
Über dieses Bild
NGC 1999 ist ein faszinierender Reflexionsnebel, der eine der subtileren Arten zeigt, wie kosmische Wolken leuchten können. Im Gegensatz zu Emissionsnebeln, die leuchten, indem sie ihr eigenes Licht aussenden, strahlt NGC 1999 selbst kein sichtbares Licht aus, sondern leuchtet ausschließlich, weil das Sternenlicht eines nahegelegenen Sterns – sichtbar direkt links vom Zentrum des Nebels – die Staubpartikel des Nebels beleuchtet und von ihnen reflektiert wird. Dieser Staub wirkt wie kosmischer Nebel im Scheinwerferlicht, streut das blaue Licht des Sterns und erzeugt eine geisterhaft leuchtende Wolke. Der Nebel befindet sich in der Sternentstehungsregion Orion, einer der aktivsten Sternkindergärten in unserer galaktischen Nachbarschaft. Der helle, veränderliche Stern in seinem Herzen, V380 Orionis, ist ein junger T-Tauri-Stern, der sich noch im Entstehungsprozess befindet, umgeben von den Überresten der Wolke, aus der er geboren wurde, und bietet Astronomen einen Einblick in die frühen Stadien der Sternentwicklung.
Wissenschaftliche Bedeutung
NGC 1999 ist ein wissenschaftlich reichhaltiges Objekt, das Einblicke in die frühesten Stadien der Sternentstehung und die Wechselwirkung zwischen neugeborenen Sternen und ihrer Geburtsumgebung bietet. Der leuchtende Stern des Nebels, V380 Orionis, ist ein Herbig-Ae/Be-Stern – ein junger Stern mittlerer Masse, der immer noch von einer Akkretionsscheibe umgeben ist und aktiv starke bipolare Jets antreibt. Diese Strahlen treffen auf die umgebende Molekülwolke und erzeugen Herbig-Haro-Objekte, die die Ausströmungsaktivität verfolgen. Der mysteriöse dunkle Hohlraum in NGC 1999, der ursprünglich als dichte Bok-Kugel klassifiziert wurde, wurde durch Ferninfrarotbeobachtungen als echter Hohlraum in der Molekülwolke entlarvt, der wahrscheinlich durch die kombinierte Wirkung von Sternwinden und Jets von V380 Orionis und anderen nahegelegenen jungen Sternobjekten evakuiert wurde. Diese Entdeckung veränderte das Verständnis darüber, wie das Feedback junger Sterne ihr umgebendes Medium prägt. Die Lage von NGC 1999 innerhalb des Sternentstehungskomplexes Orion macht es zu einem der am besten untersuchten Gebiete der aktiven Sternentstehung in der gesamten Galaxie.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete NGC 1999 mit der Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) in optischen Breitbandfiltern, die das charakteristische blaue Streulicht des Reflexionsnebels einfingen. Die blau dominierte Farbe des Nebels entsteht, weil kleine Staubkörner blaues Licht mit kürzerer Wellenlänge effizienter streuen als rotes Licht mit längerer Wellenlänge – derselbe Prozess, der den Himmel der Erde blau macht. Zusätzliche schmalbandige Bildgebung in Emissionslinien wie Wasserstoff-Alpha und Schwefel half dabei, zwischen dem reflektierten Kontinuumslicht und etwaigen schwachen Emissionen von geschocktem Gas zu unterscheiden, das mit Herbig-Haro-Ausflüssen in der Nähe verbunden ist. Die hohe Winkelauflösung von Hubble löste die Feinstruktur im Nebel auf, einschließlich der scharfen Grenze des zentralen dunklen Hohlraums.
Ort im Universum
Konstellation
Orion
Entfernung von der Erde
1.500 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Der dunkle Fleck in der Nähe des Zentrums von NGC 1999 wurde lange Zeit für eine dichte Bok-Kugel gehalten, die das Hintergrundlicht blockiert, doch Beobachtungen des Herschel-Weltraumobservatoriums im Jahr 2010 ergaben, dass es sich tatsächlich um ein leeres Loch im Nebel handelt, das möglicherweise von Jets nahegelegener junger Sterne geformt wurde.
- 2
V380 Orionis, der Stern, der NGC 1999 beleuchtet, ist erst etwa 2 Millionen Jahre alt und etwa 3,5-mal so groß wie die Masse unserer Sonne – er hat sich noch nicht auf der Hauptreihe niedergelassen und zieht sich immer noch von seiner Geburtswolke aus zusammen.
- 3
NGC 1999 liegt im selben Sternentstehungskomplex wie der berühmte Orionnebel, nur etwa 2 Grad südlich davon am Himmel, und ist Teil der riesigen Orion-Molekülwolke, die sich über Hunderte von Lichtjahren erstreckt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



