Pluto-System (Zwergplanetensystem), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 2
März 2ZwergplanetensystemPlaneten

Pluto-System

Beobachtet im Jahr 2006

Über dieses Bild

Dieses durch einen Rotfilter aufgenommene Bild zeigt Pluto und drei seiner Satelliten in einem bemerkenswerten Familienporträt des berühmtesten Zwergplaneten des Sonnensystems. Das größte Objekt im Bild ist Pluto selbst, und das zweitgrößte ist sein Riesenmond Charon, der im Verhältnis zu Pluto so groß ist, dass die beiden manchmal als Binärsystem betrachtet werden. Unter ihnen erscheinen zwei kleinere Monde, die durch Hubbles scharfe Sicht sichtbar werden. Diese Beobachtung war Teil einer umfangreichen Kampagne zur Kartierung des Pluto-Systems, bevor die Raumsonde New Horizons von NASA zu ihrem historischen Vorbeiflug eintraf. Sie lieferte entscheidende Daten für die Missionsplanung und zeigte, dass selbst Objekte am äußersten Rand unseres Sonnensystems Überraschungen bereithalten, die darauf warten, entdeckt zu werden.

Wissenschaftliche Bedeutung

Hubbles Beobachtungen des Pluto-Systems waren von entscheidender Bedeutung für die Planung und Durchführung der New Horizons-Mission von NASA, die im Juli 2015 einen historischen Vorbeiflug durchführte. Vor der Ankunft von New Horizons war Hubble das einzige Instrument, das das Satellitensystem von Pluto ausreichend detailliert auflösen konnte, um potenzielle Gefahren und interessante Ziele zu identifizieren. Die Entdeckung der kleinen Monde Nix und Hydra (2005), Kerberos (2011) und Styx (2012) durch Hubble enthüllte ein überraschend komplexes Satellitensystem, das bestehende Modelle zur Entstehung von Objekten im Kuipergürtel in Frage stellte. Die Umlaufdynamik dieses Mehrkörpersystems begrenzte den riesigen Einschlag, der wahrscheinlich vor Milliarden von Jahren Charon und die kleineren Monde hervorbrachte. Hubbles Oberflächenkarten von Pluto waren zwar von begrenzter Auflösung, sagten jedoch die dramatischen Kontraste im Gelände und in der Zusammensetzung korrekt voraus, die New Horizons später bestätigte, einschließlich der mittlerweile berühmten herzförmigen Stickstoffeisebene, die als Tombaugh Regio bekannt ist.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) durch einen Rotfilter (F606W) aufgenommen. Die Beobachtungen erforderten eine äußerst präzise Ausrichtung und lange Belichtungszeiten, um die schwachen Monde im grellen Licht von Pluto selbst zu erkennen. In Plutos enormer Entfernung – damals über 3 Milliarden Meilen – konnte selbst Hubble Pluto nur als kleine Scheibe mit einem Durchmesser von wenigen Pixeln auflösen, doch seine überlegene Winkelauflösung reichte aus, um Charon und die kleineren Satelliten klar vom Primärkörper zu trennen. Mehrere Belichtungen wurden kombiniert, um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern und Artefakte der kosmischen Strahlung zu unterdrücken.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

2,66 bis 4,67 Milliarden Meilen (variiert)

Lustige Fakten

  • 1

    Charon ist im Vergleich zu Pluto so groß – etwa halb so groß wie Pluto –, dass die beiden tatsächlich einen gemeinsamen Schwerpunkt im Raum zwischen ihnen umkreisen, was sie zum einzigen bekannten binären Zwergplanetensystem macht.

  • 2

    Hubble entdeckte 2005 zwei von Plutos kleineren Monden, Nix und Hydra, und später zwei weitere winzige Monde, Kerberos und Styx, womit sich die Gesamtzahl auf fünf bekannte Satelliten erhöht, die diesen fernen Planeten umkreisen.

  • 3

    Als dieses Bild im Jahr 2006 aufgenommen wurde, wurde Pluto noch als Planet eingestuft – die Internationale Astronomische Union stufte ihn später im selben Jahr erneut als Zwergplanet ein, was eine der leidenschaftlichsten öffentlichen Debatten in der Astronomie auslöste.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop