
Über dieses Bild
Das Herz des Orionnebels offenbart eine der spektakulärsten Sternkindergärten unserer Galaxie, in der massereiche junge Sterne ihre Umgebung mit intensiver ultravioletter Strahlung und starken Sternwinden formen. Im Zentrum liegt der Trapezhaufen, eine dichte Gruppierung aus vier leuchtenden heißen Sternen, deren kombinierte Energie den gesamten Nebel erleuchtet und das umgebende Wasserstoffgas in leuchtenden Rot- und Rosatönen zum Leuchten bringt. Hubbles scharfe Sicht hat Hunderte von protoplanetaren Scheiben entdeckt – abgeflachte Kokons aus Gas und Staub, die neugeborene Sterne umgeben – die eines Tages möglicherweise Planetensysteme bilden, die unserem eigenen ähneln. Der Orionnebel ist mit einer Entfernung von nur 1.344 Lichtjahren die der Erde am nächsten gelegene massereiche Sternentstehungsregion und dient als beispielloses Labor zur Untersuchung der Entstehung von Sternen und Planeten. Das komplizierte Zusammenspiel von Strahlung, Schwerkraft und Turbulenzen in dieser kosmischen Wiege liefert weiterhin bahnbrechende Entdeckungen über die Prozesse, die die Stern- und Planetenentwicklung im gesamten Universum prägen.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Orionnebel ist wohl das wichtigste Objekt für das Verständnis der Entstehung von Sternen und Planetensystemen. Als nächstgelegene massereiche Sternentstehungsregion zur Erde bietet sie eine unübertroffene Kombination aus Nähe und Aktivität, die es Astronomen ermöglicht, jedes Stadium der Sternentstehung außerordentlich detailliert zu untersuchen. Hubbles Beobachtungen waren transformativ und enthüllten die Rolle des Trapez-Clusters bei der Ionisierung und Formung des umgebenden Gases. Außerdem wurden Hunderte von protoplanetaren Scheiben entdeckt, die zeigen, dass die Planetenbildung ein häufiges Nebenprodukt der Sternentstehung ist. Der Nebel hat einen Durchmesser von etwa 24 Lichtjahren und enthält genug Gas und Staub, um Tausende neuer Sterne zu bilden. Untersuchungen des Orionnebels haben entscheidende Einschränkungen für die anfängliche Massenfunktion – die Verteilung der Sternmassen bei der Geburt – geliefert, die die Entwicklung von Galaxien über die kosmische Zeit hinweg regelt. Das relativ junge Alter des Nebels von etwa zwei Millionen Jahren bedeutet, dass Astronomen Sterne in ihren frühesten Entwicklungsstadien beobachten können, darunter Protosterne, die noch in ihren Geburtskokons eingebettet sind, und T-Tauri-Sterne, die heftige Akkretionsereignisse durchlaufen.
Beobachtungsdetails
Hubble hat den Orionnebel ausgiebig mit mehreren Instrumenten beobachtet, darunter der Advanced Camera for Surveys (ACS) und der Wide Field Camera 3 (WFC3), im ultravioletten, sichtbaren und nahinfraroten Wellenlängenbereich. Die Mosaikbilder erforderten mehrere zusammengefügte Ausrichtungen, um die volle Ausdehnung des Nebels einzufangen. Beobachtungen im nahen Infrarot waren besonders wertvoll, um in die dichten Staubwolken einzudringen und eingebettete Protosterne und protoplanetare Scheiben aufzudecken, die im optischen Licht unsichtbar sind. Diese Multiwellenlängen-Datensätze haben es Astronomen ermöglicht, detaillierte dreidimensionale Modelle der Struktur des Nebels zu erstellen und die Verteilung verschiedener chemischer Elemente darin abzubilden.
Ort im Universum
Konstellation
Orion
Entfernung von der Erde
1.344 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Der Trapezhaufen im Kern des Nebels enthält vier massereiche Sterne, die so leuchtend sind, dass sie mit bloßem Auge aus über 1.000 Lichtjahren Entfernung sichtbar wären, und ihre kombinierte ultraviolette Strahlung beleuchtet den gesamten Nebel.
- 2
Hubble hat über 150 protoplanetare Scheiben (Proplyden) im Orionnebel identifiziert – abgeflachte Scheiben aus Gas und Staub um junge Sterne, bei denen es sich vermutlich um entstehende Sonnensysteme handelt.
- 3
Der Orionnebel ist mit bloßem Auge als verschwommener Fleck im Schwert des Orion sichtbar und ist damit eines der wenigen Deep-Sky-Objekte, die Menschen seit Tausenden von Jahren ohne Teleskope beobachtet haben.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



