Orionnebel (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Oktober 12
Oktober 12EmissionsnebelNebel

Orionnebel

Beobachtet im Jahr 2004

Über dieses Bild

Der Orionnebel ist die der Erde am nächsten gelegene Sternentstehungsregion. Riesige, junge Sterne prägen den Nebel mit ihren Winden und ihrer Strahlung. Säulen aus dichtem Gas könnten die Heimat entstehender Sterne sein. Die helle Zentralregion ist die Heimat der vier stärksten Sterne des Nebels. Diese kosmische Kinderstube produziert seit Millionen von Jahren neue Sterne und enthält Tausende junger Sternobjekte in verschiedenen Entstehungsstadien, von kollabierenden Wolkenkernen bis hin zu vollständig ausgebildeten Sternen, die von Planeten bildenden Scheiben umgeben sind.

Wissenschaftliche Bedeutung

Der Orionnebel ist eines der am besten untersuchten Objekte am Himmel, da er ein zugängliches Labor zum Verständnis der Sternentstehung bietet. Mit einer Entfernung von nur 1.344 Lichtjahren ist es nah genug für Hubble, um einzelne Protosterne, protoplanetare Scheiben und die komplexen Wechselwirkungen zwischen jungen Sternen und ihren Geburtsgaswolken aufzulösen. Die massiven O-Typ-Sterne des Trapezium-Clusters beleuchten den Nebel und erodieren ihn allmählich von innen, wodurch die charakteristische Hohlraumstruktur entsteht, die auf den Bildern sichtbar ist. Der Nebel enthält Sterne von kürzlich entstandenen Objekten, die noch in ihren Geburtswolken eingebettet sind, bis hin zu etwas älteren Sternen, die ihre Umgebung verlassen haben. Durch die Untersuchung von Sternen in verschiedenen Entwicklungsstadien innerhalb dieser einzelnen Region können Astronomen die Zeitlinie der Sternentwicklung vom Wolkenkollaps bis zum Hauptreihenstern zusammenstellen. Die Entdeckung Hunderter protoplanetarer Scheiben (sogenannte „Proplyden“) im Orionnebel hat entscheidende Erkenntnisse über die Planetenentstehung geliefert.

Beobachtungsdetails

Dieses Bild ist Teil eines der detailliertesten astronomischen Bilder, die jemals erstellt wurden, und kombiniert 520 Hubble-Bilder, die zwischen 2004 und 2005 aufgenommen wurden. Bei den Beobachtungen wurden mehrere Kameras, darunter ACS und NICMOS, verwendet, um sowohl optisches als auch infrarotes Licht einzufangen. Das vollständige Mosaik bedeckt einen Bereich des Himmels mit einem Durchmesser von etwa einem Grad – etwa dem Doppelten des scheinbaren Durchmessers des Vollmonds – und enthüllt beispiellose Details in der Struktur des Nebels. Die optischen Beobachtungen verfolgen ionisierten Wasserstoff und Sauerstoff, während Infrarotdaten in die staubigen Regionen eindringen und eingebettete junge Sterne sichtbar machen.

Ort im Universum

Konstellation

Orion

Entfernung von der Erde

1.344 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Orionnebel ist mit bloßem Auge als verschwommener Fleck im Schwert des Orion sichtbar und ist damit die nächstgelegene Region massereicher Sternentstehung, die ohne Teleskop sichtbar ist.

  • 2

    Die vier zentralen Sterne, bekannt als Trapezium, sind so leuchtend, dass sie zusammen mehr Licht erzeugen als 100.000 Sonnen.

  • 3

    Viele der jungen Sterne im Orionnebel sind von protoplanetaren Scheiben umgeben, aus denen möglicherweise später Sonnensysteme wie unseres entstehen.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop