheiben ansammeln. Die Jets werden aus den innersten Regionen der den Protostern umgebenden Akkretionsscheibe abgefeuert, wo Magnetfelder das ausströmende Gas beschleunigen und zu schmalen, fokussierten Strahlen bündeln. Während sich die Strahlen nach außen ausbreiten, erzeugen sie eine Kette leuchtender Knoten, in denen Schwankungen der Strahlgeschwindigkeit innere Erschütterungen erzeugen. Die dunkle Molekülwolke, aus der der junge Stern hervorgeht, scheint an ihren Rändern schwach zu leuchten, wo die Jetstrahlung das umgebende Gas anregt.

Wissenschaftliche Bedeutung

Herbig-Haro 24 ist ein besonders gut definiertes Beispiel für ein protostellares Jetsystem, das entscheidende Beobachtungseinschränkungen dafür liefert, wie junge Sterne während des Akkretionsprozesses Drehimpuls verlieren. Ohne Jets, die überschüssigen Drehimpuls abtransportieren, würde die Erhaltung des Drehimpulses verhindern, dass einfallendes Gas die protostellare Oberfläche erreicht, was das Wachstum des Sterns stoppen würde. Die bipolare Symmetrie der Jets von HH 24 zeigt, dass der Startmechanismus eng mit der Geometrie der Akkretionsscheibe und der Magnetfeldstruktur des Sterns verbunden ist. Die Kette heller Knoten entlang jedes Jets zeichnet die Geschichte unterschiedlicher Akkretions- und Auswurfepisoden auf, da periodische Erhöhungen der Akkretionsrate schnellere Jetpulse erzeugen, die anschließend langsameres, früher ausgeworfenes Material einholen und gegen dieses stoßen. Hubble-Zeitreihenbeobachtungen von HH 24 und ähnlichen Objekten haben die Eigenbewegungen einzelner Knoten direkt gemessen und kinematische Daten geliefert, die Jet-Startmodelle einschränken.

Beobachtungsdetails

Hubble hat dieses Bild mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) in Nahinfrarotfiltern aufgenommen, die die dichte Molekülwolke durchdringen, die den zentralen Protostern verdeckt. Die Infrarotbeobachtungen offenbaren die Jet-Strukturen, die im optischen Licht aufgrund der starken Staubauslöschung im Orion-Molekülwolkenkomplex unsichtbar wären. Es wurden spezielle Filter ausgewählt, um die Emissionen von schockerregtem molekularem Wasserstoff (H₂) bei 2,12 Mikrometern und Eisen II bei 1,64 Mikrometern einzufangen. Beides sind starke Indikatoren für schockerhitztes Gas in protostellaren Jets. Das resultierende Falschfarbenbild hebt die Jet-Morphologie vor dem Hintergrund des Streulichts aus der Molekülwolke hervor.

Ort im Universum

Konstellation

Orion

Entfernung von der Erde

1.350 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    HH 24 hat eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit einem Lichtschwert aus Star Wars – NASA hat diese Ähnlichkeit sogar in einer speziellen Bildveröffentlichung zur Feier des Jubiläums der Franchise hervorgehoben.

  • 2

    Die Jets des zentralen Protosterns bewegen sich mit etwa 100 bis 300 Kilometern pro Sekunde – schnell genug, um in weniger als einer halben Stunde von der Erde zum Mond zu gelangen.

  • 3

    Herbig-Haro-Objekte sind vergängliche Phänomene, die typischerweise nur wenige tausend Jahre andauern, bevor sie verblassen und sie zu kosmischen Eintagsfliegen machen – kurze, aber brillante Anzeichen für die Geburt von Sternen.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop