Kleiner Geisternebel (Planetarischer Nebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Februar 27
Februar 27Planetarischer NebelPlaneten

Kleiner Geisternebel

Beobachtet im Jahr 2002

Über dieses Bild

Der Kleine Geisternebel (NGC 6369) erscheint als kleine, ätherische Wolke, die einen sterbenden Stern umgibt. Sein zartes, gespenstisches Leuchten gibt ihm seinen eindrucksvollen gebräuchlichen Namen. Dieser planetarische Nebel entstand, als ein sonnenähnlicher Stern das Ende seines Lebens erreichte und seine äußeren Gasschichten in den Weltraum ausschlug, wodurch eine expandierende Hülle aus leuchtendem Material um den heißen, kompakten Sternrest in seinem Zentrum entstand. Der Kleine Geist befindet sich im Sternbild Ophiuchus in einer geschätzten Entfernung zwischen 2.000 und 5.000 Lichtjahren und zeichnet sich durch seine nahezu kreisförmige Form und seine komplexe innere Struktur aus, die mehrere konzentrische Hüllen aus Material erkennen lässt, die während verschiedener Phasen des Massenverlusts ausgestoßen wurden. Die blaugrüne Farbe der inneren Region entsteht durch doppelt ionisierte Sauerstoffatome, die unter der intensiven ultravioletten Strahlung des zentralen Weißen Zwergs leuchten, während der rötliche äußere Halo durch das energieärmere Leuchten von Wasserstoff und Stickstoff entsteht. Die geringe Winkelgröße des Nebels machte ihn zu einem herausfordernden, aber lohnenden Ziel für Hubble, dessen hohe Auflösung komplizierte Details enthüllt, die für bodengestützte Teleskope unsichtbar sind, darunter ringartige Strukturen und radiale Filamente, die von der komplexen Dynamik des Todeskampfes des Sterns sprechen.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 6369 liefert wichtige Daten zu den späten Stadien der Sternentwicklung für Sterne mittlerer Masse – solche mit etwa 1 bis 8 Sonnenmassen, die ihr Leben als Weiße Zwerge umgeben von planetarischen Nebeln beenden. Die mehreren konzentrischen Hüllen, die in Hubbles Bild sichtbar sind, zeichnen unterschiedliche Episoden des Massenauswurfs während der asymptotischen Riesenastphase (AGB) des Sterns auf, wenn thermische Impulse in der heliumverbrennenden Hülle des Sterns periodisch einen erhöhten Massenverlust auslösen. Der Abstand und die Dichte dieser Schalen schränken die Interpulsperiode und die Massenverlustrate während der AGB-Phase ein, grundlegende Parameter in Sternentwicklungsmodellen. Die nahezu kreisförmige Symmetrie von NGC 6369 legt nahe, dass der Massenverlust relativ isotrop war, im Gegensatz zu vielen planetarischen Nebeln, die bipolare oder multipolare Morphologien aufweisen, die auf Wechselwirkungen von Doppelsternen oder starke Magnetfelder hinweisen. Dies macht es zu einem wertvollen Vergleichsfall, um zu verstehen, was die verschiedenen Formen planetarischer Nebel bestimmt.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete den Kleinen Geisternebel mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in Schmalbandfiltern, die auf die Emissionslinien Sauerstoff III (501 nm), Wasserstoff-Alpha (656 nm) und Stickstoff II (658 nm) abzielten. Diese drei Filter isolieren die Emission von Gas bei unterschiedlichen Temperaturen und Ionisationszuständen und ermöglichen es Astronomen, die physikalischen Bedingungen im gesamten Nebel abzubilden. Die Sauerstoff-III-Emission verfolgt das heißeste und am stärksten ionisierte Gas, das dem Zentralstern am nächsten ist, während Wasserstoff-Alpha und Stickstoff II kühleres Gas weiter von der ionisierenden Quelle entfernt verfolgen. Das resultierende Farbkomposit zeigt die geschichtete Ionisationsstruktur, die für photoionisierte planetarische Nebel charakteristisch ist.

Ort im Universum

Konstellation

Ophiuchus

Entfernung von der Erde

2.000 bis 5.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der kleine Geisternebel hat seinen gruseligen Namen erhalten, weil er, wenn man ihn durch ein kleines Teleskop betrachtet, wie eine schwache, runde, geisterhafte Erscheinung erscheint, die in der Dunkelheit des Weltraums zu schweben scheint.

  • 2

    Der Zentralstern von NGC 6369 hat eine Oberflächentemperatur von etwa 89.000 °C – etwa 15-mal heißer als die Sonnenoberfläche – ist aber nur etwa so groß wie die Erde, da er seine Masse zu einem unglaublich dichten Weißen Zwerg komprimiert hat.

  • 3

    Planetarische Nebel wie der Kleine Geist sind nach kosmischen Maßstäben vergänglich und überleben nur etwa 20.000 bis 30.000 Jahre, bevor sie sich im interstellaren Medium auflösen – ein bloßer Augenblick im Leben eines Sterns von mehreren Milliarden Jahren.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop