
Über dieses Bild
Diese Ansicht von Abell 2744 verdeutlicht die außergewöhnliche Vielfalt der Galaxien, die sich innerhalb und hinter diesem massiven Galaxienhaufen befinden. Der Pandora-Cluster enthält mehrere hundert Mitgliedsgalaxien unterschiedlichster Art – von riesigen elliptischen Galaxien mit glatten, konturlosen Profilen bis hin zu blauen Spiralgalaxien, die immer noch aktiv Sterne bilden. Jenseits des Haufens enthüllt die leistungsstarke Gravitationslinse eine Schatzkammer von Hintergrundgalaxien in sehr unterschiedlichen kosmischen Entfernungen, deren Bilder durch die verzerrte Raumzeit um den Haufen herum in Bögen, Streifen und Mehrfachkopien verzerrt sind. Die tiefe Hubble-Bildgebung erfasst Galaxien aus über 12 Milliarden Jahren kosmischer Geschichte in einem einzigen Bild und macht Abell 2744 zu einem der informationsreichsten Himmelsflecken, die jemals beobachtet wurden.
Wissenschaftliche Bedeutung
Die gesammelten Beobachtungen von Abell 2744 haben es zu einer der am besten charakterisierten Gravitationslinsen am Himmel gemacht. Präzise Massenmodelle des Haufens ermöglichen es Astronomen, die Linsenverzerrung zu korrigieren und die wahren Formen, Größen und Leuchtstärken von Hintergrundgalaxien wiederherzustellen und so eine unvoreingenommene Zählung der Population entfernter Galaxien zu ermöglichen. Studien mit diesem Cluster haben die ultraviolette Leuchtkraftfunktion von Galaxien während der Epoche der Reionisierung gemessen und so die Rolle früher Galaxien bei der Ionisierung des intergalaktischen Mediums eingegrenzt. Die Vielfalt der Linsenkonfigurationen – von starker Linsenbildung in der Nähe des Clusterkerns bis hin zu schwacher Linsenbildung in den Außenbezirken – liefert ergänzende Informationen über die Massenverteilung bei verschiedenen Radien und ermöglicht detaillierte Tests von Haloprofilen dunkler Materie, die durch kosmologische Simulationen vorhergesagt wurden.
Beobachtungsdetails
Bei dieser Beobachtung wurden Hubbles Advanced Camera for Surveys und die Wide Field Camera 3 in einem sorgfältig entwickelten Filtersatz verwendet, der vom ultravioletten bis zum nahinfraroten Wellenlängenbereich reicht. Die breite Wellenlängenabdeckung war für die Bestimmung der photometrischen Rotverschiebung der Linsengalaxien von entscheidender Bedeutung, da sich die spektrale Energieverteilung systematisch mit der Entfernung verschiebt. Die Bildtiefe erreichte in mehreren Bändern die 29. Magnitude und reichte aus, um Galaxien zu erkennen, die etwa eine Milliarde Mal schwächer sind als die schwächsten Sterne, die mit bloßem Auge sichtbar sind. Die Datenverarbeitung umfasste die sorgfältige Entfernung von Intracluster-Licht – dem diffusen Leuchten von Sternen, die aus Clustergalaxien entfernt wurden –, um die schwächsten Hintergrundquellen aufzudecken.
Ort im Universum
Konstellation
Bildhauer
Entfernung von der Erde
3,5 Milliarden Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die in diesem einzelnen Hubble-Bild sichtbaren Galaxien erstrecken sich über einen weiten Bereich kosmischer Entfernungen – von relativ nahen Objekten, die einige hundert Millionen Lichtjahre entfernt sind, bis hin zu einigen der am weitesten entfernten Galaxien, die jemals entdeckt wurden, über 13 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt.
- 2
Abell 2744 ist so massiv, dass es das Licht von Hintergrundgalaxien in messbaren Winkeln beugt und so verzerrte Bilder erzeugt, die Astronomen rückentwickeln können, um die unsichtbare dunkle Materie im gesamten Galaxienhaufen abzubilden.
- 3
Das heiße Gas zwischen den Galaxien in Abell 2744 erreicht Temperaturen von über 100 Millionen Grad Celsius und sendet Röntgenstrahlen aus, die das Chandra-Weltraumteleskop detailliert kartiert hat, um Hubbles optische Sicht zu ergänzen.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



