
Über dieses Bild
Dieses Bild zeigt aufwendig geschnitzte Knoten aus Gas und Staub in einem kleinen Teil des Affenkopfnebels, der offiziell als NGC 2174 katalogisiert ist. Diese riesige Sternentstehungsregion im Sternbild Orion beherbergt eine dramatische Landschaft, in der sich dunkle Staubwolken vor strahlend leuchtendem ionisiertem Gas abheben. Die in dieser Ansicht sichtbaren geformten Säulen und Grate werden durch die heftige ultraviolette Strahlung heißer, junger Sterne im Nebel geformt, die das umgebende Wasserstoffgas zum Glühen bringt und gleichzeitig die dichteren Staubstrukturen erodiert. In den schattigen Tiefen der Staubwolken entstehen still und leise neue Sterne, abgeschirmt von der zerstörerischen Strahlung durch genau das Material, das irgendwann abgetragen wird, um sie freizulegen. Der Affenkopfnebel verdankt seinen skurrilen Namen seiner Gesamtform, wenn er in Weitfeldbildern betrachtet wird, obwohl Hubbles Nahaufnahme eine weitaus komplexere und schönere Realität offenbart, als jede einfache Tierähnlichkeit vermuten lässt.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Affenkopfnebel ist ein hervorragendes Beispiel für die sequentielle Sternentstehung, bei der die Energieabgabe einer Sterngeneration die Geburt der nächsten auslöst. Die massereichen jungen Sterne im Kern des Nebels haben einen Hohlraum aus heißem, ionisiertem Gas geschaffen, und an der Grenze dieses Hohlraums löst strahlungsbedingte Kompression neue Episoden der Sternentstehung in der umgebenden Molekülwolke aus. Die Infrarotbeobachtungen von Hubble waren für die Untersuchung dieses Prozesses besonders wertvoll, da sie die Staubsäulen durchdrangen und darin eingebettete Protosterne in verschiedenen Entwicklungsstadien sichtbar machten. Die Vielfalt des protostellaren Alters in NGC 2174 stützt Modelle, in denen die Sternentstehung kein einzelnes Ereignis, sondern ein kaskadenartiger Prozess ist, der sich über Millionen von Jahren durch eine Molekülwolke nach außen ausbreitet. Dies macht den Affenkopfnebel zu einem Schlüsselobjekt für das Verständnis, wie sich Sternentstehungsregionen im Laufe der Zeit entwickeln.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field Camera 3 (WFC3) im nahen Infrarotwellenlängenbereich im Rahmen der Beobachtungen zum 24-jährigen Jubiläum des Teleskops aufgenommen. Die Infrarotfilter (F110W und F160W) durchdringen die staubigen Strukturen, die für sichtbares Licht undurchsichtig sind, und bringen die eingebetteten jungen Sternobjekte zum Vorschein, die in den Säulen verborgen sind. Das resultierende Bild wurde als Falschfarbenkomposit verarbeitet, bei dem kürzere Infrarotwellenlängen blau und längere Wellenlängen rot erscheinen. Diese Farbkartierung hebt Temperatur- und Dichteschwankungen innerhalb der Staubstrukturen hervor und ermöglicht es Astronomen, zwischen Vordergrundsternen und physisch im Nebel eingebetteten Objekten zu unterscheiden.
Ort im Universum
Konstellation
Orion
Entfernung von der Erde
6.400 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Der Affenkopfnebel war Gegenstand der Bildveröffentlichung zum 24-jährigen Jubiläum von Hubble im Jahr 2014 – diese Infrarotansicht wurde speziell ausgewählt, um die Fähigkeit des Teleskops zu demonstrieren, durch kosmischen Staub zu blicken.
- 2
NGC 2174 hat einen Durchmesser von etwa 40 Lichtjahren und ist damit groß genug, dass das Licht selbst vier Jahrzehnte brauchen würde, um von einer Seite zur anderen zu gelangen.
- 3
Der Nebel befindet sich am Rand einer riesigen Molekülwolke, die genug Gas enthält, um Tausende von Sternen zu bilden, obwohl nur ein kleiner Teil dieser Materie tatsächlich kollabiert und neue Sternsysteme entstehen lässt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



