Thackerays Globuli (Dunkler Nebel / Bok-Globuli), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 11
Februar 11Dunkler Nebel / Bok-GlobuliNebel

Thackerays Globuli

Beobachtet im Jahr 2001

Über dieses Bild

Diese detaillierte Ansicht von Thackerays Globuli in der Sternentstehungsregion IC 2944 zeigt die komplizierte Struktur dieser dichten, dunklen Staubwolken, die sich als Silhouette vor einem leuchtenden Vorhang aus leuchtendem Gas und Sternen abheben. Benannt nach dem südafrikanischen Astronomen A.D. Thackeray, der sie 1950 erstmals identifizierte, stellen diese kompakten Molekülwolken einige der dichtesten bekannten Konzentrationen interstellarer Materie dar. Die größte scheinbare Kugel in diesem Bild wurde von Hubble als zwei separate, überlappende Wolken entdeckt, die entlang unserer Sichtlinie zu sehen waren – eine Entdeckung, die unser Verständnis der wahren dreidimensionalen Struktur dieser Objekte veränderte. Die scharfen, dunklen Kanten der Kügelchen bilden einen dramatischen Kontrast zu dem sie umgebenden leuchtenden Wasserstoffgas, das durch die ultraviolette Strahlung nahegelegener massereicher Sterne vom Typ O und B zum Glühen erhitzt wird. Diese dunklen Wächter stehen als Inseln aus kaltem, dichtem molekularem Gas in einem Ozean aus heißem, ionisiertem Plasma, und ihr endgültiges Schicksal – ob sie kollabieren und neue Sterne bilden oder durch Strahlung zerstört werden – bleibt eine der faszinierenden offenen Fragen der Sternastronomie.

Wissenschaftliche Bedeutung

Diese tiefergehende Hubble-Beobachtung der Thackeray-Kügelchen lieferte im Vergleich zur ersten Bildgebung von 1999 verfeinerte Messungen der Massen, Größen und Erosionsraten der Kügelchen. Die höheren Signal-Rausch-Daten bestätigten, dass mehrere der Kügelchen in Zeitskalen von etwa 200.000 Jahren photoverdampft werden, was deutlich kürzer ist als die Zeit des gravitativen freien Falls, die für den Kollaps in Protosterne erforderlich ist. Dieser Befund deutet stark darauf hin, dass diese speziellen Kügelchen zerstört werden, bevor sie Sterne bilden können, was ein wichtiges negatives Ergebnis für getriggerte Sternentstehungsmodelle darstellt. Der Nachweis von Dichteerhöhungen in einigen Kügelchen lässt jedoch die Möglichkeit offen, dass Teile lange genug überleben, um zu kollabieren. Der epochenübergreifende Vergleich zwischen den Beobachtungen von 1999 und 2001 ermöglichte es auch, Obergrenzen für die Eigenbewegungen der Kügelchen relativ zum Hintergrundnebel festzulegen und so ihre dynamischen Wechselwirkungen mit der Umgebung einzuschränken.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) mit tieferen Belichtungen als bei den früheren Beobachtungen von 1999 aufgenommen, wodurch höhere Signal-Rausch-Verhältnisse für die Messung der schwachen ausgedehnten Emission um die Globuli-Grenzen erzielt wurden. Breitband-B-, V- und I-Filter wurden mit schmalbandigen Wasserstoff-Alpha- und Sauerstoff-III-Filtern kombiniert, um die Kontinuums- und Linienemissionskomponenten zu trennen. Die Schmalbanddaten ermöglichten die Messung der Elektronendichte und Temperatur in den ionisierten Grenzschichten der Kügelchen und lieferten wichtige Eingabeparameter für Photoverdampfungsmodelle.

Ort im Universum

Konstellation

Zentaur

Entfernung von der Erde

5.900 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Dieses Hubble-Bild von 2001 verbesserte die Beobachtungen von 1999 durch tiefere Belichtungen, enthüllte noch feinere Details in den Kügelchenoberflächen und entdeckte zusätzliche kleine Knoten aus dichtem Gas, die zuvor ungelöst waren.

  • 2

    IC 2944, der Nebel, der diese Kügelchen beherbergt, wird manchmal als Running Chicken-Nebel oder Lambda-Centauri-Nebel bezeichnet und ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen auf der Südhalbkugel.

  • 3

    Die Innentemperaturen der Kügelchen betragen nur etwa 10–20 Kelvin (-260 °C), was sie zu den kältesten Objekten in der Galaxie macht – fast so kalt wie die kosmische Mikrowellen-Hintergrundstrahlung.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop