
Über dieses Bild
Dieses Bild zeigt Saturn, wie das prächtige Ringsystem des Planeten von der Kante zur Erde erscheint, eine geometrische Ausrichtung, die etwa alle 15 Jahre auftritt, wenn unser Planet die Ebene der Saturnringe durchquert. Während dieser Ringebenenkreuzungen verschwinden die normalerweise blendenden Ringe praktisch, weil sie unglaublich dünn sind – weniger als 100 Meter dick, obwohl sie einen Durchmesser von über 280.000 Kilometern haben. Diese Beobachtung aus dem Jahr 1995 erfasste Saturn in diesem seltenen Moment und zeigte die Ringe als dünne helle Linie, die die Scheibe des Planeten halbiert. Die hellen Punkte, die in der Nähe von Saturn sichtbar sind, gehören zu den vielen Monden des Planeten, die leichter zu erkennen sind, wenn die überwältigende Blendung der Ringe minimiert wird. Dieses Ereignis bot Astronomen eine einzigartige Gelegenheit, die schwachen inneren Saturnmonde und die vertikale Struktur des Rings zu untersuchen.
Wissenschaftliche Bedeutung
Ringebenenkreuzungsereignisse bieten einzigartige wissenschaftliche Möglichkeiten, die zu keinem anderen Zeitpunkt während der 29,5-jährigen Umlaufbahn des Saturn wiederholt werden können. Wenn die Ringe von der Kante angeordnet sind, nimmt ihre enorme Oberflächenhelligkeit dramatisch ab, sodass schwache Objekte erkannt werden können, die normalerweise im grellen Licht verloren gehen – darunter kleine eingebettete Monde, schwache Ringbögen und die vertikale Struktur der Ringebene. Die Überquerung des Mondes im Jahr 1995 war die erste, die mit der überlegenen Auflösung von Hubble beobachtet wurde. Sie ermöglichte die Entdeckung bisher unbekannter kleiner Monde und den Nachweis von schwachem Ringmaterial, das sich über und unter der Hauptringebene erstreckt. Diese Beobachtungen lieferten auch genaue Messungen der Ringdicke und der Orte vertikaler Krümmungen, die durch den Gravitationseinfluss nahegelegener Monde verursacht wurden. Die Daten trugen zum Verständnis der Ringdynamik bei, einschließlich der Prozesse, die die extreme Dünnheit der Ringe trotz anhaltender Störungen aufrechterhalten.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete die Überquerung der Ringebene des Saturn mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren optischen Filtern. Die Beobachtungen wurden sorgfältig um den genauen Zeitpunkt der Überfahrt herum geplant, wobei Bilder vor, während und nach der Überquerung aufgenommen wurden, um die sich ändernde Geometrie zu verfolgen. Der dramatische Rückgang der Ringhelligkeit während der Überquerung erforderte längere Belichtungszeiten, um das schwache Licht der Ringebene und alle eingebetteten Objekte zu erkennen. Mehrere Belichtungen wurden kombiniert, um das Signal-Rausch-Verhältnis zu verbessern und gleichzeitig die Bewegung des Saturn über den Himmel zu verfolgen. Die resultierenden Bilder zeigten die Ringe als extrem dünne Lichtlinie und erfassten mehrere Saturnmonde in verschiedenen Umlaufbahnpositionen.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
746 Millionen bis 1 Milliarde Meilen (variiert)
Lustige Fakten
- 1
Saturnringe sind im Verhältnis zu ihrer Breite außerordentlich dünn – wenn das Ringsystem auf den Durchmesser eines Fußballfeldes geschrumpft würde, wäre es dünner als eine Rasierklinge, typischerweise weniger als 30 Fuß dick.
- 2
Überquerungen der Ringebene sind die besten Zeiten, um neue kleine Saturnmonde zu entdecken, da die Blendung der Ringe minimiert wird. Tatsächlich wurden mehrere der kleineren Saturnmonde erstmals bei solchen Ereignissen gesichtet.
- 3
Saturnringe bestehen aus Milliarden von Partikeln, deren Größe von winzigen Körnern bis hin zu hausgroßen Brocken reicht. Sie bestehen fast ausschließlich aus Wassereis mit geringen Mengen an Gesteinsverunreinigungen und sind möglicherweise nur 100 Millionen Jahre alt – viel jünger als der Planet selbst.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



