
Über dieses Bild
Dieses Bild zeigt einen Asteroiden namens P/2013 R3, der gerade auseinanderbricht. Die Fragmente des Asteroiden drifteten langsam voneinander weg und ihre Staubschweife wurden durch den Druck des Sonnenlichts zurückgedrängt. Diese beispiellose Beobachtung des Zerfalls eines Asteroiden in Echtzeit lieferte den ersten direkten Beweis dafür, dass Asteroiden durch den subtilen Druck der Sonnenstrahlung auseinandergerissen werden können – ein Prozess, der als YORP-Effekt bekannt ist.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Zerfall von P/2013 R3 lieferte die erste direkte Beobachtung, dass ein Asteroid durch Rotationsspaltung zerstört wurde, die durch den YORP-Effekt verursacht wurde. Dieser Effekt tritt auf, wenn Sonnenstrahlung, die von einem unregelmäßigen Asteroiden absorbiert und wieder abgegeben wird, ein winziges Drehmoment erzeugt, das die Rotationsgeschwindigkeit des Asteroiden über Millionen von Jahren hinweg allmählich verändert. Schließlich kann die Rotation so schnell werden, dass die Zentrifugalkraft die schwache Gravitationsbindung übersteigt, die den Trümmerhaufen-Asteroiden zusammenhält, und er sich buchstäblich selbst auseinanderdreht. Vor dieser Beobachtung wurde der YORP-Effekt theoretisch vorhergesagt und aus statistischen Studien von Asteroidendrehungen abgeleitet, konnte jedoch nie direkt in Aktion beobachtet werden. Die Beobachtung bestätigte, dass es sich bei vielen Asteroiden eher um lose verfestigte Trümmerhaufen als um festes Gestein handelt, und sie hat Auswirkungen auf das Verständnis von Asteroidenpopulationen, der Bildung binärer Asteroiden und planetaren Verteidigungsstrategien zur Abwehr potenziell gefährlicher Objekte.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete P/2013 R3 mehrere Male über mehrere Monate hinweg in den Jahren 2013 und 2014 und verfolgte die Entwicklung des fragmentierenden Körpers. Für die Beobachtungen wurde die Wide Field Camera 3 (WFC3) im sichtbaren Licht verwendet, wobei die hohe Auflösung für die Unterscheidung der einzelnen Fragmente und ihrer Staubschweife unerlässlich ist. Die Zeitreihe der Beobachtungen ergab, dass sich die Fragmente langsam trennten, was eher einer Rotationsspaltung als einer heftigen Kollision entsprach. Die von der Sonne wegweisenden Staubschweife in jedem Bild bestätigten, dass der Sonnenstrahlungsdruck aktiv auf die Trümmer einwirkte.
Ort im Universum
Konstellation
N/A
Entfernung von der Erde
Variiert (beobachtet bei etwa 300 Millionen Meilen)
Lustige Fakten
- 1
P/2013 R3 zerbrach in mindestens zehn verschiedene Fragmente, wobei die vier größten Stücke jeweils etwa 200 Meter breit waren – ungefähr so lang wie zwei Fußballfelder.
- 2
Die Fragmente drifteten mit einer Geschwindigkeit von etwa 1,5 Kilometern pro Stunde auseinander – langsamer als ein Mensch geht – und zeigten die sanfte Natur des Auseinanderbrechens.
- 3
Die Entdeckung, dass Sonnenlicht allein einen Asteroiden zerstören kann, hilft zu erklären, warum es so wenige kleine Asteroiden mit schnellen Rotationsraten gibt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



