Pferdekopfnebel (Dunkler Nebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den Oktober 23
Oktober 23Dunkler NebelNebel

Pferdekopfnebel

Beobachtet im Jahr 2012

Über dieses Bild

Die hinterleuchteten Streifen entlang des oberen Rückens des Pferdekopfnebels werden von einem jungen Fünf-Sterne-System direkt über dem oberen Rand dieses im Infrarotlicht aufgenommenen Bildes beleuchtet. Die starke Strahlung eines dieser hellen Sterne lässt den Nebel langsam verdampfen. Diese Ansicht betont verschiedene Strukturen innerhalb der berühmten Wolke und zeigt die subtilen Variationen in Dichte und Temperatur, die diese geformte Säule aus interstellarem Material charakterisieren.

Wissenschaftliche Bedeutung

Die detaillierte Struktur, die in diesem Infrarotbild des Pferdekopfnebels sichtbar ist, offenbart die komplexe Physik von Photodissoziationsregionen (PDRs) – den Grenzflächen zwischen vollständig ionisiertem Gas und kalten Molekülwolken. Wenn ultraviolette Strahlung von nahegelegenen Sternen in die Wolke eindringt, ionisiert sie nacheinander Atome, dissoziiert Moleküle und erhitzt das Gas, wodurch eine Schichtstruktur mit unterschiedlichen physikalischen und chemischen Eigenschaften entsteht. Durch die Beobachtung dieser Schichten bei unterschiedlichen Wellenlängen können Astronomen den Übergang von der rauen ionisierten Umgebung zum geschützten molekularen Inneren kartieren, wo Sternentstehung stattfinden kann. Die Erhaltung der Pferdekopfform über kosmische Zeitskalen hinweg weist darauf hin, dass der Kopf einen besonders dichten Kern enthalten muss, der der Photoverdampfung widersteht. Solche dichten Kondensationen könnten der Keim für die zukünftige Sternentstehung sein, und ihre Untersuchung hilft dabei, Modelle darüber zu bestimmen, wie Molekülwolken fragmentieren und kollabieren.

Beobachtungsdetails

Diese Infrarotbeobachtung wurde im Rahmen von Hubbles Bildgebungskampagne für den Pferdekopfnebel mit dem Nahinfrarotkanal der Wide Field Camera 3 (WFC3) durchgeführt. Bei den Beobachtungen wurden mehrere Schmalband- und Breitbandfilter eingesetzt, um sowohl das Sternkontinuum als auch spezifische Spektralmerkmale im Zusammenhang mit erhitztem Staub und Gas zu verfolgen. Der Vergleich dieses Infrarotbildes mit optischen Beobachtungen verdeutlicht auf dramatische Weise, wie unterschiedliche Wellenlängen unterschiedliche physikalische Strukturen innerhalb desselben astronomischen Objekts offenbaren. Die Daten tragen zu Multiwellenlängenstudien bei, die Radio-, Infrarot-, optische und Röntgenbeobachtungen kombinieren.

Ort im Universum

Konstellation

Orion

Entfernung von der Erde

1.500 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der Pferdekopf erhebt sich etwa drei Lichtjahre über die umgebende Wolke – so groß, dass das Licht drei Jahre brauchen würde, um von seiner Basis bis zur Spitze zu gelangen.

  • 2

    Der Nebel befindet sich im Orion Molecular Cloud Complex, einer der der Erde am nächsten gelegenen Regionen aktiver Sternentstehung.

  • 3

    Trotz seiner Berühmtheit ist die visuelle Beobachtung des Pferdekopfes mit Amateurteleskopen aufgrund der geringen Oberflächenhelligkeit des umgebenden Emissionsnebels schwierig.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop