Andromeda-Galaxie (Spiralgalaxie), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den August 7
August 7SpiralgalaxieGalaxien

Andromeda-Galaxie

Beobachtet im Jahr 2010

Über dieses Bild

Ein weiterer atemberaubender Abschnitt der Andromeda-Galaxie kommt in dieser Hubble-Beobachtung zum Vorschein und zeigt die bemerkenswerte Vielfalt der Sternumgebungen in unserem nächsten Spiralnachbarn. Über 100 Millionen Sterne bevölkern diese Ansicht, von alten Roten Riesen, die vor Milliarden von Jahren entstanden sind, bis hin zu jungen blauen Überriesen, die in den letzten paar Millionen Jahren geboren wurden. Das Bild zeigt, wie Andromedas Spiralarme junge Sternpopulationen entlang ihrer Vorderkanten konzentrieren, während sich ältere Sterne gleichmäßiger über die Scheibe verteilen. Dunkle Filamente aus interstellarem Staub weben komplexe Muster durch das Sternenfeld, absorbieren und röten das Licht von Hintergrundsternen und markieren gleichzeitig die Orte dichter Molekülwolken, in denen sich auch heute noch neue Sterne bilden.

Wissenschaftliche Bedeutung

Dieser Abschnitt der Andromeda-Durchmusterung erfasst eine Region, in der sich mehrere Sternpopulationen unterschiedlichen Alters überlappen, und bietet ein natürliches Labor für die Untersuchung, wie die Sternentwicklung in einer gut charakterisierten Umgebung abläuft. Die hohe photometrische Präzision der Hubble-Beobachtungen ermöglicht die Erstellung detaillierter Farb-Helligkeits-Diagramme, die die Sternentstehungsgeschichte an jedem Ort in der Galaxie aufzeigen. Durch die Identifizierung seltener Sterntypen wie leuchtend blaue Veränderliche, Wolf-Rayet-Sterne und asymptotische Riesenzweigsterne können Astronomen die Sternentwicklung bei Massen und Metallizitäten untersuchen, die in der Milchstraße nicht leicht zugänglich sind. Die Untersuchung hat auch Tausende von Sternhaufen identifiziert, von jungen Assoziationen bis hin zu alten Kugelsternhaufen, was Untersuchungen darüber ermöglicht, wie sich Sternhaufen im Laufe der kosmischen Zeit bilden, entwickeln und auflösen.

Beobachtungsdetails

Die Beobachtungen nutzten die außergewöhnliche Winkelauflösung von Hubble, um einzelne Sterne in den überfüllten Feldern der Andromeda-Scheibe zu trennen. In Andromedas Entfernung kann Hubble Sterne auflösen, die etwa 0,5 Parsec (etwa 1,5 Lichtjahre) voneinander entfernt sind, was ausreicht, um einzelne Riesen und Überriesen selbst in dichten Sternumgebungen zu unterscheiden. Die Beobachtungsstrategie der Vermessung umfasste Mehrfachbelichtungen an jedem Punkt mit kleinen Positionsversätzen (Dithering), um die Abtastung der Punktverteilungsfunktion zu verbessern und die Entfernung von Detektorartefakten zu ermöglichen. Hochentwickelte Photometriealgorithmen extrahierten gleichzeitig genaue Helligkeiten für Millionen von Sternen und erklärten so überlappende Sternprofile in überfüllten Regionen.

Ort im Universum

Konstellation

Andromeda

Entfernung von der Erde

2,5 Millionen Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Wenn Sie mit Lichtgeschwindigkeit reisen könnten, würden Sie immer noch 2,5 Millionen Jahre brauchen, um auch nur den nächsten Stern in diesem Bild zu erreichen.

  • 2

    Die Farbe jedes Sterns in diesem Bild verrät seine Temperatur – blaue Sterne sind extrem heiß (bis zu 50.000 K), während rote Sterne kühler sind (etwa 3.000 K).

  • 3

    Andromeda wurde erstmals im Jahr 964 n. Chr. vom persischen Astronomen Abd al-Rahman al-Sufi beschrieben, der es als „nebulösen Fleck“ bezeichnete – über tausend Jahre später enthüllt Hubble, dass es sich um Billionen einzelner Sterne handelt.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop