Komet ISON (Komet), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Mai 8
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Komet ISON

Beobachtet im Jahr 2013

Über dieses Bild

Als Hubble dieses bemerkenswerte Bild aufnahm, raste Komet ISON (offiziell als C/2012 S1 bezeichnet) mit atemberaubenden 48.000 Meilen pro Stunde auf die Sonne zu. Der Komet befand sich 403 Millionen Meilen von der Erde entfernt, zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter, wies jedoch bereits eine gut entwickelte staubige Koma und einen entstehenden Schweif auf. Der Komet ISON wurde im September 2012 von den russischen Astronomen Vitali Nevski und Artyom Novichonok mithilfe des International Scientific Optical Network entdeckt und aufgrund seiner Flugbahn, die ihn der Sonne außerordentlich nahe bringt, weithin als potenzieller Komet des Jahrhunderts gepriesen. Hubbles Bild zeigte, dass der eisige Kern des Kometen nicht größer als fünf bis sechs Kilometer im Durchmesser war und von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben war, die sich etwa 5.000 Kilometer vom Kern entfernt erstreckte.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Komet ISON bot eine seltene Gelegenheit, einen dynamisch neuen Kometen zu untersuchen – einen Kometen, der von der Oortschen Wolke aus zum ersten Mal das innere Sonnensystem durchquert. Solche unberührten Kometen bewahren Urmaterial aus dem Sonnennebel, der sich vor 4,6 Milliarden Jahren gebildet hat, und bieten im Wesentlichen eine gefrorene Probe der chemischen Bedingungen, die zur Entstehung unseres Sonnensystems geführt haben. Da ISON noch nie zuvor von der Sonne erhitzt worden war, wurde erwartet, dass seine Oberflächeneise und Staubkörner durch frühere Perihelpassagen unverändert blieben, was sein Ausgasungsverhalten zu einem direkten Beweis für die ursprüngliche Zusammensetzung machte. Die letztendliche Zerstörung des Kometen während seiner Annäherung an die Sonne lieferte wertvolle wissenschaftliche Daten über die strukturelle Integrität von Kometenkernen unter extremer thermischer und Gezeitenbelastung. Beobachtungen mit mehreren Wellenlängen verfolgten die Aktivität von ISON von der Entdeckung bis zum Zerfall und erstellten einen der umfangreichsten Datensätze, die jemals für einen sonnenstreifenden Kometen zusammengestellt wurden.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde am 10. April 2013 mit Hubbles Wide Field Camera 3 (WFC3) in Filtern für sichtbares Licht aufgenommen, als der Komet etwa 386 Millionen Meilen von der Sonne entfernt war. Hubbles Auflösung ermöglichte es Astronomen, die Ausdehnung der Koma zu messen und die Kerngröße auf einen Durchmesser von weniger als sechs Kilometern zu beschränken. Die blaugrüne Farbe der Koma entsteht durch die Fluoreszenz von zweiatomigen Kohlenstoff- (C2) und Cyanogen-Molekülen (CN), die durch sublimierendes Eis freigesetzt werden. Hubble maß auch die Staubproduktionsrate, indem es das Oberflächenhelligkeitsprofil der Koma analysierte. Dabei zeigte sich, dass ISON bereits aktiv Material abgab, lange bevor es den Asteroidengürtel erreichte.

Ort im Universum

Konstellation

N/A (Sonnensystem)

Entfernung von der Erde

403 Millionen Meilen von der Erde entfernt (zum Zeitpunkt der Aufnahme)

Lustige Fakten

  • 1

    Der Komet ISON war ein sonnenstreifender Komet, der am 28. November 2013 in einer Entfernung von 730.000 Meilen an der Sonnenoberfläche vorbeiflog, doch die intensive Sonnenhitze und die Gezeitenkräfte lösten ihn vollständig auf und hinterließen nur eine verblassende Staubspur.

  • 2

    ISON entstand in der Oortschen Wolke, einer riesigen kugelförmigen Hülle aus Eiskörpern, die sich etwa zwei Lichtjahre von der Sonne entfernt erstreckt, und war vor seiner Entdeckung im Jahr 2012 Millionen von Jahren in Richtung des inneren Sonnensystems gereist.

  • 3

    Hubbles Beobachtungen ergaben, dass der Komet ISON etwa 112.000 Pfund Staub pro Minute abstieß, selbst als er noch Hunderte Millionen Meilen von der Sonne entfernt war, was auf eine äußerst flüchtige Oberfläche voller Kohlendioxideis hindeutet.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop