Galaxie NGC 6782 (Gesperrte Spiralgalaxie), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Juni 9
Juni 9Gesperrte SpiralgalaxieGalaxien

Galaxie NGC 6782

Beobachtet im Jahr 2001

Über dieses Bild

Diese Spiralgalaxie, NGC 6782, weist eng gewundene Spiralarme und einen spektakulären, fast kreisförmigen hellen Ring um ihren Kern auf, der ein atemberaubendes Himmelsziel darstellt. NGC 6782 liegt etwa 183 Millionen Lichtjahre entfernt im südlichen Sternbild Pavo und ist ein Paradebeispiel für eine Ringspiralgalaxie. Der helle innere Ring ist eine Zone intensiver Sternentstehung, in der Gas durch die Balkenstruktur der Galaxie in eine enge kreisförmige Umlaufbahn gelenkt wurde und sich auf eine Dichte verdichtet, die hoch genug ist, um die Geburt massereicher, leuchtender blauer Sterne auszulösen. Der Ring leuchtet hell im ultravioletten Licht, was darauf hindeutet, dass die Sternentstehung in ihm erst seit einigen zehn Millionen Jahren im Gange ist. Jenseits des Rings erstrecken sich diffusere Spiralarme nach außen, die eine Mischung aus älteren gelb-roten Sternen und verstreuten Regionen neuerer Sternentstehung enthalten, wodurch ein schöner Kontrast zwischen dem aktiven Kern der Galaxie und ihren ruhigeren äußeren Bereichen entsteht.

Wissenschaftliche Bedeutung

NGC 6782 ist eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie galaktische Balken die Umverteilung von Gas und die Konzentration der Sternentstehung in Spiralgalaxien vorantreiben. In Balkengalaxien erzeugt der rotierende längliche Stab Gravitationsdrehmomente, die dem umlaufenden Gas Drehimpuls entziehen und dazu führen, dass es entlang der Vorderkanten des Stabes nach innen strömt. Bei bestimmten Orbitalresonanzradien – bei denen die Umlaufperiode des Gases mit der Rotationsperiode des Balkenmusters übereinstimmt – sammelt sich dieses einströmende Gas zu dichten Ringen an. NGC 6782 demonstriert diesen Prozess spektakulär, indem sein innerer Ring die innere Lindblad-Resonanz des Stabes nachzeichnet. Der scharfe Kontrast zwischen der intensiven blauen Ultraviolettemission des Rings und der röteren Sternpopulation der umgebenden Scheibe zeigt, dass der Ring erst seit einem Bruchteil des Gesamtalters der Galaxie aktiv Sterne bildet. Numerische Simulationen stabgetriebener Gasströme reproduzieren die Ringmorphologie von NGC 6782 bemerkenswert gut und bestätigen unser theoretisches Verständnis der resonanzgetriebenen Sternentstehung in Balkengalaxien.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete NGC 6782 mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) in Ultraviolett-, Blau-, Grün- und Nahinfrarotfiltern. Die Ultraviolettbeobachtungen waren für diese Galaxie von entscheidender Bedeutung, da sie direkt die heißen, massereichen Sterne aufspüren, die die Leuchtkraft des Kernrings dominieren – Sterne mit Oberflächentemperaturen über 25.000 Kelvin, die den größten Teil ihrer Strahlung im ultravioletten Wellenlängenbereich aussenden, der vom Boden aus unsichtbar ist. Die Multiwellenlängen-Bildgebung ermöglichte die Erstellung von Farbkarten, die die räumliche Verteilung des Sternalters in der Galaxie offenbaren und die junge Ringpopulation klar von den älteren Bulge- und Scheibensternen abgrenzen. Die Auflösung des WFPC2 reichte aus, um einzelne helle Sternentstehungskomplexe innerhalb des Rings zu identifizieren.

Ort im Universum

Konstellation

Pavo

Entfernung von der Erde

183 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der nukleare Sternentstehungsring von NGC 6782 ist fast perfekt kreisförmig und hat einen Durchmesser von etwa 6.000 Lichtjahren. Diese bemerkenswerte geometrische Regelmäßigkeit entsteht durch die Umlaufbahn des Gases in einem bestimmten Resonanzradius, in dem der Gravitationseinfluss des Stabes Material in eine stabile kreisförmige Umlaufbahn lenkt.

  • 2

    Der Ring von NGC 6782 ist einer der hellsten Kernringe, die wir kennen. Er produziert pro Flächeneinheit etwa zehnmal mehr neue Sterne als der Rest der Galaxienscheibe, sodass er selbst auf bodengestützten Bildern mit mittlerer Auflösung als deutlich leuchtendes Merkmal sichtbar ist.

  • 3

    NGC 6782 befindet sich im Sternbild Pavo – der Pfau – einem Sternbild der südlichen Hemisphäre, das von niederländischen Seefahrern Ende des 16. Jahrhunderts benannt wurde und hauptsächlich aus Breitengraden südlich von etwa 30 Grad nördlich sichtbar ist.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop