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Hubble hat die bemerkenswerte allmähliche Selbstzerstörung des Asteroiden (6478) Gault eingefangen, eines kleinen Felskörpers im Hauptasteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter, der sich langsam auseinanderreißt – nicht durch eine Kollision, sondern durch die subtilen, langfristigen Auswirkungen des Sonnenlichts. Über Millionen von Jahren hinweg hat der sanfte Druck der Sonnenstrahlung die Rotationsgeschwindigkeit des Asteroiden durch einen als YORP-Effekt bekannten Prozess allmählich erhöht und ihn immer schneller rotieren lassen, bis die Zentrifugalkräfte an seiner Oberfläche die schwache Anziehungskraft, die ihn zusammenhält, übersteigen. Staubiges Material, das von der Oberfläche des Asteroiden ausgeschleudert wurde, hat zwei spektakuläre kometenähnliche Schweife gebildet, die sich über eine Länge von etwa 500.000 bzw. 3.000 Meilen erstrecken und ein dramatisches visuelles Schauspiel aus einem ansonsten unauffälligen Weltraumgestein schaffen. Diese Beobachtung bot Astronomen die seltene Gelegenheit, die Zerstörung von Asteroiden in Echtzeit zu beobachten und Aufschluss darüber zu geben, wie sich die Population kleiner Körper im Sonnensystem über Milliarden von Jahren entwickelt und allmählich zerfällt.
Wissenschaftliche Bedeutung
Die Beobachtung des aktiven Zerfalls des Asteroiden Gault lieferte den ersten klaren Echtzeitbeweis dafür, dass der YORP-Effekt einen Asteroiden im Hauptgürtel zerstörte, und bestätigte theoretische Vorhersagen, die seit Jahrzehnten diskutiert wurden. Der YORP-Effekt gilt heute als einer der Hauptmechanismen, der die Größenverteilung von Asteroiden im Sonnensystem beeinflusst und kleine Körper nach und nach dreht, bis sie Masse verlieren oder vollständig fragmentieren. Die Beobachtungen von Hubble ermöglichten es den Astronomen, den Zeitpunkt, die Geschwindigkeit und die Zusammensetzung des ausgestoßenen Staubs zu messen und zeigten, dass Gaults Oberflächenmaterial eher mit gewöhnlichem Silikatgestein als mit einer flüchtigen Zusammensetzung übereinstimmt. Dies schließt eine Ausgasung als Ursache der Aktivität aus und bestätigt die Rotationsstörungshypothese. Das Verständnis der durch YORP verursachten Zerstörung ist für die Bewertung der Asteroidengefahr von entscheidender Bedeutung, da es die Populationsstatistik erdnaher Objekte beeinflusst und dabei hilft, vorherzusagen, welche Asteroiden zukünftige Kollisionsrisiken darstellen könnten.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete den Asteroiden Gault mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) in Breitbandfiltern für sichtbares Licht und verfolgte den Asteroiden, während er sich vor den Hintergrundsternen bewegte. Die scharfe Auflösung von Hubble war entscheidend für die Auflösung der schmalen Staubschweife und deren Trennung vom unaufgelösten Kern des Asteroiden. Mehrere Beobachtungsepochen über mehrere Wochen hinweg ermöglichten es den Astronomen, die Entwicklung der Schweife zu messen und den Zeitpunkt der Staubausstoßereignisse einzuschränken. Farbinformationen aus verschiedenen Filtern lieferten Einschränkungen für die Staubpartikelgrößen und zeigten einen Bereich von feinem Pulver bis hin zu sandkorngroßen Partikeln.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
214 Millionen Meilen (zum Zeitpunkt der Beobachtung)
Lustige Fakten
- 1
Der Asteroid Gault ist nur etwa 2,5 Meilen breit, doch die Staubschweife, die er erzeugt hat, erstrecken sich über Hunderttausende Meilen – wie ein Sandkorn, das eine Spur hinterlässt, die von der anderen Seite eines Fußballstadions aus sichtbar ist.
- 2
Der YORP-Effekt, der Gault zerstört, wirkt unglaublich langsam und braucht Millionen von Jahren, um einen Asteroiden in die Luft zu jagen, ist aber im Laufe der Geschichte des Sonnensystems dafür verantwortlich, unzählige kleine Körper im Asteroidengürtel auseinanderzubrechen.
- 3
Bevor Hubble ihn beim Materialabwurf erwischte, galt Gault seit seiner Entdeckung im Jahr 1988 über 30 Jahre lang als ein ganz gewöhnlicher Hauptgürtel-Asteroid – seine dramatische Verwandlung kam für Astronomen völlig überraschend.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



