Herbig-Haro 24 (Herbig-Haro-Objekt), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Oktober 13
Oktober 13Herbig-Haro-ObjektNebel

Herbig-Haro 24

Beobachtet im Jahr 2009

Über dieses Bild

Ein teilweise verdeckter, neugeborener Stern nahe der Bildmitte schießt Zwillingsstrahlen in das umgebende Gas und den Staub. Die Erschütterungen der Kollision bringen Nebelflecken zum Leuchten, die zusammen als Herbig-Haro 24 bezeichnet werden. Dieses junge Sternobjekt sammelt immer noch Masse von seiner umgebenden Scheibe, während es gleichzeitig Material entlang seiner Rotationsachse ausstößt. Die Jets bewegen sich mit Geschwindigkeiten von Hunderten von Kilometern pro Sekunde und erzeugen helle Bugschocks, wenn sie in die umgebende Molekülwolke eindringen.

Wissenschaftliche Bedeutung

Herbig-Haro 24 ist ein spektakuläres Beispiel für das bipolare Ausflussphänomen, das die frühen Stadien der Sternentwicklung begleitet. Wenn ein Protostern aktiv Material aus seiner umgebenden Scheibe ansammelt, wird ein Teil dieses Materials in Hochgeschwindigkeitsstrahlen gelenkt, die entlang der Rotationspole des Sterns entweichen. Es wird angenommen, dass diese Jets entscheidend dafür sind, den Drehimpuls aus dem System zu entfernen und so die Fortsetzung der Akkretion zu ermöglichen. Die hellen Knoten und Bugschocks in Herbig-Haro-Objekten zeichnen die Geschichte der Interaktion des Jets mit dem Umgebungsmedium sowie Variationen in der Geschwindigkeit und Richtung des Jets im Laufe der Zeit nach. Durch die Messung der Eigenbewegungen dieser Strukturen im Laufe jahrelanger Beobachtung können Astronomen die Geschwindigkeit des Strahls bestimmen und den Ausfluss bis zu seinem Ursprungsstern zurückverfolgen. Untersuchungen an Herbig-Haro-Objekten haben gezeigt, dass das Jet-Phänomen bei der Sternentstehung häufig, wenn nicht sogar universell, vorkommt und eine grundlegende Rolle im Sternentstehungsprozess spielt.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field Camera 3 (WFC3) im nahen Infrarotlicht aufgenommen, das die staubige Umgebung um den jungen Stern durchdringen kann. Die Infrarotbeobachtungen offenbaren Strukturen, die aufgrund der starken Staubauslöschung im optischen Licht unsichtbar sind. Das Bild zeigt sowohl das Jet-Material selbst, das durch Schockerhitzung glüht, als auch das Streulicht der zentralen Quelle, das vom umgebenden Nebel reflektiert wird. Beobachtungen dieser Region über mehrere Epochen hinweg ermöglichen die Messung der Eigenbewegungen des Strahls und liefern dynamische Informationen über den Ausfluss.

Ort im Universum

Konstellation

Orion

Entfernung von der Erde

1.350 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Herbig-Haro-Objekte sind nach den Astronomen George Herbig und Guillermo Haro benannt, die diese eigenartigen Nebel in den 1950er Jahren erstmals untersuchten.

  • 2

    Die Jets des Zentralsterns bewegen sich so schnell, dass sie, wenn sie von der Erde aus auf die Sonne gerichtet wären, diese Distanz in nur etwa einer Woche zurücklegen würden.

  • 3

    Das asymmetrische Erscheinungsbild der Jets könnte darauf hindeuten, dass einer leicht auf uns gerichtet ist, während der andere von uns weg zeigt.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop