Nebel N44C (Emissionsnebel), aufgenommen vom Hubble-Weltraumteleskop für den November 13
November 13EmissionsnebelNebel

Nebel N44C

Beobachtet im Jahr 1996

Über dieses Bild

Diese ätherischen Streifen leuchtenden Gases bilden N44C, einen leuchtenden Emissionsnebel, der in den viel größeren N44-Komplex in der Großen Magellanschen Wolke eingebettet ist. Dieses komplizierte Netzwerk aus ionisiertem Wasserstoff wird durch die intensive ultraviolette Strahlung eines nahegelegenen Clusters heißer, massereicher Sterne beleuchtet und mit Energie versorgt, deren starke Sternwinde und eventuelle Supernova-Explosionen das umgebende Gas in dramatische Filamentstrukturen geformt haben. N44C ist Teil einer riesigen Sternkinderstube mit einem Durchmesser von über 1.000 Lichtjahren, die mehrere Generationen von Sternen enthält, von alten Roten Riesen bis hin zu neugeborenen Protosternen, die noch in ihren Geburtskokons eingebettet sind. Der N44-Komplex beherbergt auch eine „Superblase“ – einen riesigen Hohlraum, der durch die kombinierte Wirkung von Sternwinden und mehreren Supernovae aus dem interstellaren Medium geblasen wird, was den tiefgreifenden Einfluss der massiven Sternentstehung auf seine galaktische Umgebung demonstriert.

Wissenschaftliche Bedeutung

N44C und der größere N44-Komplex bieten ein außergewöhnliches Labor für die Untersuchung der ausgelösten Sternentstehung und des Zusammenspiels zwischen massereichen Sternen und ihren ursprünglichen Molekülwolken. Die Superblasenstruktur zeigt, wie sich Energie aus massiven Sternhaufen über Millionen von Jahren ansammelt und schließlich die Dynamik des umgebenden interstellaren Mediums dominiert. Untersuchungen von N44 haben ergeben, dass sich neue Generationen von Sternen bevorzugt entlang der komprimierten Ränder der Superblase bilden, wo die expandierende Hülle nach oben strömt und Umgebungsgas auf eine Dichte komprimiert, die einen Gravitationskollaps auslöst. Die geringe Metallizität der Großen Magellanschen Wolke – etwa halb so hoch wie die der Milchstraße – bedeutet, dass die Sternwinde und die Nebelphysik in N44 eher den Bedingungen im frühen Universum ähneln. Dies macht N44 wertvoll für das Verständnis, wie die Sternentstehung in jüngeren, chemisch weniger angereicherten Galaxien ablief. Die Position des Nebels in einer genau bestimmten Entfernung ermöglicht auch präzise Messungen der Stern- und Nebeleigenschaften, die für Milchstraßennebel unsicherer wären.

Beobachtungsdetails

Hubble beobachtete N44C mit der Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) mit Schmalbandfiltern, die die Emission von ionisiertem Wasserstoff (H-alpha), ionisiertem Stickstoff ([NII]) und doppelt ionisiertem Sauerstoff ([OIII]) isolierten. Diese Kombination offenbart die Ionisierungsstruktur des Nebels, wobei die [OIII]-Emission die Regionen dominiert, die dem ionisierenden Stern am nächsten liegen und wo die Temperaturen am höchsten sind, und die [NII]-Emission in kühleren, teilweise ionisierten Zonen stärker ist. Die Beobachtungen lösten filamentartige Strukturen auf Skalen von weniger als einem Lichtjahr auf und enthüllten die detaillierte Morphologie, die durch hydrodynamische Instabilitäten an der Grenzfläche zwischen heißen Sternwinden und kühlem Nebelgas entsteht.

Ort im Universum

Konstellation

Dorado (Große Magellansche Wolke)

Entfernung von der Erde

160.000 Lichtjahre

Lustige Fakten

  • 1

    Der N44-Komplex enthält eine Superblase mit einem Durchmesser von etwa 400 Lichtjahren, die über Millionen von Jahren durch die kombinierten Winde und Explosionen Dutzender massereicher Sterne geformt wurde.

  • 2

    N44C wird hauptsächlich von einem einzelnen heißen Stern mit einer Oberflächentemperatur von über 45.000 Kelvin ionisiert – fast achtmal heißer als unsere Sonne.

  • 3

    Die Große Magellansche Wolke, in der sich N44C befindet, ist von der Südhalbkugel aus mit bloßem Auge als schwacher, verschwommener Fleck in der Nähe des Sternbildes Dorado sichtbar.

Bildnachweis: NASA, ESA, Hubble-Weltraumteleskop