
Über dieses Bild
Hubble hat dieses bemerkenswerte Bild von P/2010 A2 aufgenommen, einem bizarren Objekt im Asteroidengürtel, das Astronomen zunächst mit seinem kometenähnlichen Schweif aus Trümmern verwirrte. Im Gegensatz zu einem Kometen, dessen Schweif durch solare Erwärmung von Eis entsteht, entstand die Trümmerspur von P/2010 A2 durch eine heftige Kollision zweier Asteroiden mit hoher Geschwindigkeit. Der Einschlag, der sich wahrscheinlich Anfang 2009 ereignete, zerschmetterte Teile des kleineren Asteroiden und schleuderte einen Strom aus Staub und Gesteinsfragmenten aus, die ein markantes X-förmiges Muster bildeten, das auf Hubbles Bildern sichtbar ist. Der erhaltene Kern von P/2010 A2, einem etwa 120 Meter breiten Gesteinskörper, ist als punktförmiges Objekt sichtbar, das von der Haupttrümmerwolke getrennt ist. Dies war das erste Mal, dass Astronomen die Folgen einer Kollision zwischen zwei Asteroiden direkt beobachteten und so beispiellose Einblicke in einen Prozess lieferten, der das Sonnensystem über Milliarden von Jahren geformt hat.
Wissenschaftliche Bedeutung
P/2010 A2 stellt einen Wendepunkt in der Planetenwissenschaft dar: die erste direkte Beobachtung von Trümmern aus einer Kollision zweier Asteroiden. Während Asteroidenkollisionen seit langem als ein grundlegender Prozess verstanden werden, der das Sonnensystem formt – das Zerkleinern großer Körper in kleinere Fragmente, die Erzeugung von Staub und die Veränderung der Umlaufbahnen –, waren sie noch nie zuvor auf frischer Tat ertappt worden. Hubbles Beobachtungen ermöglichten es Astronomen, die Folgen der Kollision in noch nie dagewesenem Detail zu untersuchen und zu enthüllen, wie sich Trümmer verteilen und welche Strukturen sich im ausgeschleuderten Material bilden. Das charakteristische X-förmige Trümmermuster schränkte die Geometrie und Geschwindigkeit des Aufpralls ein. Diese Beobachtungen haben wichtige Auswirkungen auf das Verständnis der Kollisionsentwicklung des Asteroidengürtels, der Entstehung von interplanetarem Staub, der Lieferung von Meteoriten auf die Erde und der Gefahr, die Asteroidenkollisionen durch die Umleitung von Fragmenten in Richtung des inneren Sonnensystems darstellen können.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete P/2010 A2 mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) im sichtbaren Licht über mehrere Epochen zwischen Januar und Mai 2010 und ermöglichte es Astronomen, die Entwicklung der Trümmerspur im Laufe der Zeit zu verfolgen. Die ersten Beobachtungen zeigten das X-förmige Trümmermuster und den abgetrennten punktförmigen Kern, wodurch dieses Objekt sofort von einem normalen Kometen unterschieden wurde. Nachfolgende Beobachtungen zeigten, dass sich die Spur langsam ausdehnte und verblasste, während sich die Partikel unter dem Druck der Sonnenstrahlung verteilten. Die Multi-Epochen-Bildgebung ermöglichte Messungen der Trümmerausdehnungsgeschwindigkeit, die zur Schätzung der Kollision im Februar 2009 verwendet wurde.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
180 Millionen Meilen (zum Zeitpunkt der Beobachtung)
Lustige Fakten
- 1
P/2010 A2 wurde zunächst fälschlicherweise für einen Kometen gehalten, als bodengestützte Teleskope seinen Schweif entdeckten, doch Hubble enthüllte das
- 2
Bei der Kollision, die diese Trümmerspur erzeugte, wurde Energie freigesetzt, die der Detonation einer kleinen Atomwaffe entsprach, doch im Vergleich zum Sonnensystem handelte es sich um ein relativ unbedeutendes Ereignis – ähnliche Einschläge ereignen sich im Asteroidengürtel etwa einmal im Jahr.
- 3
Die Trümmerspur von P/2010 A2 erstreckte sich zum Zeitpunkt der Hubble-Beobachtung über 100.000 Kilometer und demonstrierte, wie Asteroidenkollisionen Feinstaub erzeugen, der das von der Erde aus sichtbare Tierkreislicht erzeugt.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



