Saturn (Planet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 22
März 22PlanetPlaneten

Saturn

Beobachtet im Jahr 2004

Über dieses Bild

Dieses Bild des Saturn fängt exquisite Details in den Dunst- und Wolkenwolken der Atmosphäre des Planeten mit einer Klarheit ein, die die subtilen Streifen, Sturmmerkmale und Farbvariationen auf der Scheibe des Gasriesen sichtbar macht. Die Sicht ist so scharf, dass sie auch einzelne Ringe im prächtigen Ringsystem des Saturn sichtbar macht und die feine Struktur auflöst, die diese Eisringe zu einem der komplexesten und schönsten Merkmale im Sonnensystem macht. Die Cassini-Teilung – die markante dunkle Lücke, die die hellen A- und B-Ringe trennt – ist deutlich sichtbar, zusammen mit subtileren Lücken und Variationen in der Ringhelligkeit, die Unterschiede in der Partikeldichte und -zusammensetzung widerspiegeln. Der Schatten des Saturn fällt auf die Ringe hinter dem Planeten, während die Ringe wiederum eine dünne Schattenlinie über die Äquatorregion des Saturn werfen und so ein Zusammenspiel von Licht und Geometrie erzeugen, das die dreidimensionale Natur dieses außergewöhnlichen Planetensystems veranschaulicht.

Wissenschaftliche Bedeutung

Hubbles hochauflösende Beobachtungen des Saturn im sichtbaren Licht ermöglichen eine wichtige Langzeitüberwachung der atmosphärischen Dynamik und des Ringsystems des Planeten, die die von Raumfahrzeugmissionen gesammelten Daten ergänzen. Während die Cassini-Mission von 2004 bis 2017 beispiellose Nahaufnahmen des Saturn lieferte, beobachtet Hubble den Planeten in den Jahren zwischen den einzelnen Missionen weiterhin und sorgt so für die Kontinuität der atmosphärischen Aufzeichnungen über die 29,5-jährige Umlaufperiode des Saturn. Diese Beobachtungen verfolgen saisonale Veränderungen in der atmosphärischen Streifenbildung, die Entstehung und Entwicklung großer Sturmsysteme sowie Schwankungen in der Ringhelligkeit, die auf Veränderungen der Partikeleigenschaften im Laufe der Zeit hinweisen können. Hubble hat mehrere bedeutende atmosphärische Ereignisse dokumentiert, darunter den massiven Sturm auf der Nordhalbkugel von 2010–2011, der den gesamten Planeten umkreiste. Die Fähigkeit des Teleskops, Saturn in ultravioletten Wellenlängen zu beobachten, die vom Boden aus nicht zugänglich sind, liefert einzigartige Daten über die Photochemie der oberen Atmosphäre und des Polarlichts, während seine stabile, beugungsbegrenzte Abbildung präzise Messungen von Ringmerkmalen ermöglicht, die Modelle der Ringdynamik und -entwicklung einschränken.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) in Filtern für sichtbares Licht während Saturns Opposition im Jahr 2004 aufgenommen, als der Planet der Erde am nächsten war und vollständig von der Sonne beleuchtet wurde. Das ACS lieferte eine ausreichende Winkelauflösung, um einzelne Ringe innerhalb des Hauptringsystems aufzulösen und subtile atmosphärische Merkmale zu erkennen, darunter kleine Sturmsysteme und Variationen in den zonalen Windbändern. Die Beobachtungen wurden zeitlich so abgestimmt, dass die Ringsichtbarkeit maximiert wurde, da sich Saturn in der Nähe seines maximalen Ringöffnungswinkels befand. Farbinformationen wurden aus mehreren Filterbelichtungen zusammengestellt, um ein Porträt in natürlichen Farben zu erstellen, das dem, was Saturn für das menschliche Auge durch ein ausreichend leistungsstarkes Teleskop aussehen würde, sehr nahe kommt.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

746 Millionen bis 1 Milliarde Meilen (variiert)

Lustige Fakten

  • 1

    Das Ringsystem des Saturn hat zwar einen Durchmesser von bis zu 282.000 Kilometern, ist aber erstaunlich dünn – an den meisten Stellen ist es durchschnittlich nur etwa 10 Meter dick, was ihm Ausmaße verleiht, die mit einem Blatt Papier, das über ein Fußballfeld ausgebreitet ist, vergleichbar sind.

  • 2

    Hubbles Beobachtungen des Saturn im Jahr 2004 erfassten den Planeten nahe seiner maximalen Ringneigung, als die Ringe etwa 26 Grad zur Erde geneigt waren, und lieferten einen der besten Einblicke in die gesamte Ausdehnung und Feinstruktur des Ringsystems.

  • 3

    Die einzelnen in diesem Bild sichtbaren Locken bestehen aus unzähligen Partikeln, die von winzigen Eiskörnern, die kleiner als ein Zuckerwürfel sind, bis hin zu hausgroßen Felsbrocken reichen und alle unabhängig voneinander den Saturn umkreisen wie eine riesige Ansammlung winziger Monde.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop