
Über dieses Bild
Im Jahr 1994 nahm Hubble ein beeindruckendes Bild von Jupiter auf, das den Schatten seines Vulkanmondes Io zeigte, der über die gebänderten Wolkendecken des Planeten zog. Der kleine, perfekt kreisförmige Schatten, den Io warf, bewegte sich stetig über Jupiters Gesicht und erzeugte eine natürliche Sonnenfinsternis, die von der oberen Atmosphäre des Riesenplaneten aus sichtbar war. Diese Beobachtung zeigte die dynamische Natur des Jupitersystems, in dem die vier galiläischen Monde – Io, Europa, Ganymed und Callisto – von der Erde aus gesehen regelmäßig vor und hinter dem Planeten vorbeiziehen. Das Bild hob auch die komplexe atmosphärische Struktur Jupiters hervor, mit feinen Details, die in den abwechselnden hellen Zonen und dunklen Gürteln sichtbar sind, die den Planeten umgeben und jeweils von starken Jetstreams und komplexen Konvektionsprozessen angetrieben werden.
Wissenschaftliche Bedeutung
Hubbles Beobachtung des Schattentransits von Io über Jupiter im Jahr 1994 diente mehreren wissenschaftlichen Zwecken. Die genaue Zeiteinteilung und Positionierung von Satellitenschattenereignissen ermöglicht die Verfeinerung der Orbitalephemeriden der Jupitermonde, die für die Planung von Vorbeiflügen von Raumfahrzeugen und die Untersuchung der Gezeitendynamik des Jupitersystems unerlässlich sind. Der Schatten selbst fungiert als natürliche Sonde der oberen Atmosphäre des Jupiter: Durch die Analyse, wie der Rand des Schattens bei verschiedenen Wellenlängen erscheint, können Wissenschaftler auf die Streueigenschaften und die vertikale Struktur der Wolkenschichten schließen. Diese besondere Beobachtung fand im selben Jahr statt, in dem der Komet Shoemaker-Levy 9 mit Jupiter kollidierte, was 1994 zu einem Meilenstein für die Jupiter-Wissenschaft machte, der ein beispiellos detailliertes Bild der Atmosphäre des Planeten lieferte.
Beobachtungsdetails
Hubble nutzte die Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2), um Jupiter in mehreren optischen Filtern einzufangen und atmosphärische Merkmale aufzulösen, die nur wenige hundert Kilometer von der Erdumlaufbahn entfernt sind. Die Beobachtungen erforderten ein präzises Timing, um Ios Schatten an der gewünschten Position auf der Jupiterscheibe einzufangen. Kurze Belichtungszeiten wurden verwendet, um die Rotation des Planeten einzufrieren, was aufgrund der schnellen 10-stündigen Rotationsperiode des Jupiter die Oberflächenmerkmale in nur wenigen Minuten merklich verschiebt. Die resultierende Farbkomposition kombinierte blaue, grüne und rote Filterbilder, um eine nahezu farbgetreue Darstellung des Erscheinungsbilds des Planeten zu erzeugen.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
477 Millionen Meilen (zum Zeitpunkt der Beobachtung)
Lustige Fakten
- 1
Io ist der vulkanisch aktivste Körper im Sonnensystem mit über 400 aktiven Vulkanen, die durch die starke Gezeitenerwärmung angetrieben werden, während die immense Schwerkraft des Jupiter das Mondinnere beugt und verformt.
- 2
Schattentransite der Jupitermonde wurden in der Vergangenheit zur Berechnung der Lichtgeschwindigkeit herangezogen – Ole Romer schätzte sie erstmals im Jahr 1676, indem er Verzögerungen bei den Finsternissen von Io bei unterschiedlichen Entfernungen zwischen Erde und Jupiter schätzte.
- 3
Jupiters atmosphärische Bänder rotieren mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, wobei äquatoriale Winde Geschwindigkeiten von über 400 Meilen pro Stunde erreichen und die Scherkräfte erzeugen, die die vielen Wirbel und Stürme auf dem Planeten erzeugen.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



