
Über dieses Bild
Der etwa ein Lichtjahr große Ringnebel wird von einem sterbenden Stern gebildet, der in einem blauen Dunst aus heißem Gas in seinem Zentrum schwebt. Dieses Bild zeigt längliche, dunkle Materialklumpen, die am Rand des Nebels im Gas eingebettet sind. Der Ringnebel ist ein planetarischer Nebel – die leuchtende Gashülle, die ein sonnenähnlicher Stern in seinen letzten Entwicklungsstadien ausstößt. Der zentrale Weiße Zwerg, der freigelegte Kern des ursprünglichen Sterns, beleuchtet und ionisiert die expandierende Hülle und schafft so eines der ikonischsten Objekte am Nachthimmel.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Ringnebel (M57) ist einer der am besten untersuchten planetarischen Nebel und dient als Prototyp für das Verständnis der späten Stadien der Sternentwicklung sonnenähnlicher Sterne. Wenn ein Stern mit einer Masse zwischen etwa 0,8 und 8 Sonnenmassen seinen Kernbrennstoff erschöpft, stößt er seine äußeren Schichten in einer Reihe thermischer Impulse aus, wodurch der planetarische Nebel entsteht. Die relativ einfache Struktur und günstige Betrachtungsgeometrie des Ringnebels machen ihn ideal zum Testen von Modellen der Entstehung und Entwicklung planetarischer Nebel. Hubble-Beobachtungen haben gezeigt, dass der Nebel eine komplexe dreidimensionale Struktur aufweist, wobei der helle Ring einen dichten äquatorialen Torus darstellt und sich schwächeres Material entlang der Pole erstreckt. Es wird angenommen, dass es sich bei den im Ring sichtbaren dunklen Knoten um dichte Verdichtungen handelt, die während des Auswurfvorgangs entstanden sind, und ihr Überleben und ihre Entwicklung geben Einblicke in die Wechselwirkungen zwischen Sternwinden und der ausgestoßenen Hülle.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) von Hubble in Schmalbandfiltern aufgenommen, die die Emission bestimmter Ionen, darunter Wasserstoff, ionisierter Sauerstoff und ionisierter Stickstoff, isolieren. Die verschiedenen Farben im Bild entsprechen diesen verschiedenen chemischen Spezies und verraten die Temperatur und Ionisationsstruktur des Nebels. Die Beobachtungen erfassten Details mit einem Durchmesser von nur einigen hundert Astronomischen Einheiten, was ein paar Mal der Größe unseres Sonnensystems in der Entfernung des Ringnebels entspricht. Diese Auflösung offenbart die komplexe Struktur der Nebelhülle und der darin eingebetteten dunklen Kügelchen.
Ort im Universum
Konstellation
Lyra
Entfernung von der Erde
2.300 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die klassische Ringform des Ringnebels ist eigentlich ein Projektionseffekt – genauer gesagt wird sie als Fass oder Zylinder beschrieben, von einem Ende aus betrachtet.
- 2
Der zentrale Weiße Zwerg hat eine Oberflächentemperatur von etwa 125.000 Kelvin – mehr als 20-mal heißer als die Sonnenoberfläche.
- 3
Der Nebel dehnt sich mit etwa 20 Kilometern pro Sekunde aus und wird sich im Laufe der nächsten 10.000 Jahre schließlich in das interstellare Medium auflösen.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



