
Über dieses Bild
Dieses bemerkenswerte Bild zeigt konzentrische Hüllen von Sternen rund um den Quasar MC2 1635+119, der sich etwa 2 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt befindet. Quasare gehören zu den leuchtendsten Objekten im Universum und werden von supermassiven Schwarzen Löchern angetrieben, die aktiv Gas und Staub in den Zentren von Galaxien verbrauchen. Die in diesem Bild sichtbaren zarten Sternhüllen sind verräterische Anzeichen einer vergangenen Galaxienverschmelzung – wenn zwei Galaxien kollidieren, können ihre Sterne in verschachtelte, bogenartige Strukturen geschleudert werden, die Hunderte Millionen Jahre lang bestehen bleiben, bevor sie sich allmählich auflösen. Das Vorhandensein dieser Granaten um MC2 1635+119 liefert überzeugende Beweise dafür, dass die Quasaraktivität durch eine galaktische Kollision ausgelöst wurde, die frisches Gas in Richtung des zentralen Schwarzen Lochs schleuste und dessen strahlende Emission entzündete. Dieser Zusammenhang zwischen Galaxienverschmelzungen und der Zündung von Quasaren ist eine Schlüsselvorhersage theoretischer Modelle der Entwicklung aktiver Galaxienkerne.
Wissenschaftliche Bedeutung
MC2 1635+119 ist ein wichtiger Beweis für den Nachweis des kausalen Zusammenhangs zwischen Galaxienverschmelzungen und der Aktivierung supermassereicher Schwarzer Löcher als Quasare. Theoretische Modelle haben seit langem vorhergesagt, dass Galaxienkollisionen Gas in Richtung galaktischer Zentren leiten und so den Treibstoff liefern, der für die Leuchtkraft auf Quasar-Niveau erforderlich ist. Allerdings ist die direkte Beobachtung der Verschmelzungssignaturen um aktive Quasare eine außerordentliche Herausforderung, da der blendende Glanz des Quasars die schwachen Sternmerkmale seiner Muttergalaxie überdeckt. Hubbles scharfe Auflösung und sorgfältige Bildverarbeitungstechniken ermöglichten es den Astronomen, die punktförmige Emission des Quasars zu subtrahieren und die zugrunde liegende Schalenstruktur der Muttergalaxie aufzudecken. MC2 1635+119 wurde in eine systematische Hubble-Untersuchung von Quasar-Wirtsgalaxien einbezogen, die eine starke statistische Korrelation zwischen Quasaraktivität und Verschmelzungsmorphologie, insbesondere Schalen, Gezeitenschweifen und gestörten Isophoten, ergab. Diese Erkenntnisse haben unser Verständnis der Koevolution von Galaxien und ihren zentralen Schwarzen Löchern im Laufe der kosmischen Geschichte tiefgreifend beeinflusst.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete MC2 1635+119 mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) in breiten Filtern für sichtbares Licht. Die Entdeckung der schwachen Sternhüllen erforderte eine sorgfältige Subtraktion der intensiven Punktquellenemission des Quasars mithilfe eines Modells der Punktspreizfunktion (PSF) des Teleskops. Diese als PSF-Subtraktion bekannte Technik entfernt die Blendung der zentralen Quelle, um die zugrunde liegende Struktur der Wirtsgalaxie freizulegen. Die resultierenden Bilder zeigten mehrere konzentrische Schalenmerkmale, die mit den Überresten einer großen Galaxienverschmelzung übereinstimmen. Die Beobachtungen waren Teil eines größeren Programms zur Untersuchung der Morphologien von Quasar-Wirtsgalaxien bei mittleren Rotverschiebungen, um den Zusammenhang zwischen Kernaktivität und Galaxienwechselwirkungen zu quantifizieren.
Ort im Universum
Entfernung von der Erde
2 Milliarden Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die Sternhüllen um MC2 1635+119 sind fossile Beweise für eine uralte galaktische Kollision – wenn Galaxien verschmelzen, werden Sterne in anmutige bogenförmige Muster geschleudert, die Hunderte Millionen Jahre lang bestehen bleiben können.
- 2
Quasare wie MC2 1635+119 können ihre gesamte Heimatgalaxie um den Faktor 100 oder mehr überstrahlen, und das alles aus einer Region, die nicht größer als unser Sonnensystem im Zentrum der Galaxie ist, wo ein supermassereiches Schwarzes Loch umgebende Materie verschlingt.
- 3
Die Entdeckung von Verschmelzungshüllen um diesen Quasar war Teil einer umfassenderen Hubble-Untersuchung, bei der festgestellt wurde, dass sich die meisten leuchtenden Quasare in Galaxien befinden, die Anzeichen kürzlicher Kollisionen aufweisen, was die Theorie, dass Galaxienverschmelzungen ein Hauptauslöser für Quasaraktivität sind, stark stützt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



