Kugelsternhaufen NGC 6397 (Kugelsternhaufen), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 3
März 3KugelsternhaufenSternhaufen

Kugelsternhaufen NGC 6397

Beobachtet im Jahr 1994

Über dieses Bild

Dieses Bild zeigt etwa 200 Sterne im Kugelsternhaufen NGC 6397, einem der der Erde am nächsten gelegenen Kugelsternhaufen. Die Dichte dieses besonderen Sternhaufens ist im Vergleich zu seinen dichter gepackten Verwandten bemerkenswert gering, was es Hubble ermöglicht, direkt durch den Sternhaufen zu sehen und weit weiter entfernte Hintergrundgalaxien dahinter aufzulösen. Diese Transparenz ermöglicht einen seltenen klaren Blick durch eine normalerweise undurchdringliche Wand aus Sternenlicht. NGC 6397 ist eine uralte Sternmetropole, in der Hunderttausende Sterne beheimatet sind, die sich vor etwa 13,4 Milliarden Jahren zusammengebildet haben und damit fast so alt sind wie das Universum selbst. Diese Ursterne dienen als kosmische Fossilien und bewahren in ihrer chemischen Zusammensetzung Informationen über die Bedingungen des frühen Universums.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 6397 war ein Eckpfeiler für Studien zur Sternentwicklung, zu Abkühlungssequenzen von Weißen Zwergen und zum Alter des Universums. Als einer der nächstgelegenen Kugelsternhaufen ermöglicht er Hubble die Auflösung einzelner Sterne bis hin zu sehr schwachen Helligkeiten, einschließlich der kühlsten und schwächsten Weißen Zwerge. Die Temperatur und Leuchtkraft dieser alten Weißen Zwerge bieten eine unabhängige Methode zur Schätzung des Alters des Haufens – und damit auch eine Untergrenze für das Alter des Universums. Hubble-Beobachtungen ergaben, dass sich die Weißen Zwerge von NGC 6397 seit etwa 12 Milliarden Jahren abkühlen, was mit anderen Altersschätzungen aus kosmologischen Messungen übereinstimmt. Die im Kern kollabierte Struktur des Clusters macht ihn auch zu einem natürlichen Labor für die Untersuchung der Sterndynamik, einschließlich der Bildung exotischer Doppelsternsysteme, blauer Nachzügler, die durch Sternverschmelzungen entstehen, und Millisekundenpulsaren, die durch Massentransfer von Begleitsternen entstehen. Die geringe Metallizität der Sterne von NGC 6397 deutet darauf hin, dass sie aus nahezu reinem Wasserstoff und Helium entstanden sind und die chemische Signatur des frühen Universums bewahrt haben.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren Breitbandfiltern aufgenommen, die sichtbare Wellenlängen abdecken. Die relativ spärlichen äußeren Regionen des Sternhaufens wurden ins Visier genommen, um die Auflösung einzelner Sterne ohne die starke Überfüllung zu ermöglichen, die Beobachtungen des dichten Kerns erschwert. Durch die Kombination von Bildern in verschiedenen Filtern erstellten Astronomen Farb-Helligkeits-Diagramme, die die Entwicklungsstadien der Sternpopulation des Sternhaufens abbilden, von hellen Roten Riesen oben bis zu schwachen Weißen Zwergen unten. Die durch den Haufen sichtbaren Hintergrundgalaxien boten zufällige Ziele für extragalaktische Studien.

Ort im Universum

Konstellation

Ara

Entfernung von der Erde

7.800 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    NGC 6397 ist einer der beiden der Erde am nächsten gelegenen Kugelsternhaufen, was ihn zu einem idealen Labor für die Untersuchung der alten Sternpopulationen macht, die sich in der ersten Milliarde Jahre nach dem Urknall gebildet haben.

  • 2

    Hubble-Beobachtungen von NGC 6397 entdeckten eine Population schwacher blauer Sterne, die sich als Heliumkern-Weiße Zwerge herausstellten – die ausgebrannten Überreste alter Sterne, die ihre äußeren Schichten an Begleitsterne in nahen Doppelsternsystemen verloren.

  • 3

    Der Sternhaufen hat einen „Kernkollaps“ erlebt, was bedeutet, dass seine Zentralsterne über Milliarden von Jahren durch die Schwerkraft nach innen gesunken sind und trotz des insgesamt lockeren Aussehens seiner äußeren Regionen einen extrem dichten Sternkern gebildet haben.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop