Schwanennebel (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Mai 30
Mai 30EmissionsnebelNebel

Schwanennebel

Beobachtet im Jahr 1999

Über dieses Bild

Der Schwanennebel, auch bekannt als Messier 17 oder Omega-Nebel, ist eine der leuchtendsten und massereichsten Sternentstehungsregionen unserer Galaxie und liegt etwa 5.500 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schütze. Dieses Hubble-Bild zeigt das turbulente Innere des Nebels in atemberaubenden Details, wo starke Strahlung und Sternwinde von Dutzenden neu geborener massereicher Sterne die umgebende Molekülwolke in dramatische Grate, Säulen und wellenartige Formationen formen. Die wellenförmigen Gasmuster wurden geformt und durch einen Strom ultravioletter Strahlung junger, massereicher Sterne beleuchtet, die sich außerhalb des Bildes oben links befinden. Der Schwanennebel enthält schätzungsweise 800 Sonnenmassen ionisierten Gases und beherbergt einen jungen offenen Sternhaufen aus etwa 35 heißen Sternen vom Typ O und B.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Schwanennebel ist eines der führenden Labore für die Untersuchung der Entstehung massiver Sterne und der Wechselwirkung zwischen jungen Sternhaufen und ihren ursprünglichen Molekülwolken. Seine Nähe und Helligkeit ermöglichen es Astronomen, einzelne Strukturen auf Skalen von nur wenigen hundert astronomischen Einheiten aufzulösen und so die Prozesse, die das interstellare Medium formen, in Echtzeit aufzudecken. Die scharfe Grenze zwischen der Region ionisierten Wasserstoffs und der angrenzenden Molekülwolke – bekannt als Photodissoziationsregion – gehört zu den am klarsten definierten Beispielen in der Milchstraße und macht M17 zu einem Referenzobjekt für theoretische Modelle der Ionisationsfrontausbreitung. Der junge Haufen des Nebels liefert ein nahezu vollständiges Beispiel der anfänglichen Massenfunktion von Sternen von den höchsten Massen bis hin zu Braunen Zwergen. M17 weist außerdem eine komplexe Magnetfeldstruktur auf, die die Morphologie der Ionisationsfront beeinflusst.

Beobachtungsdetails

Hubble hat dieses Bild des Schwanennebels mit der Wide Field Planetary Camera 2 und einer Kombination aus Breitband- und Schmalbandfiltern aufgenommen. Die Schmalbandfilter isolierten Emissionen von Wasserstoff-Alpha, ionisiertem Schwefel und doppelt ionisiertem Sauerstoff, die verschiedenen Farbkanälen zugeordnet wurden, um ein Komposit zu erstellen, das die Ionisierungsstruktur und die chemische Schichtung des Nebels offenbart. Das resultierende Bild hebt die scharfe Ionisationsfront hervor, an der die fortschreitende Strahlung auf die dichte Molekülwolke trifft. Hubbles Winkelauflösung enthüllte feinskalige Merkmale, darunter verdampfende Gaskügelchen – kleine dichte Gasklumpen, die durch das intensive Strahlungsfeld photoverdampft werden.

Ort im Universum

Konstellation

Schütze

Entfernung von der Erde

5.500 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Schwanennebel erzeugt mehr ionisierende Strahlung als der berühmte Orionnebel und ist damit eine der hellsten Infrarotquellen am Himmel und ein Kraftwerk hochenergetischer Sternaktivität in unserer galaktischen Nachbarschaft.

  • 2

    Messier 17 enthält eine versteckte Population von über 10.000 jungen Sternen, von denen die meisten noch in der umgebenden Molekülwolke eingebettet und bei optischen Wellenlängen unsichtbar, aber bei Infrarotbeobachtungen nachweisbar sind.

  • 3

    Der Nebel erhält seinen Spitznamen „Schwan“ aufgrund seiner anmutigen gewölbten Form, die in kleinen Teleskopen sichtbar ist, während der alternative Name „Omega-Nebel“ von seiner Ähnlichkeit mit dem griechischen Großbuchstaben Omega bei Betrachtung in bestimmten Ausrichtungen herrührt.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop