Nebel NGC 1748 (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Mai 21
Mai 21EmissionsnebelNebel

Nebel NGC 1748

Beobachtet im Jahr 2000

Über dieses Bild

Extrem intensive Strahlung neu geborener, ultraheller Sterne hat eine leuchtende, kugelförmige Blase in den Nebel NGC 1748 geblasen, der sich in der Großen Magellanschen Wolke etwa 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Der durchschnittlich aussehende Stern im Zentrum der Blase ist etwa 30-mal massereicher und fast 200.000-mal heller als unsere Sonne. Dieser junge, massereiche Stern treibt starke Sternwinde an und durchflutet seine Umgebung mit ultravioletter Strahlung, wodurch in der dichteren Molekülwolke ein sich ausdehnender Hohlraum aus heißem, ionisiertem Gas entsteht. NGC 1748 ist Teil eines größeren Sternentstehungskomplexes in der Großen Magellanschen Wolke, wo Bedingungen mit geringerer Metallizität im Vergleich zur Milchstraße die Effizienz und den Charakter der Sternentstehung auf eine Weise beeinflussen, die Astronomen hilft, die Sternentstehung in verschiedenen galaktischen Umgebungen zu verstehen.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 1748 ist ein klares Beispiel dafür, wie die massereichsten Sterne ihre Umgebung durch Strahlung und mechanische Rückkopplung umgestalten. Die in diesem Bild sichtbare kugelförmige Blase ist ein vom Wind verwehter Hohlraum, der entsteht, wenn der starke Sternwind des Zentralsterns umgebendes interstellares Material in eine dünne, dichte Hülle fegt. Das Verständnis dieser Rückkopplungsprozesse ist wichtig, da sie die Effizienz der Sternentstehung in Molekülwolken regulieren – durch die Verteilung oder Kompression von Gas bestimmen massereiche Sterne, wie viele nachfolgende Sterne sich in ihrer Nähe bilden können. Die Lage von NGC 1748 in der Großen Magellanschen Wolke mit seiner geringeren Metallizität macht es besonders wertvoll für Tests, ob Rückkopplungsprozesse in metallarmen Umgebungen anders ablaufen – Bedingungen, die im früheren Universum häufiger vorkamen, als Galaxien noch nicht durch Generationen stellarer Nukleosynthese angereichert worden waren.

Beobachtungsdetails

Hubble hat NGC 1748 mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in einer Kombination aus Schmalband- und Breitbandfiltern aufgenommen. Der Schmalband-Wasserstoff-Alpha-Filter isolierte die Emission von ionisiertem Wasserstoffgas und zeichnete deutlich die Blasenstruktur und die Ionisationsfront an ihrer expandierenden Grenze auf. Breitbandfilter im visuellen und roten Wellenlängenbereich erfassten die Sternpopulation und die Staubstrukturen innerhalb und um den Nebel. Die Beobachtungen lösten einzelne Sterne innerhalb und um die Blase bis hin zu ungefähr der Sonnenleuchtkraft in der Entfernung der Großen Magellanschen Wolke auf.

Ort im Universum

Konstellation

Dorado

Entfernung von der Erde

160.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der zentrale Stern, der die Blase von NGC 1748 antreibt, ist so leuchtend, dass er, wenn er unsere Sonne ersetzen würde, von Pluto aus gesehen fast so hell wie der Vollmond erscheinen würde – über 200.000 Mal heller als unser eigener bescheidener Stern.

  • 2

    Die vom Zentralstern in NGC 1748 geblasene Blase dehnt sich mit mehreren zehn Kilometern pro Sekunde aus und reißt das umgebende Gas in eine dichte Hülle, in der sich schließlich aus dem komprimierten Material neue Sterne bilden können.

  • 3

    Die Große Magellansche Wolke, Heimat von NGC 1748, wird durch die Schwerkraft der Milchstraße langsam auseinandergerissen und verzehrt, wobei bereits Gasströme aus der Satellitengalaxie in den Halo unserer eigenen Galaxie gezogen werden.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop