
Über dieses Bild
Dieses Bild der unregelmäßigen Zwerggalaxie I Zwicky 18 verdeutlicht die Gravitationswechselwirkung zwischen dem Hauptkörper der Galaxie und einer kleineren Begleitgalaxie, die oben rechts sichtbar ist. Die beiden Systeme befinden sich in einem kosmischen Tanz, der die Sternentstehungsgeschichte beider Objekte tiefgreifend beeinflusst hat. Gasströme überbrücken die Lücke zwischen ihnen und kanalisieren Material, das in den zentralen Regionen von I Zwicky 18 Ausbrüche neuer Sternentstehung antreibt. Der Begleiter selbst zeigt Anzeichen einer Störung, da seine äußeren Regionen durch die Anziehungskraft der größeren Galaxie gezeitengedehnt werden. Diese Interaktion löste wahrscheinlich die aktuelle intensive Episode der Sternentstehung aus, die I Zwicky 18 mit jungen, heißen blauen Sternen zum Leuchten bringt und zeigt, wie Galaxieninteraktionen ruhende Systeme erwecken und ihre Entwicklungsbahnen dramatisch verändern können.
Wissenschaftliche Bedeutung
Das I Zwicky 18-System bietet eine überzeugende Fallstudie zum Verständnis, wie Gravitationswechselwirkungen die Sternentstehung in Zwerggalaxien vorantreiben. Isolierte Zwerggalaxien im nahen Universum neigen dazu, relativ langsam Sterne zu bilden, aber Begegnungen mit Begleitgalaxien können interstellares Gas komprimieren, Gravitationsinstabilitäten auslösen und intensive Sternexplosionen auslösen. Die Wechselwirkung zwischen I Zwicky 18 und seinem Begleiter demonstriert diesen Prozess in einer relativ reinen chemischen Umgebung, in der sich die Abkühlungsprozesse und Staubbildung aufgrund der geringen Metallizität des Gases erheblich von denen in chemisch stärker angereicherten Galaxien wie der Milchstraße unterscheiden. Durch die Untersuchung, wie die Sternentstehung unter diesen metallarmen Bedingungen abläuft, gewinnen Astronomen Einblicke in die Physik, die die Sternentstehung im frühen Universum regelte, als die meisten Galaxien ähnlich geringe Häufigkeiten schwerer Elemente aufwiesen. Die Gezeitenwechselwirkung testet auch Modelle der dynamischen Reibung und des Orbitalzerfalls in Galaxienpaaren mit geringer Masse.
Beobachtungsdetails
Hubbles Advanced Camera for Surveys (ACS) hat dieses Bild mit einer Kombination aus Breitband- und Schmalbandfiltern aufgenommen. Die Breitbandfilter im sichtbaren Wellenlängenbereich enthüllten die gesamte Sternverteilung und die Morphologie beider Galaxien, während Schmalbandfilter, die auf die Wasserstoff-Alpha-Emission abzielten, Regionen aktiver Sternentstehung hervorhoben, in denen ultraviolette Strahlung junger massereicher Sterne das umgebende Wasserstoffgas ionisiert. Die hohe Winkelauflösung von ACS war entscheidend für die Auflösung einzelner Sternentstehungscluster innerhalb von I Zwicky 18 und für die Unterscheidung der schwachen Gezeitenmerkmale, die die Hauptgalaxie mit ihrer Begleitgalaxie verbinden, von nicht verwandten Hintergrundquellen.
Ort im Universum
Konstellation
Ursa Major
Entfernung von der Erde
59 Millionen Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die mit I Zwicky 18 interagierende Begleitgalaxie ist selbst ein Zwergsystem mit einem Durchmesser von nur wenigen tausend Lichtjahren, doch ihr Gravitationseinfluss reichte aus, um eine der intensivsten Sternentstehungsepisoden auszulösen, die in einer nahegelegenen Zwerggalaxie beobachtet wurde.
- 2
Bei Radiobeobachtungen von neutralem Wasserstoff wurden Gasbrücken entdeckt, die I Zwicky 18 mit seinem Begleiter verbinden. Dies zeigt, dass die beiden Galaxien über Gezeitenströme, die sich über Zehntausende von Lichtjahren erstrecken, Material austauschen.
- 3
Computersimulationen deuten darauf hin, dass der Begleiter im Laufe von Hunderten von Millionen Jahren mehrere enge Vorbeiflüge um I Zwicky 18 gemacht hat, wobei jede Begegnung Gaswolken komprimierte und aufeinanderfolgende Sternentstehungswellen auslöste.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



