
Über dieses Bild
N 49 ist der hellste Supernova-Überrest in der Großen Magellanschen Wolke, einer benachbarten Zwerggalaxie, die von der südlichen Hemisphäre aus in etwa 160.000 Lichtjahren Entfernung sichtbar ist. Dieses Hubble-Bild zeigt ein kompliziertes Netz aus leuchtenden Filamenten – Schichten aus Sternentrümmern, die bei einer katastrophalen Explosion vor etwa 5.000 Jahren mit Hunderten von Meilen pro Sekunde nach außen rasen. Die zarten Ranken leuchten, wenn die sich schnell bewegenden Ejekta mit dem umgebenden interstellaren Medium kollidieren, das Gas auf Millionen Grad erhitzen und es im gesamten elektromagnetischen Spektrum strahlen lassen. Bemerkenswert ist auch, dass N 49 einen weichen Gammastrahlen-Repeater beherbergt, SGR 0526-66, einen Magnetar, der am 5. März 1979 den stärksten Ausbruch von Gamma- und Röntgenstrahlen erzeugte, der jemals von außerhalb unseres Sonnensystems beobachtet wurde. Die komplexe, asymmetrische Form deutet darauf hin, dass die ursprüngliche Explosion selbst asymmetrisch war oder dass das umgebende interstellare Medium eine äußerst ungleichmäßige Dichte aufweist.
Wissenschaftliche Bedeutung
N 49 nimmt eine einzigartige Stellung in der Astrophysik ein, da es sich sowohl um einen gut aufgelösten Supernova-Überrest als auch um den Wirt eines der extremsten bekannten kompakten Objekte handelt. Der weiche Gammastrahlen-Repeater SGR 0526-66 war die Quelle des berühmten Ereignisses vom 5. März 1979, das unser Verständnis von Neutronensternen grundlegend veränderte, indem es zeigte, dass Magnetare für kurze Augenblicke Energieausbrüche erzeugen konnten, die mit der Leuchtkraft einer ganzen Galaxie konkurrieren konnten. Die Untersuchung des Überrests zeigt, wie Supernova-Druckwellen mit dem interstellaren Medium in einer Galaxie mit geringerer Metallizität als die Milchstraße interagieren, und liefert Einblicke in das Verhalten von Supernovae im frühen Universum, als schwere Elemente knapp waren. Die asymmetrische Morphologie wurde verwendet, um Modelle von Kernkollaps-Supernova-Explosionen und den Geburtsstößen, die Neutronensternen bei der Geburt verliehen werden, einzuschränken.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Wide Field and Planetary Camera 2 (WFPC2) durch mehrere Schmalbandfilter aufgenommen, die die Emissionen von Wasserstoff, Sauerstoff und Schwefel in den expandierenden Filamenten isolieren. Die verschiedenen Filter zeigen unterschiedliche physikalische Bedingungen innerhalb des Überrestes: Die Sauerstoffemission zeigt das heißeste, zuletzt geschockte Gas an, während die Wasserstoff- und Schwefelemission kühlere, dichtere Regionen hervorhebt. Hubbles Auflösung war entscheidend für die Entwirrung des komplexen Netzes überlappender Filamente und die Identifizierung der genauen Position des Magnetars relativ zum geometrischen Zentrum der expandierenden Trümmer.
Ort im Universum
Konstellation
Dorado
Entfernung von der Erde
160.000 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
N 49 beherbergt einen Magnetar – einen Neutronenstern mit einem außergewöhnlich starken Magnetfeld – der am 5. März 1979 einen Gammastrahlenausbruch auslöste, der so intensiv war, dass er die obere Erdatmosphäre aus einer Entfernung von 160.000 Lichtjahren ionisierte.
- 2
Die Filamente in N 49 bewegen sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in unterschiedliche Richtungen, was darauf hindeutet, dass die ursprüngliche Supernova-Explosion nicht perfekt kugelförmig, sondern wahrscheinlich schief war und in einige Richtungen mehr Material ausschleuderte als in andere.
- 3
Obwohl sich N 49 in einer völlig anderen Galaxie befindet, ist es hell genug, um von Hubble in bemerkenswerten Details untersucht zu werden, was es zu einem der am gründlichsten beobachteten Supernova-Überreste außerhalb der Milchstraße macht.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



