Kegelnebel (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Mai 11
Mai 11EmissionsnebelNebel

Kegelnebel

Beobachtet im Jahr 2002

Über dieses Bild

Dieses Bild zeigt die Spitze des Kegelnebels, einer hoch aufragenden Säule aus kaltem molekularem Gas und Staub in der Sternentstehungsregion NGC 2264 im Sternbild Monoceros. Diese konische Säule erstreckt sich über eine Länge von sieben Lichtjahren und ist nur ein kleiner Teil eines viel größeren Sternentstehungskomplexes. Die Form der Säule wird durch die intensive ultraviolette Strahlung und die starken Sternwinde heißer, massereicher Sterne geformt, die sich direkt hinter dem oberen Bildrand befinden. Diese energetischen Kräfte erodieren langsam die Oberfläche des Nebels und führen dazu, dass er sich alle Millionen Jahre mit einer Geschwindigkeit von etwa einem halben Lichtjahr zurückzieht. Der rötliche Schleier, der die Säule umgibt, besteht aus leuchtendem Wasserstoffgas, das von nahen Sternen erhitzt wird, während das dunkle Innere kalt genug bleibt, damit sich in seinem dichten molekularen Kern neue Sterne bilden können.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Kegelnebel ist eines der auffälligsten Beispiele einer Photodissoziationsregion – der Grenze, an der ultraviolette Strahlung massereicher Sterne auf eine dichte Molekülwolke trifft und diese erodiert. Die Untersuchung dieser Grenzflächen ist entscheidend für das Verständnis, wie die Sternentstehung durch die Strahlung nahegelegener massereicher Sterne ausgelöst und beendet wird, ein Prozess, der als Strahlungsrückkopplung bekannt ist. Das Überleben der Säule gegenüber der unerbittlichen Strahlung des NGC 2264-Clusters hängt von ihrer Dichte und Masse ab; Dichtere Regionen widerstehen der Erosion länger, was zu der charakteristischen konischen Form führt. Infrarotbeobachtungen haben eingebettete Protosterne in der Säule entdeckt, was darauf hindeutet, dass die Gaskompression an der Oberfläche der Säule tatsächlich eine neue Generation von Sternentstehung auslösen könnte, selbst wenn die Gesamtstruktur zerstört wird. Der Kegelnebel verkörpert somit die doppelte Natur der Strahlungsrückkopplung – gleichzeitig destruktiv und kreativ.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) mit einer Kombination aus Schmalbandfiltern aufgenommen, die Licht aus Wasserstoff-Alpha- und ionisierten Schwefelemissionen isolieren. Diese Filter offenbaren die Struktur der Oberflächenschicht aus ionisiertem Gas, die die Grenze zwischen der heißen, bestrahlten Außenseite und dem kalten, abgeschirmten Inneren der Säule markiert. Das ACS bot ein Sichtfeld, das groß genug war, um die gesamte Spitze des Kegels in einer einzigen Aufnahme zu erfassen und gleichzeitig die erforderliche Winkelauflösung beizubehalten, um feinskalige Merkmale auf der Oberfläche der Säule aufzulösen, einschließlich kleiner Vorsprünge und eingebetteter Jets von jungen Sternobjekten.

Ort im Universum

Konstellation

Monoceros

Entfernung von der Erde

2.500 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Die Säule des Kegelnebels ist etwa sieben Lichtjahre lang – etwa das 1,6-fache der Entfernung von der Sonne zu ihrem nächsten stellaren Nachbarn, Alpha Centauri – und stellt dennoch nur einen winzigen Bruchteil des riesigen Sternentstehungskomplexes NGC 2264 dar.

  • 2

    Der Kegelnebel wurde erstmals 1785 vom Astronomen William Herschel beobachtet, aber erst Hubbles scharfes Auge enthüllte die unglaublich detaillierte Struktur seiner Oberfläche, einschließlich winziger Streifen und Jets eingebetteter Protosterne.

  • 3

    Im dichten Kern des Kegelnebels sinken die Temperaturen auf nur 10 Grad über dem absoluten Nullpunkt, wodurch Bedingungen entstehen, die kalt genug sind, damit Wasserstoffmoleküle kondensieren und schließlich unter der Schwerkraft kollabieren und neue Sterne bilden können.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop