
Über dieses Bild
Dieses Hubble-Bild fängt einen kleinen, aber äußerst detaillierten Teil der Cygnus-Schleife ein, der sich ausdehnenden Druckwelle einer kolossalen Sternexplosion, die vor etwa 15.000 Jahren stattfand. Die Cygnus-Schleife liegt etwa 2.600 Lichtjahre entfernt im Sternbild Schwan und ist einer der größten Supernova-Überreste, die von der Erde aus sichtbar sind. Sie erstreckt sich über etwa 120 Lichtjahre – eine Fläche, die etwa das 36-fache der scheinbaren Größe des Vollmonds am Himmel abdeckt. Die Druckwelle, die immer noch mit über 200 Meilen pro Sekunde nach außen rast, erzeugt die auf diesem Bild sichtbaren leuchtenden Filamente, während sie auf stationäre Wolken aus interstellarem Gas prallt und diese auf Temperaturen von Hunderttausenden Grad erhitzt. Der ursprüngliche Stern, der diesen Überrest hervorbrachte, war wahrscheinlich 15- bis 25-mal massereicher als unsere Sonne und beendete sein Leben in einer katastrophalen Kernkollaps-Supernova, bei der sein angereichertes Material in das umgebende interstellare Medium zerstreut wurde.
Wissenschaftliche Bedeutung
Die Cygnus-Schleife nimmt in der Geschichte der weltraumgestützten Astronomie als eines der frühesten Ziele von Hubble einen herausragenden Platz ein, und ihre Untersuchung hat grundlegende Einblicke in die Physik von Supernova-Überresten und ihre Wechselwirkung mit dem interstellaren Medium geliefert. Als einer der nächstgelegenen großen Supernova-Überreste kann die Cygnus-Schleife mit einem Detaillierungsgrad untersucht werden, der für weiter entfernte Überreste unmöglich wäre. Die aufgelöste Filamentstruktur enthüllt die Mikrophysik astrophysikalischer Stoßwellen, einschließlich der Umwandlung kinetischer Energie in Wärmeenergie und Strahlung. Durch die Messung der optischen Emission bei verschiedenen Wellenlängen können Astronomen die Temperatur, Dichte und Geschwindigkeit des geschockten Gases an jedem Punkt entlang der Druckwelle bestimmen. Die Cygnus-Schleife zeigt auch, wie Supernovae das interstellare Medium mit schweren Elementen anreichern und turbulente Energie injizieren, die die Struktur und Entwicklung der Gasscheibe der Galaxie beeinflusst.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera (WF/PC, die ursprüngliche Kamera vor ihrer Ablösung im Jahr 1993) kurz nach Hubbles Start im Jahr 1990 aufgenommen. Bei der Beobachtung wurden Schmalbandfilter verwendet, um die Emission von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff zu isolieren, die im heißen Gas nach dem Schock bei charakteristischen Wellenlängen leuchten. Trotz der gut dokumentierten sphärischen Aberration, die damals Hubbles Hauptspiegel betraf, zeigte das Bild immer noch beispiellose Details in der fadenförmigen Struktur der Stoßfront. Spätere Beobachtungen mit der korrigierten Optik lieferten noch schärfere Ansichten dieser Strukturen.
Ort im Universum
Konstellation
Cygnus
Entfernung von der Erde
2.600 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Die Cygnus-Schleife war eines der allerersten Ziele, die Hubble nach seinem Start im Jahr 1990 beobachtete, was dieses Bild zu einem der frühesten wissenschaftlichen Ergebnisse des Teleskops macht, das die Astronomie revolutionieren sollte.
- 2
Die gesamte Cygnus-Schleife ist so riesig, dass sie einen Himmelsbereich abdeckt, der etwa 36-mal größer ist als der Vollmond, obwohl sie ohne ein Teleskop und spezielle Filter viel zu schwach ist, um gesehen zu werden.
- 3
Bei ihrer aktuellen Expansionsrate hat die Cygnus-Loop-Druckwelle etwa das 20-fache der Masse unserer Sonne an interstellarem Gas mitgerissen und eine riesige heiße Blase erzeugt, die von einer dünnen Hülle aus komprimiertem, leuchtendem Material umgeben ist.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



