Kollidierende Galaxien NGC 6745 (Kollidierende Galaxien), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 20
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Kollidierende Galaxien NGC 6745

Beobachtet im Jahr 1996

Über dieses Bild

Dieses Bild fängt die dramatische Kollision zweier Galaxien bei einem kosmischen Absturz ein, der sich über Hunderte von Millionen Jahren abspielte. Die größere Spiralgalaxie, NGC 6745, verfügt über einen intakten Kern, da sie mit der kleineren, vorbeiziehenden Galaxie interagiert, die sich unten rechts fast außerhalb des Bildes befindet. Die Kollision hat eine heftige Sternentstehung über NGC 6745 ausgelöst, sichtbar als leuchtend blaue Knoten junger, massereicher Sterne, die aus Gas entstanden sind, das durch die gewaltigen Gravitationskräfte der Begegnung komprimiert wurde. Ein langer Strom aus Sternen und Gas verbindet die beiden Galaxien und markiert den Weg des kleineren Eindringlings, als dieser die Scheibe der größeren Galaxie durchschlug. Dieses dramatische Tableau veranschaulicht, wie Galaxienkollisionen zwar im großen Maßstab zerstörerisch sind, aber auch kraftvolle Motoren der Sternentstehung sind und ruhendes Gas in strahlende neue Generationen von Sternen verwandeln.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 6745 ist ein eindrucksvolles Beispiel für eine „Durchflug“-Kollision, bei der eine kleinere Galaxie direkt durch die Scheibe einer größeren Spiralgalaxie geflogen ist, anstatt mit ihr zu verschmelzen. Diese Art der Begegnung unterscheidet sich von den langsamen spiralförmigen Verschmelzungen, die in Systemen wie den Antennengalaxien beobachtet werden, und erzeugt ein charakteristisches Muster ausgelöster Sternentstehung auf dem Weg des Eindringlings. Durch die Kollision entstehen komprimierte Gaswolken entlang der Flugbahn der kleineren Galaxie, wodurch eine lineare Abfolge von Sternentstehungsregionen entsteht, die den Durchgang wie eine Spur kosmischer Fußabdrücke aufzeichnet. Die jungen Sternpopulationen in diesen Regionen liefern eine chronologische Aufzeichnung der Kollision, wobei sich die ältesten Sternhaufen in der Nähe des ursprünglichen Eintrittspunkts befinden und zunehmend jüngere Sternhaufen in Richtung der aktuellen Position der kleineren Galaxie. Dieser Altersgradient ermöglicht es Astronomen, die Geschwindigkeit und Flugbahn der Kollision mit bemerkenswerter Präzision zu messen. NGC 6745 zeigt auch, wie Kollisionen die Morphologie der Galaxie verändern können – die ursprüngliche Spiralstruktur der größeren Galaxie wurde teilweise zerstört und der Gezeitenstrom stellt Material dar, das niemals zur Muttergalaxie zurückkehren wird, wodurch sich deren Masse dauerhaft verringert.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in Breitbandfiltern für sichtbares Licht aufgenommen. Die Beobachtungen lösten die komplexen morphologischen Merkmale auf, die durch die Kollision entstanden waren, darunter die hellen sternbildenden Knoten, den Gezeitenstrom, der die beiden Galaxien verbindet, und die verzerrten Spiralarme von NGC 6745. Die Farbzusammensetzung unterscheidet das blaue Licht junger, massereicher Sterne in den durch die Kollision ausgelösten Sternhaufen vom röteren Licht der älteren, bereits existierenden Sternpopulation. Das kompakte Erscheinungsbild der kleineren Galaxie deutet darauf hin, dass sie während des Durchgangs mehr von ihrer strukturellen Integrität bewahrt hat als die größere Galaxie, was mit ihrer höheren Oberflächendichte übereinstimmt.

Ort im Universum

Konstellation

Lyra

Entfernung von der Erde

206 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Die unten rechts sichtbare kleinere Galaxie hat die Scheibe von NGC 6745 bereits durchquert und entfernt sich nun, wobei sie einen Strom aus Gas und Sternen hinter sich herzieht, der aus der größeren Galaxie gezogen wird – wie ein kosmischer Fahrerfluchtzug, der eine Trümmerspur am Ort des Geschehens hinterlässt.

  • 2

    Die leuchtend blauen Flecken, die über NGC 6745 verstreut sind, sind massive Ansammlungen neugeborener Sterne, die sich in den letzten zehn Millionen Jahren gebildet haben, ausgelöst durch die Passage der kleineren Galaxie, die interstellare Gaswolken auf die für die Sternentstehung kritische Dichte komprimierte.

  • 3

    NGC 6745 wird manchmal auch „Vogelgalaxie“ genannt, weil ihre verzerrte Form mit dem sich zu einer Seite erstreckenden Gezeitenstrom an einen fliegenden Vogel erinnert – ein Spitzname, den Astronomen gegeben haben, die in dieser Szene kosmischer Gewalt eine poetische Form sahen.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop