Galaxie NGC 3310 (Starburst-Galaxie), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den März 13
März 13Starburst-GalaxieGalaxien

Galaxie NGC 3310

Beobachtet im Jahr 1997

Über dieses Bild

In der Starburst-Galaxie NGC 3310 gibt es mehrere hundert Sternhaufen, die in diesem Bild als helle, blaue Klumpen erscheinen, die die Spiralarme der Galaxie mit blendender Intensität nachzeichnen. Diese Galaxie erlebt gerade eine außergewöhnliche Episode der Sternentstehung, die durch eine kürzliche Fusion mit einer kleineren Begleitgalaxie ausgelöst wurde. Durch die Kollision wurden große Mengen Gas in die Spiralarme gepumpt und auf die kritische Dichte komprimiert, die erforderlich ist, um Wellen der Geburt neuer Sterne auszulösen. Der daraus resultierende Starburst hat auf der Oberfläche der Galaxie Ansammlungen heißer, massereicher blauer Sterne erzeugt, wobei jede Ansammlung Tausende bis Millionen junger Sterne enthält, die mit ultravioletter Strahlung leuchten. Die dramatische Umwandlung von NGC 3310 von einer normalen Spiralgalaxie in eine Starburst-Galaxie liefert Astronomen ein anschauliches Beispiel dafür, wie Galaxieninteraktionen die kosmische Entwicklung vorantreiben.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 3310 ist ein Schlüssellabor für die Untersuchung fusionsinduzierter Starbursts, da seine relative Nähe es Hubble ermöglicht, einzelne Sternhaufen in der Scheibe der Galaxie aufzulösen. Durch die Analyse der Farben, Leuchtstärken und räumlichen Verteilung dieser Cluster können Astronomen die Sternentstehungsgeschichte der Galaxie rekonstruieren und bestimmen, wie sich der Starburst im Laufe der Zeit über die Scheibe ausgebreitet hat. Die Altersdatierung der Haufenpopulation hat eine komplexe Geschichte mit mehreren Sternentstehungsausbrüchen offenbart, die zu unterschiedlichen Zeiten im Verlauf der Verschmelzung ausgelöst wurden, was einfache Modelle, die Sternentstehungen als einzelne, augenblickliche Ereignisse behandeln, in Frage stellt. Die Spiralstruktur der Galaxie hat die Verschmelzung weitgehend unversehrt überstanden, was zeigt, dass kleinere Verschmelzungen die Sternentstehungsraten dramatisch steigern können, ohne die Scheibenmorphologie zu zerstören – ein Befund, der Auswirkungen auf das Verständnis hat, wie die Milchstraße auf zukünftige Wechselwirkungen mit ihren eigenen Satellitengalaxien reagieren könnte. NGC 3310 dient auch als nahes Analogon zu Starburst-Galaxien mit hoher Rotverschiebung und ermöglicht detaillierte Studien physikalischer Prozesse, die nur in größeren Entfernungen in ihrer Gesamtheit beobachtet werden können.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren Breitbandfiltern aufgenommen, darunter ultraviolette, blaue, sichtbare und nahinfrarote Wellenlängen. Die Ultraviolettbeobachtungen waren besonders wertvoll für die Identifizierung der jüngsten und heißesten Sternhaufen, deren UV-Emission gegenüber der älteren Sternpopulation dominiert. Die Multiwellenlängen-Photometrie einzelner Sternhaufen ermöglichte die Altersbestimmung durch Vergleich mit Sternpopulationssynthesemodellen und enthüllte die zeitliche Abfolge von Sternentstehungsepisoden. Die Auflösung des WFPC2 ermöglichte es Astronomen, Clustergrößen zu messen und kompakte Sternhaufen von diffuseren Assoziationen zu unterscheiden.

Ort im Universum

Konstellation

Ursa Major

Entfernung von der Erde

46 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Starburst von NGC 3310 wurde durch die Absorption einer kleineren Zwerggalaxie vor etwa 100 Millionen Jahren ausgelöst – die Überreste der Verschmelzung sind immer noch als schwacher Sternenstrom sichtbar, der sich von der Scheibe der Galaxie aus erstreckt.

  • 2

    Die jüngsten Sternhaufen in NGC 3310 sind nur wenige Millionen Jahre alt, während andere mehrere hundert Millionen Jahre alt sind, was zeigt, dass der Starburst in aufeinanderfolgenden Wellen stattgefunden hat und nicht in einem einzigen explosiven Ausbruch.

  • 3

    NGC 3310 bildet etwa zehnmal schneller Sterne als eine normale Spiralgalaxie ihrer Größe und wandelt seinen Gasvorrat so schnell in Sterne um, dass die Starburst-Phase wahrscheinlich innerhalb weniger hundert Millionen Jahre erschöpft sein wird.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop