Galaktisches Zentrum (Galaktisches Zentrum), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 28
Februar 28Galaktisches ZentrumWeitere Objekte

Galaktisches Zentrum

Beobachtet im Jahr 2008

Über dieses Bild

Dieses Infrarotbild blickt in das turbulente Herz unserer Milchstraße und zeigt eine dichte und chaotische Population massereicher Sterne und komplexer Strukturen im heißen ionisierten Gas, das um den galaktischen Kern wirbelt. Das Zentrum der Milchstraße liegt etwa 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schütze und ist normalerweise vor optischen Teleskopen durch dicke Vorhänge aus interstellarem Staub verborgen, der sichtbares Licht absorbiert. Allerdings dringt Infrarotstrahlung durch diesen Staub und ermöglicht es Hubble, die überfüllte Sternumgebung um Sagittarius A*, das supermassereiche Schwarze Loch, das unsere Galaxie verankert, zu enthüllen. Das Bild zeigt Bögen und Filamente aus ionisiertem Gas, die durch starke Magnetfelder und Sternwinde der vielen massereichen, heißen Sterne geformt werden, die diese extreme Umgebung bevölkern. Die Sternentstehung schreitet in der Nähe des galaktischen Zentrums trotz der lebensfeindlichen Bedingungen – intensive Strahlung, starke Gezeitenkräfte und starke Magnetfelder – voran, die in den meisten anderen galaktischen Umgebungen die Sternentstehung verhindern würden. Die Sternendichte in dieser Region ist millionenfach größer als in unserer Sonnenumgebung.

Wissenschaftliche Bedeutung

Hubbles Infrarotbeobachtungen des galaktischen Zentrums waren für das Verständnis der extremen Sternumgebung in der Nähe eines supermassiven Schwarzen Lochs von entscheidender Bedeutung. Die entdeckte Population massereicher Sterne im zentralen Parsec umfasst den Arches-Cluster und den Quintuplet-Cluster – zwei der massereichsten und dichtesten jungen Sternhaufen in der gesamten Galaxie. Das Vorhandensein junger, massereicher Sterne so nahe am supermassereichen Schwarzen Loch stellt eine erhebliche theoretische Herausforderung dar, da die extremen Gezeitenkräfte verhindern sollten, dass Molekülwolken durch herkömmliche Mechanismen kollabieren und Sterne bilden. Dieses „Paradoxon der Jugend“ hat die Entwicklung alternativer Sternentstehungsszenarien angeregt, einschließlich spiralförmiger Scheibenfragmentierung und Clustermigrationsmodellen. Die ionisierten Gasstrukturen, einschließlich der thermischen gewölbten Filamente und des zirkumnuklearen Rings, zeichnen das komplexe Zusammenspiel zwischen Sternwinden, Magnetfeldern und dem Gravitationseinfluss des zentralen Schwarzen Lochs nach. Diese Beobachtungen liefern einen wesentlichen Kontext für die Interpretation galaktischer Kerne in externen Galaxien.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Nahinfrarotkamera und Multiobjektspektrometer (NICMOS) bei Wellenlängen zwischen 1,1 und 1,9 Mikrometern aufgenommen, wobei Infrarotlicht die etwa 25 Größenordnungen der visuellen Auslöschung durch eindringenden Staub durchdringen kann. Die NICMOS-Beobachtungen erreichten eine Winkelauflösung von etwa 0,2 Bogensekunden, was etwa 0,025 Parsec in der Entfernung des galaktischen Zentrums entspricht. Mehrere Ausrichtungen wurden mosaikartig zusammengefügt, um die zentralen paar Parsecs der Galaxie abzudecken. Die Nahinfrarotfilter wurden ausgewählt, um zwischen der Wasserstoffrekombinationslinienemission von ionisiertem Gas und der Kontinuumsemission von Sternen zu unterscheiden und so die Trennung der Stern- und Gaskomponenten zu ermöglichen.

Ort im Universum

Konstellation

Schütze

Entfernung von der Erde

26.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Das supermassive Schwarze Loch Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße hat eine Masse von etwa vier Millionen Sonnenmassen und ist dennoch so kompakt, dass es in die Umlaufbahn des Merkur passen würde.

  • 2

    Sterne in der Nähe des galaktischen Zentrums umkreisen das supermassereiche Schwarze Loch mit Geschwindigkeiten von über 5.000 Kilometern pro Sekunde – schnell genug, um in weniger als einer Sekunde von New York nach Los Angeles zu reisen.

  • 3

    Die Sterndichte in der Nähe des galaktischen Zentrums ist so extrem, dass, wenn sich unser Sonnensystem dort befände, der Nachthimmel über eine Million Sterne enthalten würde, die mit bloßem Auge sichtbar sind, verglichen mit den etwa 5.000, die wir von der Erde aus sehen können.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop