Supernova 1987A (Supernova-Überrest), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den November 28
November 28Supernova-ÜberrestWeitere Objekte

Supernova 1987A

Beobachtet im Jahr 2003

Über dieses Bild

Dieses atemberaubende Bild zeigt die kosmischen Nachwirkungen der Supernova 1987A, der nächstgelegenen Supernova, die seit der Erfindung des Teleskops beobachtet wurde, und beleuchtet einen Ring aus Gas wie Perlen, die an einer Himmelskette aufgereiht sind. Diese brillanten „Hotspots“ entstehen dort, wo die Druckwelle der Supernova, die sich mit einer Geschwindigkeit von über einer Million Meilen pro Stunde ausbreitet, auf einen Ring aus dichtem Gas prallt, den der Vorläuferstern etwa 20.000 Jahre vor seinem explosiven Tod ausgestoßen hat. Bei jeder Kollision wird das Gas komprimiert und auf Millionen Grad erhitzt, wodurch es intensive Strahlung im gesamten elektromagnetischen Spektrum aussendet. Der Ring selbst ist ein Fossilienbestand des Massenverlusts des sterbenden Sterns während seiner letzten Entwicklungsstadien, als ein schneller Sternwind einen Hohlraum in einem zuvor ausgestoßenen langsamen Wind aushöhlte. Die Supernova 1987A, die am 23. Februar 1987 in der Großen Magellanschen Wolke explodierte, wurde seit dem Start des Teleskops kontinuierlich von Hubble überwacht und dabei ein beispielloser Zeitrafferfilm über die Entwicklung der Supernova-Überreste erstellt.

Wissenschaftliche Bedeutung

Supernova 1987A ist die wichtigste Supernova in der modernen astronomischen Geschichte und bietet die erste Gelegenheit, eine relativ nahegelegene Sternexplosion mit modernen Instrumenten zu untersuchen und ihre Entwicklung über Jahrzehnte im Detail zu verfolgen. Der Nachweis von Neutrinos aus dem Ereignis bestätigte Theorien über Kernkollaps-Supernovae und zeigte, dass massereiche Sterne bei ihrer Explosion Neutronensterne (oder Schwarze Löcher) erzeugen. Hubbles jahrzehntelange Überwachung hat das fortschreitende Aufleuchten des Äquatorrings gezeigt, als sich die Druckwelle ausdehnte und dichteres Material erreichte, wobei die Anzahl und Helligkeit der Hotspots in den 1990er und 2000er Jahren stetig zunahm. Die in größeren Bildern sichtbare Dreiringstruktur – bestehend aus dem inneren Äquatorring und zwei äußeren Ringen, die eine Sanduhrform bilden – enthüllt die komplexe Massenverlustgeometrie vor der Supernova und stellt Sternentwicklungsmodelle in Frage. Die Suche nach einem überlebenden Neutronenstern im Explosionszentrum geht weiter, wobei jüngste Infrarotbeobachtungen darauf hindeuten, dass ein kompaktes Objekt in den expandierenden Trümmern verborgen sein könnte. SN 1987A dient als Rosetta-Stein zur Interpretation von Beobachtungen weiter entfernter Supernovae.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtet die Supernova 1987A seit 1990 regelmäßig mit aufeinanderfolgenden Kameragenerationen und verfolgt die Entwicklung der Hotspots des Rings, während die Druckwelle das zirkumstellare Material zunehmend erleuchtet. Dieses Bild wurde mit der Advanced Camera for Surveys (ACS) mit Filtern aufgenommen, die auf die Emission von Wasserstoff und anderen durch den Schock ionisierten Elementen reagieren. Die Zeitreihe der Hubble-Beobachtungen ergab, dass Hotspots erstmals um 1995 auftraten, als die Druckwelle begann, mit dichten Vorsprüngen zu kollidieren, die sich vom Ring nach innen erstreckten. Ergänzende Beobachtungen mit bodengestützten Radioteleskopen und dem Chandra-Röntgenobservatorium kartierten die Synchrotron- und thermische Röntgenemission des geschockten Materials und lieferten so ein vollständiges Bild der Schockphysik.

Ort im Universum

Konstellation

Dorado (Große Magellansche Wolke)

Entfernung von der Erde

160.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    SN 1987A war mehrere Monate lang mit bloßem Auge von der Südhalbkugel aus sichtbar und erreichte eine Spitzenhelligkeit der Stärke 3 – etwa so hell wie ein mäßig heller Stern.

  • 2

    Die Supernova wurde durch den Zusammenbruch und die Explosion eines blauen Überriesensterns namens Sanduleak -69° 202 verursacht, der eine etwa 20-fache Masse der Sonne hatte.

  • 3

    Neutrino-Detektoren auf der Erde registrierten etwa drei Stunden vor dem Eintreffen des sichtbaren Lichts einen Teilchenausbruch von SN 1987A – der erste Nachweis von Neutrinos von außerhalb unseres Sonnensystems.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop