
Über dieses Bild
Dieses Bild von Jupiter wurde im Rahmen des Outer Planet Atmospheres Legacy (OPAL)-Programms aufgenommen, einer langfristigen Initiative, die Hubble nutzt, um jährliche globale Karten der äußeren Planeten zu erstellen und so ein unschätzbares Archiv atmosphärischer Veränderungen im Laufe der Zeit aufzubauen. Der Große Rote Fleck, der ikonischste Sturm des Sonnensystems, erscheint im unteren rechten Teil der Jupiterscheibe. OPAL-Beobachtungen haben ergeben, dass dieses jahrhundertealte Hochdruckgebiet weiterhin langsam schrumpft, gleichzeitig aber auch unerwartete Formveränderungen aufweist und mit der Zeit kreisförmiger wird. Das Bild fängt auch die reichhaltigen Details der gebänderten Wolkenstruktur Jupiters ein, mit abwechselnden Zonen aus aufsteigenden Ammoniak-Eiswolken und dunkleren Gürteln aus sinkendem, chemisch verarbeitetem Gas. In der gesamten Atmosphäre sind kleinere Wirbel, Wellenmuster und turbulente Wirbel sichtbar, die die außerordentliche Komplexität der Wettersysteme des Jupiter verdeutlichen, die von der immensen inneren Wärmequelle des Planeten und seiner schnellen 10-Stunden-Rotation angetrieben werden.
Wissenschaftliche Bedeutung
Das OPAL-Programm stellt eine der wertvollsten Langzeitüberwachungskampagnen von Hubble für die Planetenforschung dar. Indem OPAL Jahr für Jahr globale Karten des Jupiter mit konstanter Auflösung und Wellenlängenabdeckung erfasst, liefert es eine Grundlage für das Verständnis der atmosphärischen Variabilität auf Zeitskalen von Wochen bis Jahrzehnten. Diese Beobachtungen haben das kontinuierliche Schrumpfen des Großen Roten Flecks, die Entstehung und Entwicklung neuer Stürme sowie subtile Veränderungen in der Breite und Farbe der atmosphärischen Bänder Jupiters dokumentiert. Die jährlichen Karten ermöglichen auch die Erkennung seltener atmosphärischer Ereignisse wie Einschläge von Kometen oder Asteroiden, die ohne Vorwarnung auftreten können und eine schnelle Nachverfolgung erfordern. OPAL-Daten ergänzen die Beobachtungen von Raumfahrzeugen von Juno (seit 2016 im Orbit), indem sie den globalen Kontext liefern, den die nahe umlaufende Sonde mit ihrem engen Sichtfeld nicht erfassen kann.
Beobachtungsdetails
Diese globale Karte wurde aus mehreren Aufnahmen zusammengestellt, die mit der Wide Field Camera 3 (WFC3) von Hubble unter Verwendung von Breitbandfiltern für sichtbares Licht aufgenommen wurden. Da sich Jupiter einmal alle 10 Stunden dreht, kann eine vollständige Weltkarte aus Beobachtungen erstellt werden, die sich über nur eine Rotationsperiode erstrecken, wobei einzelne Bilder in regelmäßigen Abständen erfasst und zu einer zylindrischen Projektion kombiniert werden. Die OPAL-Methodik gewährleistet eine konsistente photometrische Kalibrierung über Epochen hinweg und ermöglicht einen quantitativen Vergleich der Wolkenhelligkeit, -farbe und -struktur von Jahr zu Jahr.
Ort im Universum
Konstellation
N/A (Sonnensystem)
Entfernung von der Erde
365 Millionen bis 601 Millionen Meilen (variiert)
Lustige Fakten
- 1
Das OPAL-Programm überwacht Jupiter seit 2014 jährlich und erstellt damit die umfassendste Langzeitaufzeichnung von Veränderungen in der Atmosphäre des Gasriesen, die jemals auf einer einzigen Instrumentenplattform zusammengestellt wurde.
- 2
Jupiters Großer Roter Fleck wurde mindestens seit 1831 und möglicherweise bereits 1665 ununterbrochen beobachtet – was ihn zum langlebigsten bekannten Sturm im Sonnensystem macht, obwohl er in den letzten Jahrzehnten merklich zurückgegangen ist.
- 3
In der Atmosphäre des Jupiter wehen Winde, die Geschwindigkeiten von 400 Meilen pro Stunde erreichen, aber der Planet hat keine feste Oberfläche – die gasförmige Atmosphäre geht bei extremen Drücken tief im Inneren des Planeten allmählich in flüssigen Wasserstoff und schließlich in metallischen Wasserstoff über.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



