
Über dieses Bild
Die Staubstreifen und Sternhaufen dieser riesigen elliptischen Galaxie, bekannt als Fornax A (NGC 1316), liefern überzeugende Beweise dafür, dass die Galaxie aus einer früheren Verschmelzung zweier gasreicher Galaxien entstanden ist. Komplexe Netzwerke dunkler Staubbahnen ziehen sich durch die glatte Sternhülle der Galaxie – Merkmale, die für eine elliptische Galaxie höchst ungewöhnlich sind und als eindeutiger Beweis für eine relativ junge galaktische Kollision dienen. Fornax A ist auch eine der stärksten Radioemissionsquellen am Himmel und wird von einem supermassereichen Schwarzen Loch in seinem Zentrum angetrieben, das sich aktiv von einfallendem Material ernährt und enorme Strahlen energiereichen Plasmas ausstößt, die weit über die sichtbare Galaxie hinausreichen. Diese Kombination aus Fusionssignaturen und extremer Radioaktivität macht Fornax A zu einem entscheidenden Objekt für das Verständnis, wie Galaxienkollisionen das Wachstum supermassereicher Schwarzer Löcher antreiben.
Wissenschaftliche Bedeutung
Fornax A ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie Galaxienverschmelzungen die Umwandlung von Spiralgalaxien in elliptische Galaxien vorantreiben und gleichzeitig aktive Galaxienkerne mit Energie versorgen. Die markanten Staubstreifen der Galaxie und zahlreiche Kugelsternhaufen mittleren Alters dienen als forensischer Beweis für eine große Verschmelzung, die vor etwa 3 Milliarden Jahren stattfand. Durch diese Fusion wurden große Mengen Gas in Richtung des Zentrums der Galaxie geschleust, das supermassive Schwarze Loch gespeist und die riesigen Radiojets angetrieben, die Fornax A zur vierthellsten Radioquelle am Himmel machen. Die Untersuchung des Kugelsternhaufensystems von Fornax A hat zwei unterschiedliche Populationen entdeckt – alte metallarme Cluster aus den ursprünglichen Vorläufergalaxien und jüngere, metallreichere Cluster, die während des Verschmelzungsereignisses selbst entstanden sind – und liefert damit einen Zeitstrahl der Entstehungsgeschichte der Galaxie. Darüber hinaus wurden die zahlreichen in Fornax A beobachteten Supernovae vom Typ Ia verwendet, um die Beziehung zwischen Leuchtkraft und Entfernung zu kalibrieren, die den Messungen der beschleunigten Expansion des Universums zugrunde liegt.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete Fornax A mithilfe der Advanced Camera for Surveys (ACS) in mehreren optischen Filtern, um ein detailliertes Farbkomposit zu erstellen, das den Kontrast zwischen der glatten darunter liegenden Sternpopulation und den dunklen Staubmerkmalen hervorhebt. Die hohe Winkelauflösung von ACS war entscheidend für die Auflösung einzelner Kugelsternhaufen und junger Sternhaufen, die in den Staubspuren eingebettet sind, und ermöglichte eine Altersbestimmung durch photometrische Analyse. Ergänzende Beobachtungen von Radioteleskopen (einschließlich des Very Large Array und des Australia Telescope Compact Array) kartierten die riesigen Radiokeulen, während Daten des Chandra-Röntgenobservatoriums heißes Gas enthüllten, das mit dem aktiven galaktischen Kern verbunden ist.
Ort im Universum
Konstellation
Fornax
Entfernung von der Erde
60 Millionen Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die Radiojets von Fornax A erstrecken sich über 500.000 Lichtjahre vom Zentrum der Galaxie entfernt – mehr als fünfmal so groß wie der Durchmesser unserer Milchstraße – und machen sie damit zu einer der stärksten Radioquellen im nahen Universum.
- 2
Die Galaxie beherbergte vier beobachtete Typ-Ia-Supernovae (1980, 1981, 2006 und 2012), was sie zu einem der produktivsten Supernovaproduzenten unter den nahegelegenen Galaxien und zu einem wertvollen Kalibrator für die Messung kosmischer Entfernungen macht.
- 3
Die komplexen Staubbahnen, die sich kreuz und quer durch Fornax A ziehen, sind Überreste einer Spiralgalaxie, die vor etwa 3 Milliarden Jahren vernichtet wurde – der Staub ist noch nicht vollständig zerstreut oder zerstört, so dass ein gespenstisches Zeugnis der Verschmelzung erhalten bleibt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



