Sternentstehungsgebiet N11B (Sternentstehungsregion), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Mai 12
Mai 12SternentstehungsregionNebel

Sternentstehungsgebiet N11B

Beobachtet im Jahr 1999

Über dieses Bild

Diese Panoramaaufnahme zeigt einen schillernden Teppich der Sternentstehung in der als N11B katalogisierten Region in der Großen Magellanschen Wolke, einer Satellitengalaxie der Milchstraße, etwa 160.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Szene ist gefüllt mit leuchtendem Gas, das von intensiver ultravioletter Strahlung beleuchtet wird, dunklen Staubwolken, die das Licht der Hintergrundsterne verdecken, und leuchtenden jungen, heißen Sternen, die kürzlich aus ihren Sternstuben hervorgegangen sind. N11B ist Teil des zweitgrößten Sternentstehungskomplexes in der Großen Magellanschen Wolke und wird nur vom berühmten Tarantelnebel übertroffen. Die Region weist eine reiche Vielfalt interstellarer Strukturen auf, darunter hell umrandete Wolken, kompakte HII-Regionen und dunkle Kügelchen, die möglicherweise die nächste Generation von Protosternen beherbergen.

Wissenschaftliche Bedeutung

N11B bietet ein außergewöhnliches Labor zur Untersuchung der ausgelösten Sternentstehung in einer Umgebung mit anderen chemischen Bedingungen als der Milchstraße. Die Große Magellansche Wolke hat eine Metallizität, die etwa halb so groß ist wie die unserer Galaxie, was bedeutet, dass sie weniger schwere Elemente enthält. Diese geringere Metallizität beeinflusst die Abkühlungsraten von Gaswolken, das Staub-Gas-Verhältnis und letztendlich die Effizienz und den Charakter der Sternentstehung. Durch den Vergleich von Sternentstehungsregionen wie N11B mit ihren Gegenstücken in der Milchstraße können Astronomen quantifizieren, wie Metallizität die anfängliche Massenfunktion des Sterns beeinflusst – die Verteilung der Sternmassen, die in einer einzelnen Episode der Sternentstehung erzeugt werden. Die sequenzielle Auslösung der Sternentstehung, die im gesamten N11-Komplex beobachtet wird, ist eines der deutlichsten Beispiele für sich ausbreitende Sternentstehung, bei der die Energie einer Generation massereicher Sterne das umgebende Material komprimiert, um die nächste Generation zu erzeugen.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in mehreren Schmalband- und Breitbandfiltern aufgenommen. Schmalbandfilter, die Wasserstoff-Alpha-, Sauerstoff- und Schwefel-Emissionslinien isolieren, wurden kombiniert, um ein Farbkomposit zu erzeugen, das die Ionisierungsstruktur des Nebels sichtbar macht. Die Breitbandfilter erfassten die Sternkontinuumsemission und ermöglichten die Identifizierung und Photometrie einzelner Sterne in der Region. In der Entfernung der Großen Magellanschen Wolke entspricht Hubbles Winkelauflösung einer physikalischen Skala von etwa 0,04 Parsec, was ausreicht, um einzelne hell umrandete Wolken und kompakte HII-Regionen aufzulösen.

Ort im Universum

Konstellation

Dorado

Entfernung von der Erde

160.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Die Große Magellansche Wolke, in der sich N11B befindet, ist von der südlichen Hemisphäre aus mit bloßem Auge sichtbar und der Menschheit seit Tausenden von Jahren bekannt. Sie erscheint als schwacher, verschwommener Fleck im Sternbild Dorado.

  • 2

    N11B ist Teil einer Kette von Sternentstehungsregionen, die nacheinander von früheren Generationen massereicher Sterne ausgelöst wurden – jeder Ausbruch der Sternentstehung sendet Stoßwellen aus, die nahegelegene Gaswolken komprimieren und die nächste Episode der Sterngeburt auslösen.

  • 3

    Die heißen jungen Sterne, die N11B erleuchten, haben Oberflächentemperaturen von über 40.000 Grad Celsius, was sie mehr als siebenmal heißer als unsere Sonne und millionenfach leuchtender macht, obwohl sie bereits in wenigen Millionen Jahren ihren Treibstoff verbrennen und als Supernovae explodieren werden.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop