
Über dieses Bild
Dieses Infrarotpanorama der Zentralregion der Milchstraße hebt den außergewöhnlichen Pistolenstern und den ihn umgebenden Nebel hervor, die zu den bemerkenswertesten Sternobjekten unserer Galaxie zählen. Der Pistolenstern, tief im Quintuplett-Cluster nahe dem galaktischen Zentrum vergraben, ist einer der leuchtendsten bekannten Sterne und strahlt mit der Energie von fast 10 Millionen Sonnen. Er ist vom Pistolennebel umgeben, einer riesigen Gaswolke, die der Stern in den letzten mehreren tausend Jahren in heftigen Ausbrüchen ausgestoßen hat. Der Nebel ist etwa vier Lichtjahre groß und groß genug, um sich von unserer Sonne bis zum nächsten benachbarten Sternensystem zu erstrecken. Diese lebensfeindliche Region in der Nähe des galaktischen Zentrums beherbergt einige der extremsten Bedingungen für die Sternentstehung in der gesamten Milchstraße: intensive Strahlungsfelder, starke Magnetfelder und starke Gezeitenkräfte des nahegelegenen supermassiven Schwarzen Lochs prägen die Umgebung.
Wissenschaftliche Bedeutung
Der Pistolenstern und sein Nebel sind Schlüsselobjekte für das Verständnis der oberen Grenzen der Sternmasse und Leuchtkraft. Als der Pistolenstern in den 1990er Jahren von Hubble entdeckt wurde, schien er der leuchtendste Stern in der Galaxie zu sein, was theoretische Modelle in Frage stellte, die vorhersagten, dass solche extremen Sterne sich durch Strahlungsdruck selbst zerreißen würden. Die massiven Eruptionen, die den Pistolennebel erzeugten, ähneln denen von Eta Carinae, einem anderen Hyperriesenstern, und die Untersuchung beider Objekte hilft Astronomen, die eruptiven Massenverlustmechanismen zu verstehen, die die letzten Phasen des Lebens der massereichsten Sterne bestimmen. Die extreme Umgebung in der Nähe des galaktischen Zentrums mit ihren erhöhten Gasdichten, starken Magnetfeldern und intensiven Gezeitenkräften bietet auch Einblicke darin, wie die Entstehung massiver Sterne unter Bedingungen ablaufen kann, die sich stark von denen in der Sonnenumgebung unterscheiden.
Beobachtungsdetails
Dieses Bild wurde mit Hubbles Nahinfrarotkamera und Multiobjektspektrometer (NICMOS) bei Wellenlängen zwischen 1,1 und 2,2 Mikrometern aufgenommen, die den etwa 25.000 Lichtjahre langen Staub zwischen der Erde und dem galaktischen Zentrum durchdringen können. Bei sichtbaren Wellenlängen ist dieser gesamte Bereich vollständig verdeckt. Die Infrarotbeobachtungen enthüllten einzelne massereiche Sterne im Quintuplett-Cluster und lösten erstmals die Struktur des Pistolennebels auf. Dies ermöglichte Messungen der Expansionsrate des Nebels und die Identifizierung des Pistolensterns als seine zentrale Beleuchtungsquelle.
Ort im Universum
Konstellation
Schütze
Entfernung von der Erde
26.000 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
Der Pistolenstern ist so leuchtend, dass er in 20 Sekunden die gleiche Energiemenge aussendet, die unsere Sonne in einem ganzen Jahr produziert, dennoch ist er aufgrund des dicken Staubs zwischen uns und dem galaktischen Zentrum für das bloße Auge völlig unsichtbar.
- 2
Der Pistolennebel wurde vor etwa 4.000 bis 6.000 Jahren in riesigen Eruptionen vom Pistolenstern ausgestoßen und enthält genug Material, um fast zehn Sterne mit Sonnenmasse von Grund auf zu bilden.
- 3
Der Quintuplett-Cluster, die Heimat des Pistolensterns, hat seinen Namen von fünf hellen Infrarotquellen, die erstmals 1990 entdeckt wurden, und er enthält mehrere andere Sterne, die in ihrer Leuchtkraft mit dem Pistolenstern konkurrieren können.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



