Kollidierende Galaxien NGC 6745 (Kollidierende Galaxien), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 21
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Kollidierende Galaxien NGC 6745

Beobachtet im Jahr 1996

Über dieses Bild

Diese Ansicht des kollidierenden Galaxiensystems NGC 6745 verdeutlicht die Nachwirkungen einer dramatischen galaktischen Begegnung, die beide Teilnehmer verändert hat. Die größere Spiralgalaxie NGC 6745 verfügt über einen intakten, aber sichtbar verzerrten Kern, während die kleinere, dichtere vorbeiziehende Galaxie das Bild unten rechts verlässt und eine leuchtende Brücke aus gelöstem Gas und neu gebildeten Sternen hinter sich herzieht. Die Kollision hat unauslöschliche Spuren in der Struktur von NGC 6745 hinterlassen – seine einst symmetrischen Spiralarme wurden durch Gezeitenkräfte verformt und gedehnt, und in Regionen, in denen interstellares Gas heftig komprimiert wurde, kommt es zu heftigen Sternentstehungsausbrüchen. Dieses Bild zeigt eine Momentaufnahme der galaktischen Entwicklung in Aktion und zeigt, dass das scheinbar statische Universum, das durch ein Teleskop sichtbar ist, tatsächlich eine dynamische Arena ist, in der Galaxien über Zeitskalen von Hunderten von Millionen Jahren hinweg kollidieren, verschmelzen und sich gegenseitig verändern.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 6745 ist von Bedeutung für die Untersuchung der Physik der Gasdynamik bei Galaxienkollisionen, insbesondere des Kontrasts zwischen dem Verhalten von Sternen und Gas bei solchen Begegnungen. Während Sterne als kollisionsfreie Teilchen fungieren, die unter dem Einfluss des kombinierten Gravitationsfeldes einfach ihre Umlaufbahn ändern, ist interstellares Gas kollidierend und Stößen, Kompression und Strahlungskühlung ausgesetzt. Die Schnittstelle zwischen diesen beiden Verhaltensweisen führt zu vielen der sichtbarsten Auswirkungen von Galaxienkollisionen, einschließlich der ausgelösten Sternentstehung und der Entstehung von Gezeitenschweifen. Die relativ saubere Geometrie von NGC 6745 – mit einer gut definierten Flugbahn des Eindringlings, die im Gezeitenstrom sichtbar ist – macht es zu einem hervorragenden Ziel für hydrodynamische Simulationen, die darauf abzielen, die beobachtete Morphologie und Sternentstehungsmuster zu reproduzieren. Das System bietet auch Beschränkungen für die Rolle des Staudrucks beim Abstreifen von Gas aus der kleineren Galaxie während seines Durchgangs durch das interstellare Medium der größeren Galaxie, ein Prozess, der dem Staudruckabzug ähnelt, der sich auf Galaxien auswirkt, die in massereiche Cluster fallen.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren optischen Breitbandfiltern aufgenommen. Die hohe Winkelauflösung von Hubble war entscheidend für die Auflösung der einzelnen Sternentstehungskomplexe innerhalb der Kollisionszone und die Unterscheidung der feinen morphologischen Details der Gezeitenmerkmale. Die Beobachtungen erfassten sowohl die hellen zentralen Regionen von NGC 6745 als auch die schwächere Gezeitenbrücke, die sich in Richtung des kleineren Begleiters erstreckt. Nachbearbeitungstechniken wurden verwendet, um den Kontrast der schwächsten Gezeitenmerkmale zu verbessern und gleichzeitig die photometrische Genauigkeit der hellen Sternentstehungsregionen zu bewahren, die für die Altersbestimmung der jungen Sternpopulationen erforderlich ist.

Ort im Universum

Konstellation

Lyra

Entfernung von der Erde

206 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Trotz der offensichtlichen Heftigkeit dieser Kollision kollidieren einzelne Sterne in den beiden Galaxien fast nie physisch miteinander – die Räume zwischen den Sternen sind so groß, dass die Galaxien wie zwei Bienenschwärme durcheinander hindurchfliegen, wobei das Gravitationsfeld und nicht direkte Stöße den sichtbaren Schaden verursachen.

  • 2

    Das Gas und der Staub zwischen den Sternen kollidieren, anders als die Sterne selbst, bei Galaxienwechselwirkungen direkt – dies löst die intensiven Ausbrüche der Sternentstehung aus, die als leuchtend blaue Regionen sichtbar sind, da das Gas schockerhitzt und auf extreme Dichten komprimiert wird.

  • 3

    Computersimulationen deuten darauf hin, dass sich die kleinere Galaxie NGC 6745 wahrscheinlich von oberhalb oder unterhalb der Scheibenebene näherte und in einem Winkel durchbrach, der die im Bild sichtbaren asymmetrischen Gezeitenmerkmale erzeugte.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop