
Über dieses Bild
HH 32 ist ein spektakuläres Beispiel für ein Herbig-Haro-Objekt, das entsteht, wenn junge Sterne mächtige Materieströme mit Überschallgeschwindigkeit zurück in den interstellaren Raum schleudern. Diese Jets, die sich mit Hunderten von Kilometern pro Sekunde fortbewegen, dringen in den umgebenden Nebel ein und erzeugen starke Stoßwellen, die das Gas komprimieren und erhitzen, wodurch es in charakteristischen Emissionslinien hell leuchtet. Die in diesem Bild sichtbare komplexe Struktur zeigt mehrere Bugschocks, bei denen das Strahlmaterial mit stationärem Umgebungsgas kollidiert und leuchtende Bögen erzeugt, die die ansonsten dunkle Wolke erhellen. HH 32 demonstriert die heftigen Prozesse, die mit der Sternentstehung einhergehen, wenn junge Sterne durch diese dramatischen Ausflüsse Drehimpuls und Masse verlieren, während sie noch Material aus ihren umgebenden Scheiben ansammeln.
Wissenschaftliche Bedeutung
Herbig-Haro 32 wurde als Prototyp zum Verständnis der Jet-Antriebsmechanismen in jungen Sternobjekten ausführlich untersucht. Die durch Hubble-Beobachtungen aufgedeckte detaillierte Struktur zeigt Hinweise auf eine Variabilität der Strahlgeschwindigkeit und der Massenverlustrate im Laufe der Zeit, wobei dichte Knoten Episoden verstärkten Ausstoßes markieren, die sich mit messbarer Geschwindigkeit nach außen ausbreiten. Zeitbasierte Beobachtungen über Jahre hinweg haben die Eigenbewegung von Schockstrukturen direkt verfolgt, die Verbindung zum Zentralstern bestätigt und die Jet-Geschwindigkeit gemessen. Die komplexe Schockmorphologie informiert über Modelle, wie Jets mit inhomogenen Umgebungsmedien interagieren. HH 32 zeigt auch die Bedeutung von Ausflüssen bei der Regulierung der Sternentstehung, indem sie Energie und Impuls in Molekülwolken injizieren und so möglicherweise die Sternentstehung in benachbarten Regionen auslösen oder unterdrücken.
Beobachtungsdetails
Hubble beobachtete HH 32 mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) in Schmalbandfiltern, die auf Emissionslinien von ionisiertem Gas abzielten. Der H-Alpha-Filter erfasste die Emission von Wasserstoff, während Filter, die sich auf die Linien [S II] und [O III] konzentrierten, Gas bei unterschiedlichen Temperaturen und Ionisationszuständen innerhalb der Schockstrukturen aufspürten. Die Kombination zeigt die geschichtete Struktur der Bugstoßdämpfer mit stark ionisiertem Gas in der Nähe der Stoßfront und kühlerem, teilweise ionisiertem Gas im Nachlauf. Die Beobachtungen stellten eine der ersten Demonstrationen der Fähigkeit von WFPC2 zur detaillierten Nebelbildgebung dar, nachdem die COSTAR-Korrekturoptik installiert wurde.
Ort im Universum
Konstellation
Aquila
Entfernung von der Erde
960 Lichtjahre
Lustige Fakten
- 1
HH 32 war eines der ersten Herbig-Haro-Objekte, das Hubble fotografierte, nachdem die Wartungsmission 1993 die Sicht des Teleskops wiederhergestellt und beispiellose Details in diesen Sternkindergärten enthüllt hatte.
- 2
Die Jets, die HH 32 erzeugen, sind „bipolar“ – sie treten aus beiden Polen der Scheibe des jungen Sterns aus, oft in einem Winkel, der zu unserer Sichtlinie geneigt ist.
- 3
Herbig-Haro-Objekte sind nach George Herbig und Guillermo Haro benannt, die diese Emissionsnebel in den 1950er Jahren unabhängig voneinander entdeckten und charakterisierten.
Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop



