Affenkopfnebel (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 19
Februar 19EmissionsnebelNebel

Affenkopfnebel

Beobachtet im Jahr 2014

Über dieses Bild

Diese Ansicht des Affenkopfnebels (NGC 2174) beleuchtet eine weitere Region dieses ausgedehnten Sternentstehungskomplexes, in dem Säulen aus dichtem molekularem Gas wie antike Monumente vor einer Leinwand aus leuchtendem ionisiertem Wasserstoff stehen. In diesem Teil des Nebels sind die formenden Effekte der Sternstrahlung besonders deutlich zu erkennen – die Oberflächen der Säulen sind mit feinen Graten und Rillen geätzt, wo die Strahlung Kanäle in das dichte Material gegraben hat, während ihre Basen in der dichteren Molekülwolke darunter verwurzelt bleiben. Helle Ränder entlang der Säulenkanten markieren die fortschreitende Ionisationsfront, an der stellare ultraviolette Photonen aktiv molekulares Gas in heißes, ionisiertes Plasma umwandeln. Der Gesamteindruck ist der einer Landschaft im Wandel, während eine ganze Generation massereicher Sterne daran arbeitet, die Wolke, aus der sie geboren wurden, zu zerlegen. Zwischen den Säulen leuchtet das heiße ionisierte Gas mit dem charakteristischen rosaroten Farbton der Wasserstoffemission und füllt Hohlräume, die einst von dem jetzt erodierten molekularen Material besetzt waren. Kleine, dunkle Kügelchen prägen die Szene, von denen jedes möglicherweise die Keime zukünftiger Sternsysteme enthält.

Wissenschaftliche Bedeutung

Diese Ansicht von NGC 2174 liefert wichtige Vergleichsdaten zum Verständnis, wie sich die Säulenmorphologie mit der Intensität und Richtung des einfallenden Sternstrahlungsfelds ändert. Die Säulen in dieser Region des Affenkopfnebels sind einer etwas weniger extremen Strahlungsumgebung ausgesetzt als die Säulen in Nebeln wie dem Carinanebel oder dem Adlernebel, was zu unterschiedlichen Erosionsraten und Strukturmerkmalen führt. Durch den Vergleich der Säuleneigenschaften mehrerer Nebel mit unterschiedlichen Strahlungsintensitäten können Astronomen die Beziehung zwischen Strahlungsfeldstärke und Massenverlustrate kalibrieren, einem grundlegenden Parameter in rückkopplungsregulierten Sternentstehungsmodellen. Der Nachweis molekularer Linienemissionen aus dem Inneren dieser Säulen weist darauf hin, dass trotz der anhaltenden Photoverdampfung erhebliche Reservoirs an kaltem, dichtem Gas bestehen bleiben, was darauf hindeutet, dass die Säulen lange genug überleben könnten, bis ihr innerer Zusammenbruch neue Protosterne hervorbringt.

Beobachtungsdetails

Hubble hat diese Region des Affenkopfnebels mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) in Infrarotwellenlängen als Teil desselben Beobachtungsprogramms abgebildet, das die Bilder vom 8. und 9. Februar erstellt hat. Die Infrarotfilter (F105W, F110W, F128N, F160W) durchdringen die Staublöschung, um eingebettete Sternpopulationen aufzudecken und gleichzeitig die warme Staubemission an den Säulenoberflächen hervorzuheben. Der F128N-Filter erfasst Paschen-Beta-Wasserstoffemissionen, ein Nahinfrarot-Analogon von Wasserstoff-Alpha, das ionisiertes Gas selbst in staubigen Umgebungen aufspürt. Mehrere geditherte Aufnahmen wurden kombiniert, um die räumliche Auflösung zu verbessern und Artefakte der kosmischen Strahlung zu unterdrücken.

Ort im Universum

Konstellation

Orion

Entfernung von der Erde

6.400 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    NGC 2174 liegt nahe der Grenze der Sternbilder Orion und Zwillinge und ist damit, von der nördlichen Hemisphäre aus gesehen, eine der reichsten Sternentstehungsregionen des Winterhimmels.

  • 2

    Die Säulen in diesem Bild ähneln in ihrer Beschaffenheit den berühmten „Säulen der Schöpfung“ im Adlernebel, befinden sich jedoch in einer weniger extremen Strahlungsumgebung, sodass sie länger bestehen bleiben, bevor sie zerstört werden.

  • 3

    Radiobeobachtungen haben in einigen dieser Säulen dichte Molekülkerne entdeckt, die Anzeichen einer Gravitationskontraktion aufweisen – die frühesten Stadien der Entstehung neuer Sterne, die direkt vor unseren Augen stattfinden.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop