
Über dieses Bild
Dieses scharfe Hubble-Bild fängt den Frühling auf der Nordhalbkugel des Mars ein und zeigt den Roten Planeten in atemberaubenden Details aus der Erdumlaufbahn. Die nördliche Polareiskappe, die während des Marswinters dramatisch wächst, wenn Kohlendioxid aus der dünnen Atmosphäre gefriert, hat sich auf ihren verbleibenden Kern aus festem Wassereis mit einem Durchmesser von mehreren hundert Meilen zurückgezogen – eine saisonale Transformation, die jedes Marsjahr stattfindet. Entlang des westlichen Randes des Planeten sind dünne Morgenwolken sichtbar, wo die dünne Marsatmosphäre mit Temperaturänderungen interagiert, wenn der Planet ins Tageslicht rotiert. Das Bild zeigt auch regionale Unterschiede in der Oberflächenalbedo – helle und dunkle Flecken, die verschiedenen Geländetypen entsprechen, vom hellen, staubbedeckten alten Hochland bis zu den dunkleren Vulkanebenen und Felsfreilegungen. Die dünne Atmosphäre des Mars mit einem Oberflächendruck von weniger als 1 % des Erddrucks ist eindeutig transparent genug, damit Hubble Oberflächenmerkmale mit einem Durchmesser von nur 12 Meilen aus einer Entfernung von etwa 60 Millionen Meilen auflösen kann, was die bemerkenswerte Leistungsfähigkeit des Teleskops als Planetenobservatorium demonstriert.
Wissenschaftliche Bedeutung
Die regelmäßige Überwachung des Mars durch Hubble liefert eine unschätzbare Langzeitaufzeichnung der atmosphärischen und Oberflächenveränderungen des Planeten, die die detaillierteren, aber kürzeren Beobachtungen von Marsorbitern und -landern ergänzt. Diese Beobachtung aus dem Jahr 1995 erfasste den Mars in einem Zeitraum zwischen speziellen Marsmissionen und füllte damit eine Lücke in der kontinuierlichen Planetenüberwachung. Hubble-Beobachtungen haben das Wachstum und den Zerfall der polaren Eiskappen über mehrere Marsjahre hinweg dokumentiert, zu unserem Verständnis des globalen Staubkreislaufs beigetragen und Veränderungen in den Oberflächenalbedomustern festgestellt, die durch die Umverteilung des Oberflächenstaubs durch den Wind verursacht werden. Die Fähigkeit, die gesamte sichtbare Hemisphäre gleichzeitig zu beobachten – was von der Umlaufbahn um den Mars aus unmöglich ist – macht Hubble einzigartig geeignet für die Erkennung von Staubstürmen auf dem gesamten Planeten in ihren frühesten Stadien. Diese Beobachtungen dienten auch als Grundwahrheitskalibrierung für historische Teleskopbeobachtungen des Mars und verknüpften Jahrhunderte erdbasierter Beobachtungen mit der modernen Ära der Raumfahrtforschung.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren Breitbandfiltern für sichtbares Licht aufgenommen, die ausgewählt wurden, um verschiedene Oberflächen- und Atmosphärenmerkmale hervorzuheben. Blaue Filter zeigen atmosphärische Dunstwolken und Wolken, grüne Filter liefern die besten Oberflächendetails und rote Filter betonen den Kontrast zwischen hellen, staubbedeckten Regionen und dunkleren Felsfreilegungen. Die Beobachtungen wurden zeitlich so abgestimmt, dass sie mit einer günstigen Oppositionsgeometrie zusammenfielen, als sich der Mars relativ nahe an der Erde befand, wodurch die erreichbare räumliche Auflösung maximiert wurde. Mehrere kurze Belichtungen wurden kombiniert, um ein Signal aufzubauen und gleichzeitig die Rotation des Planeten einzufrieren, die andernfalls Oberflächenmerkmale verwischen würde.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
35 bis 250 Millionen Meilen (variiert)
Lustige Fakten
- 1
Die nördliche Polkappe des Mars besteht aus zwei Komponenten: einem permanenten Kern aus Wassereis mit einem Durchmesser von etwa 600 Meilen und einer viel größeren saisonalen Schicht aus gefrorenem Kohlendioxid (Trockeneis), die jedes Frühjahr sublimiert und die Kappe dramatisch schrumpft.
- 2
Hubble beobachtet den Mars seit über drei Jahrzehnten und erstellt dabei eine Langzeitaufzeichnung von saisonalen Veränderungen, Staubstürmen und atmosphärischen Phänomenen, die kein Mars-Orbiter hinsichtlich der bloßen Beobachtungsdauer erreichen könnte.
- 3
Die in diesem Bild sichtbaren dunklen Markierungen auf dem Mars wurden von Astronomen des 19. Jahrhunderts einst für Vegetation gehalten, die ihre jahreszeitlichen Veränderungen als Beweis dafür interpretierten, dass die Pflanzenwelt auf dem Mars auf die Jahreszeiten reagierte.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



